800-PS-Bolide rast zum Sieg auf dem Partwitzer See

Montag, 15. Juli 2013

Jetboote zischten am Wochenende über den Partwitzer See, die Piloten fuhren um den Celsion Cup 2013.
Jetboote zischten am Wochenende über den Partwitzer See, die Piloten fuhren um den Celsion Cup 2013.

Erst Seenland-Festival und Messe, jetzt Jetbootrennen – am Partwitzer See wurde es am Wochenende wieder laut und lebhaft. Erstmals seit langer Zeit fand auf dem Gewässer wieder ein wassersportlicher Wettkampf statt, der Celsion Cup 2013. Der zweite Celsion Cup überhaupt, hieß es am Samstag, und der allererste auf dem Partwitzer See. Ausrichter dieses Rennens, das als Lauf zur Deutschen Meisterschaft gilt, war die Jetskiarea, die schon bei Rennen auf dem Geierswalder See in Erscheinung trat und sich bis zum endgültigen Umzug an den Spreetaler See übergangsweise nahe des schwimmenden Hauses in Klein Partwitz niedergelassen hat (TAGEBLATT berichtete).
Hinter der Jetskiarea steckt bekanntlich die Firma Celsion Brandschutzsysteme GmbH mit Sitz in Radibor. Sie investiert in den Jetbootsport, der eine Leidenschaft des Geschäftsführers Boris Schubert ist. Der zeigte sich am Sonnabend bestens gelaunt und begeistert, „dass hier endlich etwas losgeht am Partwitzer See“. Rund 40 bis 50 Fahrer vom Anfänger bis zum Profi, darunter eine Frau, hatten für den Wettkampf mit sieben Rennklassen gemeldet. „Die deutsche Elite und bekannte Fahrer aus Europa“, so Boris Schubert, waren am Start. Er freute sich, dass so viele Teilnehmer für das Rennen zugesagt hatten, fand doch zeitgleich in Polen ebenfalls eines statt. „Das spricht für die Region und die Seen hier.“ Eine große gelb-blaue Fahne an einem Zelt im offenen Fahrerlager neben der Beachbar zeigte gut sichtbar an, dass das ein internationales Rennen ist, hier Schweden ihr Lager aufgeschlagen haben. Genauer gesagt, der Celsion-Star des Wochenendes: der schwedische Profi Lars Akerblom, der vom Unternehmen gesponsert wird. Die Lausitz ist für den Piloten kein unbekanntes Terrain – er nahm auch schon an Rennen auf dem Geierswalder See teil. Für den Gastgeber ist Akerblom ganz klar der wichtigste Fahrer im Celsion Racing Team. „Für ihn ist das hier eher eine kleinere Veranstaltung, normalerweise fährt er bei Europameisterschaften“, erklärte Boris Schubert. Der Celsion-Chef ließ zunächst offen, ob er selbst an diesem Wochenende auf den Jet steigt: „ Vielleicht, wenn Zeit ist“, antwortete er schmunzelnd auf eine entsprechende Frage der Moderatorin, MDR-„Wetterfee“ Ulrike Fink. Gegenüber TAGEBLATT sagte er, er sehe sich als Fahrer hier nicht als „Lokalmatador“, sondern als Organisator. Auf einen Start hatte Boris Schubert dann aber doch verzichtet, war gestern auf Nachfrage zu erfahren.
Start und Ziel der Rennen in Rennen in unterschiedlichen Kategorien war am Steg des Schwimmenden Haus, das Celsion für die Veranstaltung gemietet hatte. Die Fahrer hatten einen anspruchsvollen Kurs zu absolvieren, der mit schwarzen und gelben Bojen markiert war. Wer den Parcours nicht in der richtigen Reihenfolge abfuhr, bekam Minuspunkte. Der Wind und der damit verbundene recht hohe Wellengang machten es nicht leichter. Zwölf Minuten plus eine Runde waren die Piloten unterwegs. Was leicht aussieht, ist körperlich höchst anstrengend. „Das geht auf die Arme und die Innenseiten der Oberschenkel“, erklärte Boris Schubert. „Sehen Sie, wie die Fahrer nach einiger Zeit merklich langsamer werden?“
Das konnte man in der Tat erkennen, überhaupt waren die Bedingungen für die Zuschauer bestens. Da es keine weitere Nutzung des Partwitzer Sees in dem Bereich gibt, wirkte alles großräumiger. Die zahlreichen Schaulustigen lehnten am Hafen am Holzzaun oder an jenem oberhalb der Böschung und hatten einen guten Blick auf das Geschehen auf und am Wasser. Nicht wenige Radfahrer machten auf ihrer Tour um den See spontan einen Zwischenstopp. Es gab ja auch für Frauen und Männer gleichermaßen etwas zu sehen: braungebrannte, gut gebaute Piloten und rasante Maschinen…
Die Stimmung am See war jedenfalls entspannt – sowohl bei den sonnegenießenden Zuschauern als auch bei den Fahrern und ihren Crews. Letztgenannte brauchen für ein perfektes Wochenende wahrscheinlich nur einen ausreichend großen See, schönes Wetter, ihr Jetboot und einen Wohnwagen. Gab es am Wochenende alles. Die Kinder tobten derweil auf einer rund zehn Meter hohen, knallroten und weithin sichtbaren Riesenrutsche. Auch auf einem Kinderquad düste manch Steppke umher. Boris Schubert hatte zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal erwähnt, dass er für die Jetskiarea ein Familienkonzept vorsieht, bei dem auch Partner und Kinder der Piloten gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Wer Jetbootsport verstehen will, muss erstmal eine eigene Sprache lernen: Da traten Piloten beispielsweise in der Klasse „Ski-Division Stock“ an. Ski bedeutet Steher-Jet, Stock weist darauf hin, dass geringfügige Änderungen am Motor des Jets erlaubt sind. In der Kategorie „Open“ darf der Motor dann ordentlich getunt werden – das macht ihn dann aber auch anfälliger für Defekte. „So ist das halt im Rennsport“, sagt Boris Schubert. Dann gibt es noch die Sitzer, die Runabouts heißen. In der offenen Klasse – sie gilt aufgrund der Leistung der Maschinen als die interessanteste – bekommt man es da dann schon mit 400 oder 500 PS zu tun. Lars Akerbloms Maschine schafft sogar mehr als 800 PS.
Und wie hat sich der Mann aus Schweden, der in der Klasse Runabout Open fährt, geschlagen? Er siegte – was natürlich die Gastgeber besonders freute, wie gestern Abend von Projektmitarbeiterin Stefanie Gayh zu erfahren war. Fahrer aus der unmittelbaren Region waren nicht am Start. Piloten aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt fuhren aber in ihren Klassen ebenfalls vorn mit. Die Veranstalter selbst waren mit dem Rennwochenende sehr zufrieden. „Wir haben sowohl von Fahrern als auch von Besuchern nur Positives gehört“, so Stefanie Gayh. „Sie sagten, dass die Atmosphäre angenehm war, wie im Urlaub.“
Jetskiarea, Partwitzer See, nahe Hafen Do–So 10 bis 18 Uhr
web www.jetskiarea.de

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