Weihnachtsbesuch im Laurentius-Haus

Freitag, 20. Dezember 2013

Freude bei den Bewohnern und den Schülern des Christlichen Gymnasiums Johanneum: Letztere überbrachten die in der Schule gesammelten Geschenke.
Freude bei den Bewohnern und den Schülern des Christlichen Gymnasiums Johanneum: Letztere überbrachten die in der Schule gesammelten Geschenke.

Der Kofferraum des Transportes, der gestern Vormittag vor dem Laurentius-Haus im WK X parkte, war groß. 120 Bewohner leben im Altenhilfezentrum der Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz. Für einige, die keine näheren Angehörigen haben, packten Jungen und Mädchen aus dem Christlichen Gymnasium Johanneum Überraschungen aus. Zum dritten Mal seit 2011 waren Schüler am letzten Tag vor den Weihnachtsferien in dem Altenheim. Gesammelt wurde zuvor im Gymnasium. Süßes, Kosmetik, Selbstgebasteltes und Dinge aus Kinderzimmern, wie Kuscheltiere, erzählt der zehnjährige Leon Krahl: „Ich habe über 100 davon.“

Empfangen wurden die Kinder gestern Vormittag von einigen Senioren im Foyer. Anfangs erschienen die Kinder etwas schüchtern, die Zurückhaltung löste sich aber rasch. Heimleiterin Silke Eichler hat beobachtet, dass in den vergangenen Jahren über den Weihnachtsbesuch hinaus weitere Kontakte entstanden sind. Diese Begegnungen sollen die Sozialkompetenz der Kinder stärken. „Sie verlieren die Angst, in ein Pflegeheim zu gehen.“
Ein Rundgang folgte gestern im Anschluss an die Geschenkübergabe. Die Antworten auf Fragen überraschten auch Erwachsene: Dürfen die Bewohner ihre Zimmer abschließen? Am späten Abend Besuch empfangen? Bier trinken? Haustiere mitbringen? Ja, all das ist möglich, so wie es andere Erwachsene ja auch tun können.

Die Kinder staunten über die großen Bäder, Leon ließ sich per Liegelifter in die Badewanne heben. Im Anschluss wollte der Fünftklässler die übliche Desinfektion gleich selbst erledigen. Praktische Hilfe in ein paar Jahren ist ausdrücklich erwünscht, sagt Schulleiter Günter Kiefer. „Das ist eine sukzessive Vorbereitung auf die Praktika in der 9. und 10. Klasse.“

Zu Heiligabend können die Senioren, die nicht bei ihren Familien zu Hause sind, an einem Festgottesdienst im großen Speisesaal teilnehmen. Die 3,5 Meter hohe Tanne ist mit Äpfeln, Strohsternen, Nüssen und Naschwerk geschmückt. Weihnachten kommen viel mehr Besucher als üblich. „Hier im Haus ist aber jeden Tag etwas los“, betont Ingeburg Meinhold, die Vorsitzende der Bewohnervertretung des Hauses und zählt unter anderem Sport- und Bastelangebote, Singenachmittage und das Heimkino am Freitag auf. „Es braucht sich hier keiner alleine zu fühlen.“

Als Dankeschön gab es gestern nicht nur herzliche Umarmungen. Ingeburg Meinhold, die Anfang Januar ihren 90. Geburtstag feiert, trug im Anschluss etwas Lustiges von Heinz Ehrhardt vor: „Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen; die Tage täglich sich verkürzen; wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen die Koffer packen und verreisen; wenn all die Maden, Motten, Mücken, die wir versäumten zu zerdrücken, von selber sterben – so glaubt mir: Es steht der Winter vor der Tür!“ Also: Mit ihrem Besuch haben die Kinder am letzten Schultag 2013 einiges gelernt!

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