Mit Vergänglichkeit konfrontiert

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Diakon Bernhard Matko (rechts) hat sein Amt als Klinikseelsorger an seinen Nachfolger Manuel Henning übergeben.
Diakon Bernhard Matko (rechts) hat sein Amt als Klinikseelsorger an seinen Nachfolger Manuel Henning übergeben.

Von Raphael Schmidt

Besonders feierlich wurde es kürzlich im Andachtsraum des Lausitzer Seenland-Klinikums. Menschen schleppen Stühle herbei. Jörg Scharfenberg, einer der beiden Geschäftsführer des Hauses, packt selbst mit an, um eine Bank in den Raum zu tragen. Einige der fast 60 Menschen werden dennoch stehen müssen beim Gottesdienst, in dem Diakon Bernhard Matko sein Amt als Klinikseelsorger an seinen Nachfolger Manuel Henning übergibt. Matko geht in den Ruhestand, Henning wird von Domvikar Markus Kurzweil, dem Seelsorgeamtsleiter des Bistums Görlitz, für seinen Dienst gesegnet. Zuvor, in seiner Predigt, spricht der Domvikar von „Krankheit als Krise des ganzen Menschen“. Kranke würden mitunter plötzlich, mit der eigenen Endlichkeit und Vergänglichkeit konfrontiert.

"Gerade in einer Zeit und Gesellschaft, die sich vor allem über Gesundheit, eine Vorliebe für körperliche Schönheit und Leistungsfähigkeit identifiziert, ist die Krankheit und ist der Tod oft das Einzige, was uns erschüttern kann. Dabei spielt es oft auch keine Rolle, ob es dabei um die eigene Krankheit geht oder aber um die Krankheit oder sogar den Tod eines mir lieben Menschen“. Nöte wahrnehmen – und dies nicht nur bei Patienten und Angehörigen, sondern auch bei Ärzten und Pflegepersonal, sei wichtig. „Es ist kein Geheimnis, dass viele Mitarbeiter in ihrem Dienst an dem Menschen oft bis an ihre Grenzen und auch darüber hinausgehen“, sagte Kurzweil. Dabei sei die „Krankenhausseelsorge keine ,Warte-Seelsorge‘, sondern stets eine ,Geh-hin-Seelsorge‘ - getreu dem Wort Jesu, das bei Matthäus (25,36) steht: „Ich war krank und ihr habt mich besucht“. 

Nach dem Gottesdienst wurde Diakon Matko von der Klinikleitung, Ärzten, Pflegekräften und weiteren Mitarbeitern des Hauses sowie Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft verabschiedet und sein Nachfolger willkommen geheißen. Geschäftsführer Jörg Scharfenberg sagte unter anderem: „Dass so viele Menschen gekommen sind, zeigt die Wertschätzung, die Sie, lieber Herr Matko, in diesem Haus genießen. Sie haben hier als Krankenhausseelsorger eine wichtige und nicht wegzudenkende Aufgabe geleistet. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, Ihre Herzenswärme, vor allem für Ihre Menschlichkeit.“ Lars Markewitz, der zweite der beiden Geschäftsführer, übergab Diakon Matko einen: „Gutschein für ein Wellnesswochenende mit Ihrer Ehefrau“.

Pfarrer Hanns-Christoph Richter, der evangelische Klinikseelsorger, bringt seinen Dank in Reimen, die so beginnen: „Seelsorge wirkt meist ganz verborgen. Da kommen Menschen mit ihren Sorgen, die sie oft keinem anvertrauen, die Wege – die gar vielen grauen – doch dann kommt einer, der hat Zeit – zu hören ist er gern bereit …“. Zeit haben, das ist eine sehr wichtige Aufgabe eines Klinikseelsorgers. 

Bernhard Matko gab seinem Nachfolger Manuel Henning für seinen Dienst Worte des Heiligen Franz von Assisi mit auf den Weg, die lauten: „Beginne mit dem, was notwendig ist, dann tue dein Möglichstes, und plötzlich wirst du das Unmögliche vollbringen“.

 

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