Noch vier Tage bis zum Straßentheater

Mittwoch, 01. Juli 2015

Das Straßentheaterfest, hier eine Darbietung auf dem Schwarzen Markt, zieht jedesmal Tausende begeisterte Zuschauer an.
Das Straßentheaterfest, hier eine Darbietung auf dem Schwarzen Markt, zieht jedesmal Tausende begeisterte Zuschauer an.

Von Mirko Kolodziej

Mit dem Titel „Verwunschene Orte“ hatte Hoyerswerdas KulturFabrik im Jahr 2009 ihr Jahresprojekt überschrieben. Es ging darum, verödete oder wenig genutzte Plätze und Gebäude „wachzuküssen“. Das zugehörige Logo zeigte deshalb auch einen Frosch. Damals wurde auch die Idee geboren, mittels Freiluft-Theater auf das leerstehende Gebäude an der Braugasse 1 hinzuweisen. Als Anhängsel ans Görlitzer Straßentheater-Fest „ViaThea“ war Hoyerswerdas „Braugassen-Theater“ geboren. Am Sonntag gibt es auf dem und rund um den Markt Auflage Nummer sieben. Folgende Künstler sind eingeladen:

The Bombastics
Mit Kontrabass, Ukulele und Akkordeon sind Doris Friedmann, Thomas Münzer und Jürgen Demont für gewöhnlich unterwegs. Sie versprechen „clowneskes Chaos“, bestehend aus Musik, Beat und Spaß. „Die drei international gefeierten Musikclowns bringen mit witzigen Coverversionen bekannter Lieder jedes Publikum zum Feiern“, kündigt die KuFa die drei Künstler aus Rheinland-Pfalz an.

Shiva Grings
Der Freiburger (großes Foto) ist dem Hoyerswerdaer Publikum kein Unbekannter. Nachdem er 2011 beim dritten Braugassen-Theater zu Gast war, stand über ihn im TAGEBLATT: „Shiva Grings ist vom Publikum förmlich gefeiert worden.“ Der Performance-Künstler tourt seit 1998 durch Europa, ist in Russland, Norwegen und Österreich ebenso aufgetreten wie in Italien, Spanien oder Irland. Ein Kritiker bezeichnete Shiva Grings einmal als „Könner der komischen Improvisation“. Am Sonntag ist er mit seiner neuesten Show namens „Trash“ in Hoyerswerda. Im Mittelpunkt stehen Müll und Armut. Shiva Grings selbst spricht von einem naiv-freudigen Spiel mit der Welt, in der wir leben.

Theater Rue piétonne
Die deutsch-französische Truppe besteht schon seit mehr als zwanzig Jahren. Ihr Name bedeutet übersetzt etwa „Theater in der Fußgängerzone“. Das Theater Rue piétonne bezeichnet sich selbst als „Die Faltenkünstler“. Ob mithilfe flexibler Röhren oder mithilfe von Papier – im Mittelpunkt der Darstellungen steht meist der Umgang mit Umweltproblemen. Reflexion, Spaß, Magie und Staunen sollen sich bei den Auftritten der Gruppe mischen, heißt es. Zutaten seien Bewegungs- und Maskentheater, Schauspiel, Komik, Poesie und die Schlichtheit des eingesetzten Materials. „Das Theater piétonne kommt mit einem Hirten, der trotz seiner Größe mit seiner eigensinnigen Herde aus Röhrentieren alle Hände voll zu tun hat“, macht die KuFa neugierig. Kein Wunder eigentlich. Im Stück „Die Herde“ geht es um das, was Tiere eben so tun, nämlich fressen, schlafen und ihren Hirten mit diversen Reibereien untereinander um seine Ruhe bringen.

Peter Till
Große Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird sicher das kleine, blaue Gefährt, mit dem der Dresdener (kleines Foto oben) unterwegs ist. Musik auf Rädern bietet nämlich sein „Universal-Druckluft-Orchester“. Der 56-jährige „Musikmaschinist“ ist gelernter Werkzeugmacher und seit 1981 freiberuflicher Musiker. Für sein Mobil, einen Mercedes-Sprinter mit dem druckluftgetriebenen Instrumentarium, hat er bereits 1998 einen Erfinderpreis bekommen. Gespielt hat Peter Till beim Semperopernball in seiner Heimatstadt Dresden ebenso wie beim Bundespresseball in Berlin oder auch beim Festival „Rhein in Flammen“. Das Repertoire von Musikmaschine und Künstler basiert auf unterschiedlichsten musikalischen Genres. „Bekannte, beliebte und fast vergessene Melodien werden überzuckert und bekommen ihren einzigartigen Charakter“, beschreibt Till selbst.

Andreas Grund
Das Programm des Berliners heißt „Monsieur macht ... Kunst!“. Der Artist und Clown sagt, er wolle versteckte Komik sichtbar machen. Auf Fotos von Andreas Grunds Performance sieht man unter anderem ein Schlappseil, Leitern, Keulen und Luftballons. Allerdings reist er nicht allein an. Als Begleitung bringt Grund die Pianistin Nora Born mit. Die Musikerin untermalt den Auftritt mit Hilfe ihres „Koffer-Flügels“. Die beiden Künstler sind oben auf dem kleinen Foto unten zu sehen.

Tarsius-Theater
Bereits zweimal waren die Zittauer zu Gast in Hoyerswerda, nämlich 2009 und 2013. Man erinnert sich an Clowns-Gesichter beziehungsweise merkwürdige Ganzkörperanzüge. Was die Amateur-Theatertruppe diesmal im Repertoire hat, ist laut KuFa eine Überraschung.

DrumTastic
Eines darf beim Hoyerswerdaer Straßentheater auf keinen Fall fehlen: Trommelmusik ist bereits so etwas wie Tradition. Am Markt zu erleben waren in den vergangenen Jahren „Los Pepinos“ aus Cottbus oder „FassBar“ aus Dresden ebenso wie „Balumuna“ aus Zittau. Die Trommler von Ausgabe Nummer sieben haben Heimvorteil und sich vor zehn Tagen bei der Fête de la musique auch schon warmgetrommelt. Es handelt sich um die KuFa-eigene Trommelgruppe um Chris Spencer, die sich seit Monaten regelmäßig trifft. Inzwischen hat sie sich auch einen Namen gegeben. Die Trommler firmieren unter „DrumTastic“.

Das Straßentheaterfest beginnt am Sonntag um 14 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt aber wieder Sponsoren-Aufkleber. Für Kinder werden Mitspiel-Aktionen angeboten.

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