Kühnichter schließen Vertrag mit Hoyerswerdas Rathaus

Montag, 23. Juni 2014

Oberbürgermeister Stefan Skora und Karl-Heinz Kobalz vom Ortsverein Kühnicht unterzeichnen den Vertrag
Oberbürgermeister Stefan Skora und Karl-Heinz Kobalz vom Ortsverein Kühnicht unterzeichnen den Vertrag

Von Mirko Kolodziej

Auf dem Kühnichter Dorfplatz am Lindenweg duftete gestern die Bratwurst, es gab Bier, Kuchen, Lebkuchen sowie Erdbeeren, es knatterte ein alter, blauer Lanz-Bulldog und es wehte eine rote Fahne mit Hammer, Sichel und Stern. Denn zum 7. Kühnichter Traktoren- und Oldtimertreffen anlässlich des Dorffestes war ein Lohsaer mit einem sowjetischen SIL-Lkw (und der Flagge) angerückt.

Dass das Ganze auf dem Dorfplatz stattfinden konnte, ist nicht so selbstverständlich. Denn ursprünglich sollte die Freifläche für den Bau von Einfamilienhäusern zur Verfügung stehen. Doch schon in der Amtszeit von Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig sicherte die Stadt dem Ortsverein zu, dass dieser die Fläche für seine Zwecke nutzen kann. Seither wurde sie ausgebaut. Jüngste Errungenschaft ist ein Vereinsheim.

Der Container wurde Anfang Mai aufgestellt – und schon ist der Rohbau des Daches fertig. Die Richtfest-Birke hatte zum Dorffest sozusagen „Blickhöhe“ zur Sowjet-Flagge. Was den Dorfplatz angeht, sprach Dieter Jochim vom Verein alter Landtechnik aus Seidewinkel, das Kühnicht seit den Zeiten gemeinsamer Schul-Nutzung (die Kühnichter gingen einst in Seidewinkel in dei Schule) partnerschaftlich verbunden ist, gestern von einem „historischen Ereignis“.

Denn Punkt 15.25 Uhr setzten Ortsvereins-Chef Karl-Heinz Kobalz und Oberbürgermeister Stefan Skora ihre Namen unter eine Vereinbarung. Sie regelt unter anderem die Nutzung der städtischen Druckerei für Vereinszwecke, die Verfügbarkeit städtischer Container für Grünschnitt – und eben auch die Nutzung des Dorfplatzes für Maibaumstellen und -werfen, Dorffest, Oktoberfest und Lichtelabend im Advent. „Es geht uns vor allem um den Erhalt des Dorfplatzes“, sagt dann auch Karl-Heinz Kobalz über die Vereinbarung, die eine Art Test ist. Die Frage ist: Reicht es so oder braucht Kühnicht eine Ortsverfassung mit gewähltem Ortschaftsrat? Die Frage war Ende vorigen Jahres im Stadtrat diskutiert worden. Auch die Groß Neidaer erörtern die Problematik. Der dortige Ortsverein hat den Kühnichter Vertrag als Muster für eine eigene Vereinbarung vorgelegt bekommen.

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