Österliches Frühlingserwachen in der Lausitzhalle

Montag, 31. März 2014

Werner Zaroba aus Hoyerswerda bewies den Besuchern in der Lausitzhalle, dass es rund um das Osterei auch lustig zugehen kann.
Werner Zaroba aus Hoyerswerda bewies den Besuchern in der Lausitzhalle, dass es rund um das Osterei auch lustig zugehen kann.

Von Jost Schmidtchen

Frühling lässt sein blaues Band streifen durch die Lausitzhalle und das Land“– mit diesem etwas abgewandelten Zitat aus einem bekannten Gedicht Eduard Mörikes eröffnete Hoyerswerdas Kulturbürgermeister Thomas Delling (SPD) am Sonnabend den 20. Ostermarkt, der kurz vor einem weiteren Jubiläum, nämlich 30 Jahre Lausitzhalle, stattfand. „Ostern, das sind in der Lausitz die schönsten Tage im Jahreslauf“, so Thomas Delling, und er freute sich darüber, dass erneut über 20 Ostereierverzierer gekommen waren. Zugegen auch wieder zahlreiche Handwerker und Künstler anderer Genres. Die Kinder der „Witaj“-Kita „Lutki-Haus“ aus Zeißig bestritten zugleich den kulturellen Auftakt mit einem bunten Bühnenprogramm zur Osterzeit. Die Besucher erlebten sorbische und deutsche Gedichte, Lieder und Tänze, liebevoll vorgestellt von den Jüngsten.

20 Jahre Ostermarkt in der Lausitzhalle, das bedeutete, auf Spurensuche zu gehen, wer ebenso lange auch dabei ist. Drei Künstler wurden ausfindig gemacht: Das sind die Ostereierverziererinnen Erika Röseberg aus Weißwasser, Sylvia Panoscha aus Schleife und David M. Havetta aus der Slowakei. Die eigentliche vierte im Bunde, die sorbische Volkskünstlerin Sigrid Bolduan aus Klein Loitz, konnte krankheitsbedingt ausgerechnet beim Jubiläumsostermarkt leider nicht dabei sein.

Schaut man in die folgende „Ehrengalerie“, wird deutlich, dass nach dem Erfolg des ersten Ostermarktes 1995 sich das Konzept lausitzweit herumsprach, was zur Folge hatte, dass es fortan etliche Künstler und Handwerker in die Lausitzhalle zog. Zu ihnen gehört Familie Pluta aus Weißwasser, in der alle Generationen Eier verzieren. Familie Pluta gibt es seit 1996 in Hoyerswerda: im Wechsel der Vater mit den Söhnen Simon aus Bad Muskau – am Wochenende war Sohn Martin mit Ehefrau Anja in der Lausitzhalle. Auf den Zug des Ostermarktes sprangen 1996 auch Werner Wassermann aus Ebersbach mit seinem textilen Handdruck auf sowie die Glasmalerin Renate Müller aus Uhsmannsdorf und die Bäckermeisterin Michaela Köhler aus Bröthen/Michalken. Solange gibt es auch die beliebten Pfannkuchenosterhasen, die mittlerweile neben den verzierten Ostereiern wohl Platz zwei der Verkaufsrangliste beim Ostermarkt in der Lausitzhalle einnehmen.

Nicht alle Aussteller und Teilnehmer haben Buch geführt, aber feststeht, dass auch die Spreewälder Ostereierverziererin Helga Kalus aus Vetschau, Werner Zaroba aus Hoyerswerda und die Pfefferküchlerei Handrick aus Pulsnitz schon sehr, sehr lange mit von der Partie sind.
 

Dieser Mix des Ostermarktes hat über die Jahre viele Freunde gefunden, wie TAGEBLATT auch von Familie Richter aus Haasow bei Cottbus erfuhr: „Wir waren schon oft hier und kommen immer wieder gern. Der Ostermarkt ist mit seiner Verbindung von österlicher Kunst, Kultur und Handwerk einmalig in der Lausitz. Hier gibt es alles zu sehen und zu erleben, was die Region zu Ostern sich wünscht“. Neben denen aus der „Ehrengalerie“gab es beim Ostermarkt auch „Neueinsteiger“: Anika Liebers aus Plauen präsentierte von der „Holzgestaltung Marcel Schmidt“ aus eigener Kreation Holzstecker für Blumentöpfe- und Beete. Alles vorgefertigt und zugeschnitten zum Selbstbemalen für Groß und Klein.

Die Osterangebote zeigten sich in vielen Facetten: Holzbildhauerei, Holzspielzeug, unzerbrechliche Holzeier, Osterhasen aus Heu, in Schokolade, aus Glas und in Plauener Spitze sowie in österlicher Keramik. Familie Tanz aus Hoyerswerda meinte: „Das ist ein lebendiger Ostermarkt, der allen Wünschen gerecht wird. Alle unsere Verwandten sind heute hier, sogar der Uropa aus Schwarze Pumpe. Da kommen die Enkel und Urenkel natürlich auf ihre österlichen Kosten, wie man so schön sagt. Besondere Freude hatten sie an den Osterlämmern und den Kaninchen. Schöner kann die Vorosterzeit wirklich nicht sein als hier in der Lausitzhalle.“ – Das Besucherlob war groß.

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