Letzte Handgriffe vor der Neueröffnung

Montag, 24. August 2015

Probeeindecken und Farbencheck: Jana und Paul Penk eröffnen am Wochenende die Gaststätte auf dem Schwarzkollmer Dorfplatz neu. Das junge Ehepaar ist voller Tatendrang und freut sich darauf, loslegen zu können. Foto: G. Menzel
Probeeindecken und Farbencheck: Jana und Paul Penk eröffnen am Wochenende die Gaststätte auf dem Schwarzkollmer Dorfplatz neu. Das junge Ehepaar ist voller Tatendrang und freut sich darauf, loslegen zu können. Foto: G. Menzel

Von Anja Wallner

Blaue Servietten oder doch lieber weiße? Beide passen gut zu dem hübschen blauen Geschirr mit rotem Rand, das in der örtlichen Töpferei geschaffen wurde. Das Zusammenspiel der Farben und Gedeckvarianten probieren, das gehört für Jana und Paul Penk in diesen Tagen zu den vielen kleinen Handgriffen, die noch notwendig sind, bevor sie die Gaststätte am Schwarzkollmer Dorfplatz am Wochenende neu eröffnen werden: am Freitag für geladene Gäste, am Samstag ab 11 Uhr für die hoffentlich hungrige und durstige Öffentlichkeit.

Der Welzower Bergbautourismusverein als neuer Betreiber hat damit das im Juni in der Ortschaftsratssitzung genannte Ziel erreicht, die Gaststätte spätestens im September wieder eröffnen zu wollen (TAGEBLATT berichtete). Damals hatte Vereinsvorstand Siegfried Laumen den Schwarzkollmern Jana und Paul Penk vorgestellt, die nun als Servicekraft beziehungsweise Koch in der Gaststätte tätig werden. Verstärkt werden sie von zwei weiteren, neu eingestellten Mitarbeitern für Küche und Gastraum.

Seit Juni ist im Inneren gewerkelt worden. Unter anderem kamen frische Farbe an die Wände und neue Fliesen in die Küche. Am Tresen glänzt eine neue Bierzapfanlage. Die Elektroinstallationen sind ebenfalls neu, genauso wie die Inneneinrichtung des Gastraumes mit dezenten dunklen Tischen und Stühlen. Am Ende waren in dem fast leeren Haus mehr Handwerkerleistungen vonnöten als anfangs gedacht. „Es war sportlich“, meint Siegfried Laumen. Funktioniert habe alles nur so reibungslos, weil die Gewerke – alle aus der Region – termingerecht gearbeitet hätten.

Koch Paul Penk präsentiert mit sichtlichem Stolz die im Zuge der Umgestaltung wohl größte Investition: die geräumige Küche und den Kühlraum mit neuen, blitzenden Geräten. Mit Elektroherd und Elektrodämpfer. Das Herzstück der Gaststätte. Zum Glühen hat er die Herdplatten schon gebracht und freut sich nun sehr darauf, endlich loszulegen.
Die Fassade des Hauses bekommt ebenfalls einen neuen Anstrich, das wird aber erst nach der Eröffnung etwas.

Apropos: Wo bis vor Kurzem noch das Schild mit dem alten Namen der Gaststätte „Rabenschmaus“ hing, ist jetzt eine Lücke, die in dieser Woche natürlich gefüllt wird. Und was wird auf dem neuen Schild stehen? Die Namensfrage war im Ortschaftsrat diskutiert worden: „Raben-schmaus“ beibehalten? Eine Rückkehr zur „Gaststätte Am Kubitzberg“? Die Welzower entschieden sich – für einen ganz neuen Namen, der sicher ebenfalls diskutiert werden wird: „Zur Rabenmutter“. Aber bevor jetzt der Einwand kommt, „Rabenmutter“ sei doch ein negativ konnotiertes Wort: Würden sich Rabeneltern nicht um ihren Nachwuchs kümmern, dann gebe es wahrscheinlich längst keine Raben mehr. Die Küken sind nämlich hilflose Nesthocker, die von ihren Eltern andauernd gefüttert und gewärmt werden. „Raben sind sehr fürsorglich“, sagt Siegfried Laumen.

Jana Penk, für die ein neuer Name zum richtigen Neuanfang dazugehört, ergänzt, dass man auch die Querverbindung zu Schwarzkollm und Krabat herstellen wollte. In Jurij Brezans Geschichte über die Schwarze Mühle war es schließlich Krabats Mutter, die ihren Sohn aus den Fängen des Müllers befreite. Also von wegen Rabenmutter …

Vierzig Plätze bietet die „Rabenmutter“ maximal, dazu kommen bei schönem Wetter Tische im Freien. Für den normalen Alltag sind im Gastraum 25 Plätze vorgesehen. Wie Gaststätte, Krabatmühle und örtliche Vereine zusammenarbeiten, das werde sich mit der Zeit ergeben, meint Siegfried Laumen. Für ihn und das hoch motivierte Ehepaar Penk zählt: Erst mal anfangen – ändern und umstrukturieren kann man immer etwas. Schwarzkollms Ortsvorsteher Mirko Pink äußerte sich gegenüber TAGEBLATT sehr erfreut, dass wieder Leben in die Gaststätte, die lange leergestanden hat, einzieht.

Womit „füttert“ nun die „Rabenmutter“ ihre Gäste? Mit moderner Küche, die an Traditionen anknüpft, so regional-saisonal wie möglich, beschreibt Siegfried Laumen die „Gratwanderung“. Ein kreativer Koch wie Paul Penk, der auf Dämpfen, Pochieren, eben eine moderne Art der Zubereitung setzt, solle sich „austoben“ können. Und so werden auf der Karte – es gibt eine feste und eine saisonale – Gerichte stehen wie Kartoffelsuppe mit Blutwurstkrapfen oder auch Krustenbraten vom Schweinebauch, der dann aber eher asiatisch gewürzt ist. Das Lachsforellenfilet kommt mit Bohnenkrautpolenta daher und das Kartoffelpüree mit Zitronengras. Ach ja: Einen „Raben-schmaus“ wird es auch geben.

Nach der Eröffnung am Wochenende geht‘s für Jana und Paul Penk übrigens gleich richtig los: Noch im August steht die erste Familienfeier an, und auch für September ist schon gebucht worden. Eine Reservierung für ein Fünf-Gänge-Menü findet sich ebenfalls im Kalender. Und über diesen Vertrauensvorschuss freuen sich die jungen Gastronomen natürlich ganz besonders.

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