New Sealand Festival startet 2017

Dienstag, 08. Dezember 2015

Das Seenlandfestival 2013 lockte knapp 20 000 Besucher an den Partwitzer See, war aber ein finanzielles Desaster für die Lausitzhalle Hoyerswerda als Veranstalter.
Das Seenlandfestival 2013 lockte knapp 20 000 Besucher an den Partwitzer See, war aber ein finanzielles Desaster für die Lausitzhalle Hoyerswerda als Veranstalter.

Von Ralf Grunert

Knapp 20 000 Besucher und ein Millionen-Defizit gab es beim ersten und bislang einzigen Seenland-Festival am Partwitzer See im Jahre 2013. Nun ist klar, dass weitere Festivals folgen werden. Im kommenden Sommer wird es eine Art Probelauf geben, im Jahr 2017 soll es dann ernst werden - mit dem New Sealand Festival.

Am Montag wurde in Bergen der neue Festival-Veranstalter vorgestellt. Es handelt sich um die in Schmölen bei Leipzig beheimatete Firma BLT-Sonnek GmbH. Diese war im Ergebnis einer gemeinsamen Ausschreibung der Städte Hoyerswerda und Senftenberg sowie der Gemeinde Elsterheide unter letztlich drei verbliebenen Bewerbern ausgewählt worden. „Wir suchten eine realisierbare Projektidee und jemanden, der Erfahrung mit der Durchführung von Großveranstaltungen hat“, ließ Hoyerswerdas OB Stefan Skora bei der Vertragsunterzeichnung in Bergen wissen.

Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark freute sich über den „länderübergreifenden Schulterschluss“ und sprach von einem „Festival, das von klein auf wachsen und sich einen Namen machen soll“. Der Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich schließlich betonte, dass es wichtig sei, die Marke Seenland-Festival zu etablieren. „Die Entscheidung, das über eine private Firma zu machen, ist richtig.“ Dabei ging es den an der Ausschreibung beteiligten Kommunen um Nachhaltigkeit und Sicherheit, so der Hoyerswerdaer Bürgermeister Thomas Delling, aber auch darum, einen Partner zu finden, der „uns für längere Zeit zur Seite steht“. Daher ist das nun vereinbarte Engagement der BLT-Sonnek GmbH für einen noch offenen Zeitraum ausgelegt.

Mit der Durchführung eines Festivals betritt die BLT-Sonnek GmbH Neuland, wie von Geschäftsführer Dirk Sonnek zu erfahren war. Seine Firma, die für Großveranstaltungen das technische Equipment von der Beschallung bis zum Bauzaun stellt, seit Jahren in das Leipziger Stadtfest involviert und ansonsten hauptsächlich im mitteldeutschen Raum tätig ist, hat dafür mit Eik Hofmann seit einigen Monaten auch einen Experten in ihren Reihen. Dieser hält die konzeptionellen Fäden in der Hand.

Er skizzierte den Zeitplan der Aktivitäten der BLT-Sonnek GmbH auf dem Festival-Gelände am Partwitzer See. So wird es ein mehrtätiges Festival geben, allerdings erst Anfang Juli 2017. Bereits im kommenden Jahr ist ein Ein-Tages-Open-Air mit elektronischer Dance-Music an gleicher Stelle geplant. Hierfür steht der Termin mit dem 9. Juli bereits fest. „Anfang des Jahres werden wir in die Werbung gehen“, kündigte Eik Hofmann an und sprach von 2 000 bis 3 000 Besuchern, die dazu erwartet werden. Der Veranstalter will nicht sehr viel mit besonderer Technik und großen Namen von Künstlern agieren, sondern setzt auch auf das besondere Flair des Festival-Geländes im Lausitzer Seenland.

Das hat Ausstrahlung auch in die Nachbarländer Polen und Tschechien. Dort sieht Eik Hofmann Potenzial, das mit gezielter Werbung erschlossen werden kann. Dazu soll eine neue Marke entwickelt werden. Aus dem Seenland-Festival, so kündigte er an, wird das New Sealand Festival. „Das wird ein reines elektronisches Festival mit mehreren DJs auf der Bühne.“ Die Zielgruppe sind junge Leute im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. „Wir wollen regional und überregional bekannte DJs an den Partwitzer See bringen.“ Ohne große Namen aus der DJ-Szene wird der neue Festival-Veranstalter auf Dauer nicht auskommen. „Erst wenn wir der Meinung sind, dass das auch finanzierbar ist, wird es das geben.“ Denn das finanzielle Risiko trägt zu 100 Prozent die BLT-Sonnek GmbH.

„Mein Anspruch ist es nicht, das schnelle Geld zu verdienen“, stellte Dirk Sonnek klar. „Mir geht es vielmehr darum, etwas zu gestalten, etwas für die Nachwelt zu hinterlassen und auch etwas für die Mitarbeiter in meinem Unternehmen zu tun.“ Dass dieses Unternehmen so breit aufgestellt ist, dass es nicht nur von solchen Festivals leben muss, war nach Auskunft von Thomas Delling ebenfalls ein Auswahlkriterium. „Ob es machbar ist, wie wir uns das vorstellen, werden wir sehen“, sagte Dirk Sonnek und fügte augenzwinkernd hinzu: „Seien Sie neugierig auf das, was da kommt.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben