3,9 Millionen Besucher in 30 Jahren

Donnerstag, 13. Februar 2014

Bühnenmeister Bernd Zobel kann unzählige Anekdoten aus der Geschichte der Lausitzhalle erzählen – nicht nur am knapp 40 Jahre alten Modell.
Bühnenmeister Bernd Zobel kann unzählige Anekdoten aus der Geschichte der Lausitzhalle erzählen – nicht nur am knapp 40 Jahre alten Modell.

Von Uwe Schulz

Manchmal muss man einfach Zahlen sprechen lassen. In ihrem 30-jährigen Bestehen hat die Hoyerswerdaer Lausitzhalle rund 13 500 Veranstaltungen gesehen. Rund 3,9 Millionen Besucher erlebten hier Kultur und Kunst. Das macht pro Jahr rein rechnerisch 130 000 Besucher. Doch lagen in den ersten Jahren, als das Kulturhaus noch das Haus der Berg- und Energiearbeiter war, die Zahlen deutlich über dem Durchschnitt.

Das waren die Zeiten, da es noch Frauentagsveranstaltungen gab – selbst produziert, bis zu drei an einem Tag und das mehrere Tage hintereinander. In den letzten Jahren hatten sich die Besucherzahlen so bei 85 000 bis 95 000 Gästen eingepegelt. Über die Fehlleistungen des ausgeschiedenen Geschäftsführers ist viel berichtet worden. Allerdings sind im letzten Jahr unter seiner Führung die Besucherzahlen erstmals seit Jahren wieder über die 100 000er Marke gekommen. Die Zahlen seien vergleichbar mit denen der Kulturhäuser ähnlicher Größe, sagt Interims-Geschäftsführer Steffen Schur. Und die Auswahl der gebotenen Veranstaltungen sei immer ein Spagat zwischen den wirtschaftlichen Möglichkeiten und Zwängen sowie der anspruchsvollen kreativen Kulturarbeit.

Über das Wachsen und Werden informiert seit gestern eine Sonderausstellung im oberen Foyer. Zu den Veranstaltungen sowie jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr kann man hier viel über die achtjährige Bauphase, die Inbetriebnahme und die weitere Entwicklung erfahren. Einige Großexponate aus der Geschichte des Hauses – vom Scheinwerfer über das Mischpult bis hin zum Hallenmodell aus den 1970er Jahren – sind hier zu sehen. Veranstaltungsplakate und eine Original-Märchenkulisse kann man ebenfalls betrachten. Auf einem Monitor läuft als einstündige Schleife ein Mitschnitt von Filmdokumenten. Der älteste filmische Ausschnitt stammt von einer Frauentagsveranstaltung 1987, der jüngste vom Weihnachtsmärchen 2013.

Doch auch ohne Ausstellung hat es der Besucher der Lausitzhalle noch immer mit vielen Original-Objekten zu tun. Die Ledersessel im Foyer gehören ebenso dazu wie die Sitze im großen Saal mit der aus der Armlehne ausklappbaren Schreibunterlage. Original sind auch noch die (meisten) Fenster mit den Aluminiumrahmen, die zwar die Optik der Halle ausmachen, energetisch aber Kopfzerbrechen bereiten. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr in den Austausch von Fenstern investiert – zumindest einiger.

Entsprechend der für das künftige Kundenzentrum der Versorgungsbetriebe erneuerten 18 Meter langen Fensterfront im Erdgeschoss wird die Modernisierung nun auch für den Bereich der benachbarten Sparkasse vorgenommen. Da die Sparkasse bei der Gelegenheit innen gleich renovieren will, bedeutet dies auch die temporäre Schließung der Filiale, wenngleich noch nicht feststeht, wann und wie lange das sein wird. Zudem soll der Balkon über diesem Bereich der Lausitzhalle ertüchtigt werden. Denn der für den Forumsaal wichtige Fluchtweg hat nach 30 Jahren so seine Blessuren.
Weitere Großinvestitionen soll es in diesem Jahr aber nicht geben.

So wurden die Arbeiten am Bühnenturm verschoben, aber nicht aufgegeben, wie Bühnenmeister Bernd Zobel sagt. Immerhin wird in den kommenden Jahren noch so einiges an der Lausitzhalle zu tun sein. Steffen Schur betont aber, dass seitens der Städtischen Wirtschaftsbetriebe derzeit mehr Geld für den Erhalt der Halle zur Verfügung steht, als es zuvor in der direkten kommunalen Trägerschaft der Stadt der Fall war. Eine konkrete Summe nannte Schur zwar nicht, dafür schob Zobel eine nach: 100 Prozent – das ist der aktuelle Nutzungs- und Vermietungsgrad der Lausitzhalle.

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