Nächster Halt: Lausitzer Seenland

Mittwoch, 04. Dezember 2013

Der unter dem Namen „Ferkeltaxe“ bekannte Triebwagen der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde, hier beim Halt in Bernsdorf, wird von Dresden aus ins Seenland fahren.  Foto/Archiv: bdr
Der unter dem Namen „Ferkeltaxe“ bekannte Triebwagen der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde, hier beim Halt in Bernsdorf, wird von Dresden aus ins Seenland fahren. Foto/Archiv: bdr

Viereinhalb Jahre ist es her, dass der Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel und sein damaliger Wiednitzer Amtskollege Gottfried Jurisch begonnen haben, die Werbetrommel für eine Zugverbindung zwischen Dresden und dem Lausitzer Seenland zu rühren. Zum Tag der Sachsen 2011 wurde mit einem zeitweiligen Personenzugverkehr zwischen Kamenz und Senftenberg ein Etappenziel erreicht. Im kommenden Jahr wird es erstmals eine Verbindung über Kamenz, Bernsdorf und Wiednitz ins Brandenburgische und nach Hoyerswerda geben. An acht Wochenenden im Sommer geht die Seenlandbahn von Dresden-Neustadt aus auf Tour.

Über die Details dieses länderübergreifenden Projektes wurde gestern bei einer Pressekonferenz in Bernsdorf informiert. Mit acht spannenden Erlebnisfahrten soll für interessierte Menschen speziell aus dem Raum Dresden ein Angebot unterbreitet werden, auf einfache Weise das Lausitzer Seenland kennenzulernen. „Unser Ziel ist es, dass die Leute möglichst viel sehen und erleben und mit einem guten Gefühl wieder nach Hause fahren“, erklärte Kathrin Winkler, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland. „Es geht nicht nur um eine Eisenbahnverbindung. Es geht um Angebote, die nicht vergleichbar sind. Es geht um etwas ganz Spezielles“, hatte zuvor schon Frank Neubert, der Chef der Wirtschaftsförderung im Senftenberger Rathaus deutlich gemacht.

Dazu haben sich die am Projekt beteiligten Kommunen und Verbände Experten mit ins Boot geholt. So werden die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde den Zugverkehr abwickeln. Unterweg sein wird der historische Triebwagen, der vielen auch als „Ferkeltaxe“ ein Begriff ist. Pro Tour können mit diesem ganz bequem 70 Fahrgäste befördert werden. Nach dem Start um 8.30 Uhr in Dresden-Neustadt und einem Stopp zur „Grenzkontrolle“ zwischen Sachsen und Brandenburg in Wiednitz dauert die Fahrt bis Senftenberg 85 und bis Hoyerswerda 95  Minuten, war von Alfred Simm zu erfahren. Der Vorsitzende der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde hat auch eine Variante in petto, sollte die Nachfrage größer als die Kapazität des Triebwagens samt Hänger sein. Dann schickt der Verein die Diesellok samt Wagen auf die Strecke. In dieser Kombination können etwa 140 Leute reisen. „Da sind wir flexibel.“

Ebenso flexibel sind auch die beiden im Seenland beheimateten Reiseveranstalter iba-tours aus Großräschen und „Land & Leute“ aus Hoyerswerda, von denen jeweils vier Erlebnistouren (siehe Kasten) zusammengestellt wurden. „Sollten tatsächlich mehr als 70 Personen auf einer Tour buchen, werden wir uns Alternativen überlegen“, erklärte Sören Hoika von iba-tours.

Mit den Erlebnistouren „wollen wir speziell Familien und die Generation 50 Plus erreichen“, meinte Kathrin Winkler. Der Tourismusverband hat am Montag unter dem Slogan „Nächster Halt: Lausitzer Seenland“ die Werbekampagne gestartet. 160 Plakate werden zwei Wochen lang in Dresdener Straßenbahnen zum Buchen einer Erlebnistour ermuntern. „Wir wollen das Weihnachtsgeschäft mitnehmen.“ Im Januar wird ein achtseitiges Faltblatt herausgegeben. Veröffentlichungen im Ferienjournal Lausitzer Seenland 2014 und im Katalog der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde sowie die Präsentation bei mehreren Publikumsmessen in Dresden folgen.

Zwischen 50 000 und 60 000 Euro wird das Seenlandbahn-Projekt die Initiatoren kosten. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes interessiert und in der Finanzierung von Tourismusprojekten engagiert ist, wie Vorstand Ulrich Franzen gestern meinte, ist ebenso ein Förderer, wie das auf dem Energieversorgungssektor tätige Unternehmen DanPower. Dessen Geschäftsführer Dr. Hartmut Liebisch ließ wissen, dass sein Unternehmen einen Jahresumsatz von 150 Millionen Euro erwirtschafte, mit Schwerpunkt in der hiesigen Region.
Und auch der Freistaat Sachsen „begrüßt und unterstützt“ das Seenlandbahn-Projekt, weil eine funktionierende Zusammenarbeit im Seenland für wichtig erachtet wird, wie der Landtagsabgeordnete Frank Hirche (CDU) gestern betonte.

Die Teilnahme an jeder der acht Erlebnistouren mit der Seenlandbahn kostet für Erwachsene 69 Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen 10 Euro weniger. Seit gestern sind die Ausflüge via Internet buchbar.
web  www.seenlandbahn.de / www.iba-tours.de

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