Mittelalterliche Burg verzaubert das Lausitzer Seenland

Dienstag, 11. September 2012

Die Mortkaer Burg ist eine imposante Erscheinung. Der Zugang erfolgt über eine Zugbrücke.
Die Mortkaer Burg ist eine imposante Erscheinung. Der Zugang erfolgt über eine Zugbrücke.

Fest eingeprägt hat sich dem Lohsaer Bürgermeister Udo Witschas der Moment, als Dr. André Jakubetz eines Tages vor ihm stand und erklärte, er wolle eine Burg bauen. „Wo?“, wollte der perplexe Bürgermeister wissen. In Mortka.
Das war im Jahre 2006 gewesen. Sofort wusste Udo Witschas, dass Probleme ins Haus stehen. „Dieses abwegige Vorhaben wird keine Zustimmung und Unterstützung erhalten“, bekam André Jakubetz einen ersten Behörden-Bescheid, erinnert sich der heute 54-Jährige. „Und ich wurde gefragt, warum ich so eine Spinnerei unterstütze“, ergänzte der Bürgermeister.

Beide ließen sich jedoch nicht abschrecken. „Es war sogar eher ein Ansporn, es zu verwirklichen“, so der Mortkaer, der gestern und damit sechs Jahre nach dem ersten Anlauf Medienvertreter eingeladen hatte, um seine fast fertiggestellte Burganlage zu präsentieren. Am kommenden Sonntag bekommt dann die Bevölkerung Gelegenheit zum Blick hinter die Burgmauern.

Seit der Baugenehmigung im Jahre 2008 wurde in Mortka ein Bauwerk aus dem Boden gestampft, das der Gemeinde Lohsa „zu einem Alleinstellungsmerkmal und in der Zukunft zu einem regen Zuspruch durch Besucher“ verhilft. Davon ist Udo Witschas überzeugt. Inzwischen wohl auch die seinerzeit so ablehnend reagierende Behörde, aus der in der Realisierungsphase des Projektes ein wohlwollender Begleiter wurde, wie Bürgermeister und Bauherr betonen.

Die neue Burganlage ist das Herzstück der „Freizeitoase Mortka“, ließ André Jakubetz wissen. Neben dem Silberseehaus, in dem es ebenso wie in der Burg Ferienwohnungen gibt, gehört auch ein Radwanderrastplatz dazu. In diesem finden Touristen nicht nur Toiletten und Duschen, sondern auch Übernachtungsmöglichkeiten. Zwei Räume für jeweils bis zu vier Personen können gebucht werden. Sie sind günstiger zu haben als Übernachtungen in der Burg. Für Letztere nannte Dr. Jakubetz gestern einen Betrag von 79 Euro. „Wir befinden uns nun mal nicht in Dresden.“

Drei Ferienwohnungen in der Burg werden bis zum Eröffnungssonntag fertigestellt sein, eine weitere folgt wenig später. Erste Buchungen gibt es bereits, auch für eine Hochzeitfeier, wie der Burgherr sagte. Möglicherweise werden auf der Burg Mortka in Zukunft sogar Eheschließungen möglich sein. Die Gemeinde wird sich jedenfalls bemühen, das zu ermöglichen, kündigte der Bürgermeister an.

Die Idee, in Mortka eine Burg zu errichten, hat sich langsam entwickelt, blickt Dr. Jakubetz, der im Dorf eine Zahnarztpraxis betreibt, zurück. Den Anstoß hatte der Schutt- und Geröllhügel auf seinem Grundstück gegeben. Als er die Granitblöcke darin entdeckte, überlegte er, was sich damit anstellen lässt. Eine aus diesen Blöcken gestaltete Ruine war ihm zu wenig. „Dann ist der Gedanke gereift, eine Burg zu bauen.“ Nach dem Vorbild der Burg, die bis 1327 anstelle des heutigen Schlosses in Hoyerswerda stand, ehe sie abbrannte.

Das Baumaterial stammt aus diversen Abrissobjekten in der näheren Umgebung. Was sich verwenden ließ, hat er geborgen und aufgearbeitet. „So gut wie jedes Teil in dieser Burg hat schon ein erstes Leben gehabt“, so formuliert er es. Über konkrete Baukosten mag Dr. Jakubetz nicht sprechen. „Die Burg hat viel physische Kraft und finanzielle Mittel gekostet. Es ist ein Netzwerk nötig, um so etwas zu verwirklichen“, erklärte er. Die Burg selbst wurde komplett von ihm finanziert. Für den Radwanderrastplatz gab es ILE-Fördermittel.

Der Radwanderrastplatz wird in Zukunft auch jederzeit Touristen offen stehen. Die Burg allerdings kann nur betreten werden, wenn sie keine Feriengäste beherbert. Und im Jahresverlauf wird es bestimmte Events geben, zu denen die Öffentlichkeit Zugang zu diesem einzigartigen Kleinod bekommt. Der Tag der offenen Tür am Sonntag macht den Anfang.
mail  www.freizeitoase-mortka.de

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Kommentar von Hahn |

Hallo, wir sind begeistert. Haben von einer Freundin von der Burg gehört und unser nächster Ausflug wird nach Mortka sein.
Hut ab vor solchen Leuten, die so etwas noch auf die Beine stellen. Hut ab auch vor dem Bürgermeister welcher nicht gleich "nein und ach und aber wenn" geschriehen hat. Die regierende Behörde sollte sich schämen dem gendgegengewirkt zu haben. Jetzt, wenn die Sache läuft und Nutzen bringt sehen sie es ein. Mut zum ja-sagen und den Mann zu unterstüzen, das wäre Stärke gewesen.
Wir wünschen Euch viele viele Gäste und Besucher. Macht weiter so!!!!!!!!!!!!!
Liebe Grüße Fam. Rolf Hahn aus Dauban