Wirbel um Professoren-Titel

Freitag, 13. Oktober 2017

Foto: Silke Richter

Ärger hat der Medizinische Direktor des Seenland-Klinikums Hoyerswerda, Dr. Thomas Sutter. Anlass ist eine Veröffentlichung der Publikation "Bild". Überschrift: "Klinik-Chef gar kein echter Professor?"

Denn aus eigenem Antrieb verzichtet der Chirurgie-Chefarzt derzeit darauf, den ihm 2011 von der Universität im ungarischen Pecz verliehenen Titel zu tragen - der nichts weiter umschreibt als eine Lehrberechtigung. Wie Sutter sagt, habe es eine Rückfrage der Ärztekammer gegeben - woraufhin er das Wissenschaftsministerium in Dresden gebeten habe, zu prüfen, "ob und wie der Titel weiterhin in Deutschland geführt werden darf."

Dass das generell erlaubt sei, ergebe sich aus § 44 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes ("Ausländische Grade, Titel und Tätigkeitsbezeichnungen"). Es gehe ums Wie (etwa mit der im Herkunftsland gängigen Bezeichnung).

Mit seinem Fall habe sich bereits eine Abteilung der Kultusministerkonferenz befasst - und befunden, dass der Titel geführt werden dürfe, sofern eine Verleihungsurkunde nachgewiesen werden könne. "Eine solche Urkunde habe ich", sagt Dr. Sutter - der übrigens nach Erfahrungen eines Reporters des Hoyerswerdaer Tageblattes nie großen Wert darauf gelegt hat, als Professor angesprochen zu werden.

In einem Zwischenbescheid habe das Wissenschaftsministerium ihm nahegelegt, auf den Professorentitel bis zur endgültigen Genehmigung zu verzichten. Dem sei er nachgekommen.

"Ich habe in einem ordentlichen Verfahren an renommierten Universitäten zuerst promoviert und dann habilitiert. Ich bin im Rahmen eines nachvollziehbaren, transparenten wissenschaftlichen Verfahrens zum Professor an der Universität von Pécs berufen worden. Das Votum des Wissenschaftsministeriums, das für dieses Thema zuständig ist, werde ich selbstverständlich befolgen, allerdings ist dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen", so Sutter. (red)

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