400 Karnevalisten ziehen durch Bernsdorf

Montag, 09. Februar 2015

Der Bernsdorfer Zug kommt – angeführt von BKC-Umzugsminister Werner Grubert, der im blau-gelben Trabant sitz
Der Bernsdorfer Zug kommt – angeführt von BKC-Umzugsminister Werner Grubert, der im blau-gelben Trabant sitz

Von Rainer Könen

Schon Tage vor dem großen Umzug des Bernsdorfer Karneval Klubs (BKC) war Werner Grubert begeistert. Der Grund für seine Freude: „So viele Teilnehmer hatten wir, so weit ich mich erinnern kann, eigentlich noch nicht“, so der 62-jährige Bernsdorfer. Nach Angaben von Umzugsminister Werner Grubert nahmen am gestrigen Zug 35 Gruppen teil, im Vorjahr waren es 32. Als gestern Vormittag, um Punkt 11.11 Uhr, der Umzug der Karnevalisten durch die Stadt startete, war Gruberts Arbeit so gut wie erledigt. Der Mann hat beim BKC ein wichtiges Amt inne: Er muss den alljährlich stattfindenen Umzug organsieren, dafür sorgen, dass die Veranstaltung reibungslos abläuft. Das tat sie. Ergo saß Grubert auch ziemlich entspannt in seinem gelb-blauen Trabant an der Spitze des Umzuges, begrüßte die Zuschauer am Wegesrand via Lautsprecher, forderte sie zum Feiern auf. Diejenigen, die den Zugweg säumten, ließen sich das nicht zweimal sagen. Als der Spielmannszug Wiednitz–Schwarzkollm auf die für den Umzug gesperrte B 97 einbog, hörte man schon erste Rufe nach Naschwerk, nach Bonbons. Die gab es kurz darauf von der närrischen Vereinigung aus Wiednitz.
Wer sich einige der Umzugswagen sowie etliche der teilnehmenden Karnevalisten anschaute, staunte nicht schlecht. Man musste feststellen, dass nicht nur der BKC sein Motto der 62. diesjährigen Session optisch wieder einmal hervorragend umgesetzt hatte, sondern auch einige der befreundeten Vereine aus der Umgebung. Das Motto „Geht der BKC zum Bund, geht’s in der Kaserne rund“ lösten die närrischen Vereinigungen überaus originell. So ließen die Wiednitzer einen winzigen Panzer über Bernsdorfs Straßen rollen, sah man einige in Tarnfarben gehaltene Wagen. Versehen mit Schriftzügen, die Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel darauf hinwiesen, dass es in Wiednitz jemandem gibt, der auch an die Macht will. Ein Mann namens „Gotti“. Gemeint ist Ortsvorsteher Gottfried Jurisch. Natürlich bekam auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihr Fett weg. So sah man kinderwagenschiebende Soldaten.
Mit dabei, wie sonst auch, Karnevalsgruppen aus Königsbrück, aus Grünewald. Erstmals marschierte auch eine Gruppe aus dem Bernsdorfer Ortsteil Zeißholz mit. Eine zwanzigköpfige Gruppe, die sich „Die Scheinheiligen“ nannte. Dass in diesem Jahr zwei Musikkapellen für Stimmung sorgten, „das ist auch mal was Neues“, meinte Werner Grubert. Der Grünewalder Zamperclub hatte seine „Hausmusikanten“ mitgebracht. Insgesamt zogen gestern rund 400 Karnevalisten durch Bernsdorf. Für Umzugsminister Grubert ein deutliches Zeichen, dass der Bernsdorfer Karneval in der Region immer populärer wird. Wer sich die Zuschauer am Straßenrand ansah, musste ebenfalls zu diesem Eindruck kommen: Bei den Bernsdorfern scheint die Lust am Verkleiden von Jahr zu Jahr zuzunehmen. Fast jeder, der am Zugweg stand, trug ein karnevalistisches Outfit. Farbenprächtige Kostüme sah man sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern.
Auf dem Weg zum Neuen Markt, wo der Umzug am Nachmittag endete, wurde so mancher am Straßenrand mit Konfetti regelrecht überschüttet. Kinder hatten Beutel dabei, für die Bonbons, die reichlich geworfen wurden. Beim Bernsdorfer Karneval sind dem Ideenreichtum natürlich auch keine Grenzen gesetzt. Da liefen froschgrüne Uhren beim Umzug herum, groteske Fabelwesen. Auch der Pflegenotstand wurde thematisch behandelt. Entlang des Zugweges gab es genügend Stände, wo man sich aufwärmen konnte, etwa mit Glühwein. Ungeachtet der Temperaturen um den Gefrierpunkt blieb es trocken, und die Sonne lachte auf die Bernsdorfer Karnevalisten herab. Verfolgten im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Organisatoren etwa rund 3 500 Menschen den Umzug, dürften gestern sicher ein paar mehr gewesen sein. Woran man erkennen kann, dass der Karneval in Berndorf zu einem Lebensgefühl geworden ist.

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