Wieder Leben auf den Dorfplatz bringen

Donnerstag, 20. Februar 2014

Der Dorfplatz in Schwarzkollm mit Frentzelhaus, Brunnen, Freizeitkomplex und Gaststätte ist ein beliebter Anlaufpunkt sowohl für Einwohner als auch für Besucher.
Der Dorfplatz in Schwarzkollm mit Frentzelhaus, Brunnen, Freizeitkomplex und Gaststätte ist ein beliebter Anlaufpunkt sowohl für Einwohner als auch für Besucher.

Von Anja Wallner

Es kommt wieder Bewegung in die weitere touristische Entwicklung des Krabatdorfes Schwarzkollm – wenn auch zunächst nur auf dem Papier. Zwei Firmen sind von der Stadt Hoyerswerda beauftragt worden, etwas zu bewegen – einerseits an der Krabatmühle als touristischem Zugpferd des Dorfes, andererseits im Hoyerswerdaer Ortsteil selbst. Finanziert wird dieses Themendorf-Projektmanagement über EU-Mittel zur ländlichen Entwicklung (Ile). Rund 44 000 Euro sind veranschlagt; die Förderquote beträgt 75 Prozent. Den notwendigen Eigenanteil trägt der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Anfang des vergangenen Jahres hat die Stadt den Fördermittelantrag gestellt, schon in wenigen Monaten muss abgerechnet sein. Ein straffer Zeitplan – und nicht nur deshalb hat die Stadt zwei Unternehmen gebunden, erklärt Frank Hassemeier, der zuständige Sachbearbeiter im Rathaus.
Den Zuschlag, den Erlebnishof Krabatmühle voranzubringen, erhielt der Projektdienstleister URS Deutschland. Für Konzepte auf der touristischen Schiene ist die Hoyerswerdaer Tourismus GmbH „Land und Leute“ zuständig. Die Firma war bereits in Schwarzkollm tätig, nachdem der Hoyerswerdaer Ortsteil erfolgreich am Wettbewerb zum Pilotprojekt „Sachsens Themendörfer“ teilgenommen hatte.
Die Aufgabe für URS besteht darin, den Erlebnishof Krabatmühle weiterzubringen, mit dem Ziel, die Krabatmühle auf eigene Füße zu stellen. „Damit der Laden läuft“, drückt es Frank Hassemeier salopp aus. Es geht hier vorrangig um ein funktionierendes Betreiber- und Investitionskonzept. Modelle dazu soll URS entwickeln. Und nicht nur das: Auch die Erlebnisgaststätte, die mal für das Haus des Müllers vorgesehen ist, soll URS voranbringen. Hier geht es momentan ebenfalls darum, ein Nutzerprofil zu erstellen, das sich in das Gesamtensemble der Krabatmühle einfügt.
„Land und Leute“ hat es da schon eher mit greifbaren, weniger abstrakten Aufgaben zu tun. Davon dann aber jede Menge. Frank Hassemeier zählt einige auf: Da wäre beispielsweise das Erarbeiten eines thematischen Rundgangs in Schwarzkollm, der sich an den vorhandenen touristischen Angeboten orientiert. Dabei spielen auch Beratungen mit den Gästeführern eine Rolle. Weiterhin geht es um touristische Infrastruktur, etwa das Entwickeln von Wegweisern und Hinweisschildern, und Öffentlichkeitsarbeit. Ohne Konzepte geht es freilich auch hier nicht. Für die Nutzung des Pfarrteiches soll „Land und Leute“ ein solches erstellen. Oder auch erstellen lassen, denn die Firma wird nach Angaben von Frank Hassemeier nicht alles allein schultern, sondern mit Partnern zusammenarbeiten. Die Idee einer Nutzung des Heilwassers aus der „Sophienquelle“, die Natursteinwerke-Chef Paul Weiland eben weiland anschob, soll auch weiter verfolgt werden, und außerdem ist ein Aussichtspunkt am Steinbruch im Gespräch. Hier muss „Land und Leute“ erst mal grundsätzliche Fragen klären: Wo wäre ein geeigneter Standort dafür? Wie könnte der Aussichtspunkt aussehen? Wer pflegt die Anlage? Und über allen genannten Projekten steht ohnehin die Frage: Wer bezahlt das alles?
Die wohl kniffligste Aufgabe, an der sich die Ortsteilverwaltung schon wochenlang die Zähne ausbeißt, ist nicht zuletzt, den Dorfplatz wieder zu beleben. Sprich, sich um einen Betreiber für die leerstehende Gaststätte zu bemühen und dabei den seit Jahresanfang ebenfalls leerstehenden Dorfladen nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Konkurrenz zur Krabatmühle soll die Dorfgastronomie nicht darstellen, so Frank Hassemeier. „Aber der Radfahrer, der aus dem Seenland kommt, muss auf dem Weg zur Krabatmühle Versorgung und einen Verweilgrund haben.“
Beide beauftragten Firmen arbeiten bei ihren Aufgaben mit Stadt- und Ortsteilverwaltung sowie dem Krabatmühlenverein zusammen und sollen laut Frank Hassemeier regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten berichten. Projektsteuerung heißt der sperrige Begriff dafür. „Wir können nur abwarten, wie es weitergeht“, sagt der zuständige Rathaus-Mitarbeiter. Ehe alles zum Laufen komme, sei organisatorisch viel zu tun. Ähnlich sieht es Ortsvorsteher Mirko Pink, der den Ortschaftsrat in der jüngsten Sitzung über das Themendorf-Management informierte. Außerdem spricht er sich dafür aus, das Schullandheim sowie das Haus Engedi touristisch aufzuwerten. Denn hier gibt es, das sollte man nicht vergessen, zusätzliche Übernachtungskapazitäten. 

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