Tausende feiern in Steinitz – Hunderte die Paldauer

Dienstag, 25. Mai 2010

Die 7-jährige Natalie (oben) ist ein großer Fan der Paldauer. Vom ersten Titel an tanzte das Mädchen. Das T-Shirt mit „Paldauer“-Aufdruck hat Natalie vor einiger Zeit von den Österreichern geschenkt bekommen.
Die 7-jährige Natalie ist ein großer Fan der Paldauer. Vom ersten Titel an tanzte das Mädchen. Das T-Shirt mit „Paldauer“-Aufdruck hat Natalie vor einiger Zeit von den Österreichern geschenkt bekommen.

Die Erwartungen des Publikums waren sehr hoch. Setzt doch das Steinitzer Pfingstfest seit vielen Jahren hohe Maßstäbe. Angefangen hatte alles vor 16 Jahren mit nur einem Festabend. Eigentlich sollte es nur eine Entschuldigung sein. Warum? „Wir waren ja damals noch sehr jung und sind vor 16 Jahren mit lautem Motorradgetöse durch Steinitz gedüst. Wir haben uns dann bei den Anwohnern mit einem Kasten Bier und etwas Musik aus dem Kassettenrekorder entschuldigt. Dann wurde ein Fußballturnier am Pfingstsamstag veranstaltet. Mit der Zeit entwickelte sich das Steinitzer Pfingstfest zu einer viertägigen Veranstaltung mit steigender Resonanz“, blickte Vereinschef der Steinitzer Jugend, Steffen Münster, zurück.

Der heute 34-Jährige hatte damals nicht im Traum daran gedacht, dass er 16 Jahre später mit den momentan 70 anderen Vereinsmitgliedern eine Veranstaltung in dieser Größenordnung organisieren würde. Der Freitagabend stand ganz im Zeichen des Wettkampffiebers. 16 Mannschaften aus der näheren Umgebung traten zum Löschangriff der freiwilligen Feuerwehren an. Die Kameraden aus Koblenz gewannen bei den Männern. Den Frauen-Pokal holte sich die Freiwillige Feuerwehr Saalau.

Die Pokal-Jagd fand am Samstag beim Fußballturnier ihre Fortsetzung. Fünf Mannschaften nahmen teil. Sieger wurde das Team aus Königswartha. Für Partyhungrige wartete an zwei Abenden feinster Cover-Rock mit „Mr. Feelgood“ und der Gruppe „Jolly Jumper“. Der Sonntagvormittag war nach dem Gottesdienst einzig und allein den Kindern gewidmet. In Eigeninitiative hatten viele engagierte Frauen mit Spendengeldern ein Fest mit vielen Stationen vorbereitet.

Der absolute musikalische Höhepunkt war jedoch am Sonntagnachmittag das dreistündige Konzert mit den Paldauern. Schon frühzeitig war das Festzelt krachend voll. Die Ungeduld bei den Gästen wuchs von Minute zu Minute. Kaum hatte die sechsköpfige Gruppe aus der Steiermark die Bühne betreten, ertönte tosender Applaus. „Juhu, sie sind endlich da“, entfuhr es der siebenjährigen Natalie, deren Gesicht vor Freude strahlte. Das Mädchen war eigens für das Konzert mit ihrer Mutti aus Rothenburg angereist, „denn ich bin schon lange ein Fan von Schlagermusik und mag die Paldauer sehr gern“.

Sie stimmte in den begeisterten Applaus des Publikums ein, als das neuste Lied der österreichischen Gruppe „Nur du“ ertönte. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt gut, aber von den Bänken riss es noch keinen. Außer Natalie, die allein auf der Bühne tanzte. Plötzlich, mitten im Auftritt, absolute Stille, enttäuschte Rufe. Akuter Stromausfall. Doch die Paldauer reagierten spontan. Es erklang ein Trompetensolo. „Das nenne ich professionell. Das zeichnet eine Gruppe aus“, meinte Besucher Andreas Wagner begeistert. Die anderen Gäste sahen das genauso und honorierten die Einlage mit viel Beifall, ehe das Konzert „unter Strom“ weiterging.

Jetzt schien die Energie auch in den Gliedmaßen der Besucher angekommen zu sein. Waren anfangs „nur“ wippende Füße und Köpfe zu entdecken, dauerte es nicht lange und die ersten Besucher sprangen beherzt von ihren Sitzen auf, schwangen im Takt der Musik ihre Arme, schunkelten oder tanzten. „Wollt ihr mehr“, fragten die Paldauer und ernteten begeisterte Zurufe aus den Publikumsreihen.

„Hierher zu kommen hat sich wieder gelohnt. Ich bin Stammgast hier zu Pfingsten. Die Steinitzer Jugend hat das Fest weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt gemacht. Es sind viele Leute aus den alten Bundesländern da. Die Stimmung war einfach perfekt“, resümierte Sylvia Herrmann, die aus Berlin angereist war, begeistert.

Kurzinterview mit Steffen Münster, Vereinschef der Steinitzer Jugend
Interview: Silke Richter

Herr Münster, sind die Erwartungen des Publikums erfüllt worden?
Ich denke schon. Wir geben uns jedenfalls viel Mühe. Es gibt viele engagierte Leute aus den verschiedenen Ortsteilen in Lohsa, die mit dazu beigetragen haben, dass das Fest wieder gelungen ist. Ohne deren Hilfe wäre das Pfingstfest nicht das, was es jetzt ist.

Wie viele Besucher waren da?
Das wissen wir noch nicht. Das wird erst eine Statistik zeigen, die wir demnächst anfertigen. Aber mehrere tausend Gäste werden es an diesem Wochenende schon gewesen sein.

Lohsas Bürgermeister Udo Witschas lobt das Engagement der Steinitzer Jugend und vom Landtagsabgeordneten Frank Hirche haben Sie einen Scheck über 100 Euro erhalten …
Ja, das stimmt. Es ist so eine Art Dankeschön. Darüber freuen wir uns als Verein sehr, denn der Aufwand ist schon ziemlich hoch. Einige Mitglieder nehmen sich extra dafür frei, um helfen zu können. Die 100 Euro werden wir für unsere jährliche „Bildungsfahrt“ nutzen (lacht). Also wir machen mit unseren Vereinsmitgliedern wieder einen gemeinsamen Ausflug.

Apropos Aufwand. Wie lange bereitet die Steinitzer Jugend das Pfingstfest vor?
Nach dem Fest ist vor dem Fest. Wir haben jetzt schon erste Kontakte zu Künstlern geknüpft, die im nächsten Jahr am Pfingstsonntag auftreten könnten. Wer das sein wird, bleibt natürlich noch ein Geheimnis. Mit dem direkten Aufbau des Festzeltes und der Gestaltung des Veranstaltungsortes beginnen wir meist eine Woche vor Beginn des Pfingstfestes.

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