Premiere beim Zoobummel

Montag, 26. Dezember 2011

Weihnachtlich bemützt ließ sich die wenngleich schneefreie, so doch deutlich fühlbare Kühle gut ertragen.
Weihnachtlich bemützt ließ sich die wenngleich schneefreie, so doch deutlich fühlbare Kühle gut ertragen.

Am Tropenhaus begann gestern die Weihnachts-Führung im Hoyerswerdaer Zoo – so wie seit Tierparkfreundgedenken. Doch dann ging es statt zu den Exoten, deren Haus-Klima die wintergekühlten Brillengläser der Besucher sonst minutenlang mit trübendem Beschlag undurchsichtig machte, gleich zur Fischotter-Anlage. Zoologin Kathrin Witzenberger stellte ihren Premieren-Rundgang nicht so sehr unter das Motto des Anekdotischen, wie es der langjährige Zoo-Direktor Dr. Werner Jorga (schöpfen könnend aus einem schier unendlichen Erfahrungsschatz) seinerzeit gern getan hatte. Sie erklärte vor allem, was sich laut „Masterplan“ im Zoo Hoyerswerda baulich in der Zukunft tun soll. Da wird, bildlich gesprochen, kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, wenn die Zoo-Welt neu geordnet wird (Europa-, Afrika-, Asien-Anlage) und ein zentrales Wirtschaftsgebäude die  bislang über das Gesamt-Gelände verteilten vielen kleinen Stationen ablösen soll.

Viele Zoo-Bewohner werden umziehen müssen – aber das muss ja nicht von Nachteil sein, wen die Gesamt-Anlage damit eine Aufwertung erhält. „Der Zoo Hoyerswerda ist schon jetzt schön, aber wenn er dann so aussehen wird, wie geplant, wird er wunderschön, ist sich Kathrin Witzenberger sicher. Dem schlossen sich die Zoo-Liebhaber gerne an, wenngleich es auch manch gelinde Skepsis gab, die Heinz Auerswald auf den Punkt brachte: „Sicher ist zur Zeit wohl nur die neue Bären-Anlage; die baut der Zoo selbst, da ist auch das Geld da. Doch alle anderen Pläne werden wohl noch ein Stück Arbeit, Organisation und politischen Willen der Stadt erfordern. Aber dabei sei Ihnen viel Glück gewünscht.“

Zwischen diesem kleinen Fazit und dem Auftakt am Tropenhaus lagen anderthalb Stunden, die mit Tier-Fütterungen Sehenswertes boten, den Zuhörer klüger werden ließen. So erfuhr man, dass die Tiger-Schwestern Raja und Irina sich „verkracht“ haben, daher stets nur ein Tier auf der Frei-Anlage zu sehen ist. „Wir hoffen, eine der Katzen gegen einen verträglichen Kater tauschen zu können.“ Dann gäbe es zum nächsten Dezember-Zoospaziergang auch Beispielsweise in Sachen Fischotter: der hat mit 80 000 Fell-Haaren je Quadratzentimeter einen der dichtesten Pelze der Tierwelt (der Mensch bringt’s gerade mal auf 600). Oder: Auch Panther, die schwarzen Leoparden, sind gefleckt – aber „Ton in Ton“, außerdem kommen sie nur in Asien vor, nicht aber in Afrikabei Tigers wieder Weihnachtsharmonie.

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