100-Jahrfeier verzaubert Knappenrode

Montag, 29. Juli 2013

Viele Gäste trotzten der Wärme und säumten die Straßen, um sich den Festumzug anzuschauen. Große Anerkennung fand auch das Programm auf dem Sportplatz, das Historie mit der Präsentation von Musikstilen aus den jeweiligen Epochen verband.
Viele Gäste trotzten der Wärme und säumten die Straßen, um sich den Festumzug anzuschauen. Große Anerkennung fand auch das Programm auf dem Sportplatz, das Historie mit der Präsentation von Musikstilen aus den jeweiligen Epochen verband.

Bereits bei der Festsitzung des Ortschaftsrates am Freitag wurde an die wechselvolle Geschichte des Ortes erinnert, die eng mit dem Bergbau und der vor 20 Jahren stillgelegten Brikettfabrik, der heutigen Energiefabrik verknüpft ist. „Sie wuchsen wie Geschwister auf“, sagte Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann. Nun gelte es, beides gemeinsam voranzubringen. Vereine, Firmen, auch aus dem Umland, präsentierten sich am Samstagvormittag beim Festumzug. Trotz großer Hitze kamen viele Zuschauer, um die etwa 150 Umzugsteilnehmer auf dem Weg durch den Ort zu sehen. Noch heißer war es am Nachmittag, als auf dem Sportplatz gefeiert wurde. Sehr viel Anerkennung fand das Programm, das Historie mit der Präsentation von Musikstilen aus den jeweiligen Epochen verband. Zu Gast waren dabei auch ehemalige Schüler der 1997 geschlossenen Schule – dem heutigen Bürgerzentrum. Die dort gezeigten Ausstellungen waren dicht umringt. Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) kündigte an, dass noch in diesem Jahr die Außenanlagen des Hauses umgestaltet werden. Es zeichne sich zudem ab, dass 2014 der noch nicht sanierte Sanitärtrakt der Turnhalle erneuert werden kann. Viel zu tun gibt es aber darüber hinaus. Mit Blick auf die leerstehenden Häuser in der Lessingstraße und dem ungenutzten Kulturhaus, beide auf der Zufahrt zur Energiefabrik, müssten Lösungen gefunden werden, sagte Skora. „Das Erscheinungsbild stößt uns allen auf.“

„Viele Begeisterte haben am Straßenrand geklatscht“
Steffen Kloppisch lebt seit 1977 in Knappenrode und war im Organisationsteam der 100-Jahrfeier für den Umzug verantwortlich. Er hat am Samstag den Festumzug zum 100-Jahr-Fest aus vielen Perspektiven erlebt. Er nutzte sogar ein Fahrrad, um die Abläufe zu koordinieren. Wir sprachen im Anschluss mit dem 49-Jährigen Knappenroder.

Herr Kloppisch, es war ein Umzug bei ziemlich großer Hitze. Haben Sie ihn genießen können?
Ja und nein. Durch die Organisation hatte ich viel zu tun, musste hin und her und kam natürlich richtig ins Schwitzen. Der Erfolg war aber gegeben. Viele Begeisterte haben am Straßenrand gestanden und geklatscht. Das hat uns, die das Fest organisieren, sehr gefreut.

Wann begann denn die Planung dafür?
Vor etwa einem Jahr haben wir im Ort das Organisationskomitee gegründet, haben dann die einzelnen Aufgaben verteilt. Ich habe Gruppen angeschrieben und angesprochen. Vor drei Monaten begann die intensive Vorbereitung. Sie dauerte bis kurz vor dem Start – aber das ist bei solchen großen Sachen wohl immer so.

Bei den Schattenplätzen am Rande standen die Zuschauer dicht gedrängt. Sind Sie zufrieden mit der Resonanz?
Ja, sehr. So viele Schattenplätze gibt es nicht. Aber ich hab auch von den Umzugsteilnehmern gehört, dass die Friedrich-Ebert-Straße, wo keine Bäume stehen, gut belebt war, dass sich manch einer einen Pavillon aufgebaut hat, um zuzuschauen. Bei der Gaststätte Bert Beyer stand sogar ein Wassersprenger zur Erfrischung. Alles in allem sind wir sehr zufrieden.

„Wir“ heißt, Sie haben das nicht allein gemacht…
Natürlich nicht. In der Umzugsvorbereitung hatte ich zum Beispiel Ingolf Fischer von unserem Brauchwasserverein an meiner Seite. Das gesamte Fest wäre natürlich ohne weitere Helfer und vor allem ohne unseren Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann nicht so möglich gewesen. Durch ihn wurden gute Beziehungen auch zu den anderen Ortsteilen geknüpft. Das hat uns sehr geholfen. Auch der Gleisbau Magdeburg, das einzige große Unternehmen in Knappenrode, hat große Unterstützung geleistet, zum Beispiel bei der Absperrung der Straßen. Gute Ansprechpartner waren aber unter anderem auch die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda sowie die VBH.

Welche Gruppe beim Umzug hat Ihnen besonders gut gefallen?
Etwas Besonderes würde ich nicht nennen wollen. Alle haben nach ihren Möglichkeiten den Umzug mitgestaltet, ob es ein großer Beitrag war, wie vom Gleisbau, dem Brauchwasserverein oder den Faschingsfreunden aus Maukendorf oder die vielen kleinen Gruppen, wie die Fahrradfreunde mit der Präsentation von Fahrrädern aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts oder die Traktoren aus Koblenz. Alles in allem haben sich alle sehr angestrengt.

Also könnte es zum nächsten großen Jubiläum wieder einen Umzug geben?
Es soll ihn einfach geben. Wir hoffen, dass wir dann noch mehr Teilnehmer haben und weniger Hitze.

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