Lärmquelle Straße

Dienstag, 15. Oktober 2013

Die Fachleute haben an der Dresdener Straße in Hoyerswerda den Lärm zwar nicht gemessen und berechnet, doch allein das Kopfsteinpflaster und die Bahnstrecke gelten als Indikatoren dafür, dass hier etwas für den Lärmschutz getan werden muss
Die Fachleute haben an der Dresdener Straße in Hoyerswerda den Lärm zwar nicht gemessen und berechnet, doch allein das Kopfsteinpflaster und die Bahnstrecke gelten als Indikatoren dafür, dass hier etwas für den Lärmschutz getan werden muss

Hoyerswerda ist eine vergleichsweise ruhige Stadt. Doch da Lärm als Krankmacher immer ernster genommen wird, widmet man sich auch öffentlich immer stärker den Lärmquellen. Und davon gibt es in Hoyerswerda trotz der gewissen Ruhe einige. Vor allem die Hauptverkehrsstraßen hat die Stadt jetzt mit ihrem Lärmaktionsplan im Visier. Das Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme Dresden (IVAS) hat in Hoyerswerda Verkehrsmengen gemessen, die im Normalfall unproblematisch sind. Allerdings gibt es in der Stadt einen vergleichsweise hohen Schwerlastverkehrsanteil.

Auf der Südstraße (B 96) rollen täglich im Schnitt 10 800 Fahrzeuge, auf der Dresdener Straße (B 97) sind es 9 700, auf der Spremberger Chaussee (B 97) 10 700. Der Anteil schwerer Lkw liegt zwischen knapp 8 und 12 Prozent. Auf den großen Innenstadtstraßen sieht es nicht besser aus. Die Bautzener Allee zwischen Südstraße und Weinertstraße wird täglich von 12 000 Fahrzeugen benutzt, die Weinertstraße zwischen Bautzener Allee und der Klinikumskreuzung von 10 300, freilich sind hier bedeutend weniger Lkw unterwegs.

Dabei fällt die Lärmbelastung für die Anlieger unterschiedlich aus. Am stärksten betroffen sind wohl die Bewohner der Albert-Schweitzer-Straße 32-36. Aber auch im Bereich Elsterbogen ist es laut. Die Messungen und Berechnungen haben ergeben, dass täglich etwa 4 500 Hoyerswerdaer einer Belästigung durch Straßenlärm ausgesetzt sind, davon etwa 950, die nachts mit einem gesundheitlich relevanten Wert von über 55 dB (A) konfrontiert sind. Rund 500 Menschen haben es ganztägig mit über 65 dB (A) zu tun. Entlang der Dresdener Straße (B 97) hat der Freistaat offenbar schon mit privaten Hauseigentümern über Lärmschutz an den Häusern verhandelt. Sechs von 27 Eigentümern haben demnach Lärmschutzfenster in den Schlafzimmern und entsprechende Lüfter einbauen lassen. Der Prozess ist aber wohl noch nicht abgeschlossen.

Große Hoffnungen legen die Planer auf den Bau der Ostumfahrung der B 96. Damit würde sich die Verkehrsbelastung in Zeißig laut der im Lärmaktionsplan veröffentlichten Berechnungen mehr als halbieren, aber auch auf anderen Straßen würde es eine spürbare Entlastung geben.

Unabhängig davon sieht der Lärmaktionsplan weitere Veränderungen vor. Was den stadtinternen Verkehr anbelangt, soll die Fortbewegung zu Fuß, per Rad oder mit dem Bus attraktiver gestaltet werden, um Verkehr an sich zu minimieren, was ja auch dem Ansinnen der Ostumfahrung entspricht. Es gibt die Überlegungen, die Kreuzungen an der Görlitzer und der Bautzener Brücke jeweils zum Kreisverkehr umzubauen, um den Verkehrsfluss flüssiger zu gestalten.

Für die Spremberger Brücke dachten die Planer an den Bau einer weiteren Brücke, die die B 97 aus Richtung Cottbus mit der B 96 Richtung Senftenberg wie eine Spange verbindet. Das war allerdings im Rahmen des Baus eines Autobahnzubringers zur A 13 gedacht, der es nach Erarbeitung des Lärmaktionsplans allerdings nicht mehr in den Bundesverkehrswegeplan geschafft hat (TAGEBLATT berichtete). Diese Projekte sind ebenso Zukunftsmusik wie die Erneuerung einiger Straßen unter der Verwendung von Flüsterasphalt.

Ein solcher lärmoptimierter Asphaltbeton wurde beispielsweise beim Bau der Elsterstraße zwischen Spremberger Brücke und Shell-Tankstelle eingesetzt. Davon können derzeit die Anlieger der Dresdener Straße zwischen Bahnübergang und B 97 nur träumen. Allerdings wird die Straße, wenn sie denn irgendwann erneuert wird, sicher in Asphalt ausgeführt werden. Was bei der Friedrichsstraße und der Straße am Lessinghaus aus städtebaulichen Gründen wohl nicht der Fall sein wird. Handlungsbedarf wird auch bei der Weinertstraße gesehen, deren Betonfahrbahn einen schlechten Zustand aufweist. Und die B 97 vom Stadteingang aus Richtung Bernsdorf bis zur Adlerkurve harrt ebenfalls der Erneuerung.

Mit geringen Kosten ließen sich jedoch mit Geschwindigkeitsreduzierungen hier und da bis zu 3 Dezibel Lärm verringern. Dem IVAS-Büro schweben da 50 km/h auf der Elsterstraße im Bereich des Elsterbogens und auf Teilen der Südstraße vor. Für die Bautzener Allee, die Weinertstraße, die S 95-Ortsdurchfahrt in Dörgenhausen und die B 96 in Zeißig werden zwischen 22 und 6 Uhr 30 km/h empfohlen. Was davon jetzt wann umgesetzt wird, liegt bei den sogenannten Straßenbaulastträgern – also Stadt, Freistaat und Bundesrepublik.

Das kann also noch etwas dauern mit dem Lärmschutz. Und das Thema Bahnlärm spielt hier noch nicht einmal eine Rolle, denn die Kartierung steht noch aus.

Der Lärmaktionsplan kann noch bis 11. November im Lichthof des Alten Rathauses am Markt eingesehen werden. Er steht auch im Internet auf www.hoyerswerda.de unter Wirtschaft / Lärmminderungsplan. Zugleich sind Stellungnahmen dazu möglich.

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