Umbenennung vorgeschlagen

Freitag, 28. September 2018

Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Christian Völker-Kieschnick, der seit Jahren mit Konzertprogrammen aus Liedern von Gerhard Gundermann (1955 - 1998) unterwegs ist, hat in der Einwohnerfragestunde des Stadtrates vorgeschlagen, dem Hoyerswerdaer Bergmann und Musiker einen Straßennamen zu widmen.

Seine Idee ist, im WK I, wo schon Autorin Brigitte Reimann (1933 - 1973), Computervater Konrad Zuse (1910 - 1995), Museumsgründer Otto Damerau (1877 - 1961) und Tierparkgründer Günter Peters (1907 - 1987) auf diese Art geehrt werden, die Clara-Zetkin-Straße umzubenennen. 

Er sagte, er würde sich wegen der damit verbundenen Unannehmlichkeiten wegen der nötigen Formalitäten schon einmal bei den Anwohnern entschuldigen. Jedoch spräche für die Wahl der Zetkinstraße auch der Umstand, dass dort keine Firmen betroffen wären. (red)

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Kommentar von Lemke Jürgen |

Hallo, ich wohne jetzt in meiner Heimatstadt Templin in der Uckermark. Bis 2007 habe ich im WK VIII in der Reinhold-Huhn-Straße 5 bzw. gleich nach der Wende in der Scadoer Straße 5 40 Jahre gewohnt. Es ist schon erstaunlich, wie die einst "Sozialistische Wohnstadt" Hoyerswerda ganz schnell die Wende hinbekommen hat. In Berlin existiert heute noch eine Karl-Marx-Allee und hier trägt eine Straße den Namen von Ernst Thälmann. In Hoyerswerda konnte es nicht schnell genug gehen, alles was an die DDR erinnert, loszuwerden. Nun soll also auch die Frauenrechtlerin für einen ehemaligen Stasi- Spitzel geopfert werden. Dann hätte man besser den Namen Wilhelm-Pieck-Straße für die Bautzener Straße belassen sollen.

Mit freundlichem Gruß, Jürgen Lemke aus Templin

Kommentar von Mirko Kolodziej |

Sehr geehrter Herr Lemke, sicher ist es legitim, am Namen Clara Zetkins festhalten zu wollen. Allerdings hat dazu bisher auch noch niemand mit entsprechender Autorität eine andere Entscheidung getroffen. Es handelt sich bisher um den Vorschlag eines Bürgers. Und: "alles, was an die DDR erinnert los zu werden" ist in diesem Zusammenhang ein Paradox. Gerhard Gundermann hat den größten Teil seines Lebens in der DDR verbracht, und wie Sie richtig bemerken, sogar eine Zeit lang für das MfS gearbeitet, bevor er selbst bespitzelt wurde. Das Argument ist aber auch diskutabel, weil es im Hoyerswerdaer Ortsteil Knappenrode nach wie vor eine Ernst-Thälmann-Straße sowie eine Karl-Marx-Straße gibt. Weitere Benennungen mit DDR-Bezug bzw. Benennungszeitpunkt sind in Hoyerswerda zum Beispiel Bertolt Brecht, Rudolf Breitscheid, Brigitte Reimann, Erich Weinert, Friedrich Engels, Günter Peters, Johannes R. Becher, Käthe Niederkirchner, Liselotte Herrmann, Kurt Klinkert sowie mehr oder weniger Juri Gagarin, Valentina Tereschkowa, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Mirko Kolodziej, Redaktion