Warum die Mathe-Olympiade auch im Kino und im Schwimmbad stattfindet

Freitag, 11. November 2011

Früher war Bürgermeister Thomas Delling selbst Mathe-Olympiaden-Teilnehmer. Hier gratuliert er Johannes Horler.
Früher war Bürgermeister Thomas Delling selbst Mathe-Olympiaden-Teilnehmer. Hier gratuliert er Johannes Horler.

Hoyerswerda. Jemand bildet aus zwei positiven ganzen Zahlen die Summe, die Differenz und das Produkt. Könnten Sie ad hoc sagen, ob es vorkommen kann, dass keines dieser drei Ergebnisse durch 3 teilbar ist? Nun, Max Brese aus Straßgräbchen kann das offenbar. Der Foucault-Gymnasiast ist Klassenbester in Mathematik und deshalb saß er am Mittwoch auch in einem Klassenraum seiner Schule bei der Mathematik-Olympiade. Besagte Aufgabe war eine von insgesamt vier in den orangenen Arbeitsmappen, die die teilnehmenden Siebtklässler ausgeteilt bekamen. Die unterschiedlichen Farben der Hefter sind eine logistische Hilfe, die sich die Veranstalter vom Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum Natz und der Schule ausgedacht haben, um den Wettbewerb mit mehr als hundert Schülern überhaupt irgendwie handhaben zu können.
Die zentrale Olympiade aller Mittelschüler und Gymnasiasten mitsamt Siegerehrung noch am selben Abend ist ein Hoyerswerdaer Novum. „Weißwasser schreibt zum Beispiel und dann wird einige Tage lang korrigiert“, erzählt Mathe-Lehrer Peter Dannenberg vom Foucault-Gymnasium. In Hoyerswerda setzten sich dagegen vorgestern 40 Korrektoren sofort an die Arbeiten der Schüler, die währenddessen eine Führung im Cinemotion-Kino mitmachen konnten oder zum Schwimmen ins Lausitzbad eingeladen waren. „Der Aufwand ist schon erheblich“, schätzt Dannenbergs Kollegin Ursula Lau ein und fügt angesichts der Tatsache, dass die zentrale Olympiade in Hoyerswerda in den Kapitalismus hinein „gerettet“ werden konnte, an: „Das ist ganz unbestritten ein Verdienst des Natz.“ Dessen Leiterin Claudia Nagel hat den Wettbewerb der Grundschüler vor einigen Tagen zum Beispiel quasi im Alleingang vorbereitet. Für Gymnasiasten und Mittelschüler hat sie hingegen traditionell Hilfe von Pädagogen des ausrichtenden Gymnasiums.
In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 150 Mädchen und Jungen von Schulen der Stadtregion an der inzwischen schon 51. Olympiade, die wie eine kleine Prüfung funktioniert. Jeder muss zum Beispiel vier Aufgaben lösen und bekommt für jede davon ein Extra-Lösungsblatt mit Stempel. Fünft- bis Achtklässler haben für die Lösungen vier, die Älteren sechs Stunden Zeit. Für jede Aufgabe gibt es maximal 10 Punkte. Der Zwölftklässler Martin Renner, schon mehrfach Preisträger, war in diesem Jahr der einzige, der die volle Punktzahl erreicht hat. Schließlich reicht es nicht, einfach die Lösung aufzuschreiben. Man möchte schon einen überzeugenden Lösungsweg dokumentieren, die Lösung begründen oder gar beweisen. „Und die Aufgaben sind schon knifflig beziehungsweise anspruchsvoll“, sagt Ursula Lau. Siehe Produkt, Differenz und Summe aus zwei positiven ganzen Zahlen – eines ist immer durch drei teilbar.

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