Horst-Dieter Brähmig verstorben

Mittwoch, 28. Juni 2017

Foto: Rico Hofmann

Horst-Dieter Brähmig ist tot. Der langjährige Hoyerswerdaer Oberbürgermeister (1994 bis 2006) starb am gestrigen Dienstag im Alter von 78 Jahren an Krebs, bestätigte uns Pfarrer Friedhart Vogel, der jetzt eine Trauerfeier vorbereitet. Sie soll am nächsten Montag um 11 Uhr in der Johanneskirche stattfinden. Die Beisetzung ist am selben Tag um 12.30 Uhr auf dem Waldfriedhof. Mehr über Brähmigs Wirken für die Stadt steht morgen im Hoyerswerdaer Tageblatt. (red)

Zum Tod von Horst-Dieter Brähmig erklärt Oberbürgermeister Stefan Skora:

„Mit tiefer Betroffenheit erfuhr ich heute vom Ableben meines Amtsvorgängers, Oberbürgermeister a.D. Horst-Dieter Brähmig, der nach langer schwerer Krankheit am 27. Juni 2017 verstarb.
Herr Brähmig wurde am 23. Oktober 1938 in Hoyerswerda geboren. Nach dem Schulbesuch in Hoyerswerda ließ er sich zum medizinisch-technischen Assistenten am Kreiskrankenhaus Hoyerswerda ausbilden. 1969 wechselte er zum Rat des Kreises Hoyerswerda, wo er Ämter im Gesundheitswesen und Energiebereich ausübte. Nach 1990 übernahm er zunächst Leitungsfunktionen im Gewerbe-, dann im Straßenverkehrsamt des Landkreises Hoyerswerda. Gleichzeitig war er als Fraktionsvorsitzender der PDS im Stadtrat der Stadt Hoyerswerda tätig.
1994 wählten die Hoyerswerdaer Bürgerinnen und Bürger Horst-Dieter Brähmig zu ihrem Stadtoberhaupt. Das Amt des Bürgermeisters später Oberbürgermeisters hatte er bis zu seinem Ausscheiden aus Altersgründen im Jahr 2006 inne. In seine Amtszeit fielen so wichtige Ereignisse wie der Status der Kreisfreiheit 1996, der Tag der Sachsen 1998 in Hoyerswerda, oder auch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Computervater Konrad Zuse.
Als Kommunalpolitiker war es sein Anliegen, seine Heimatstadt aus der „Wendekrise" herauszuführen. Horst-Dieter Brähmig engagierte sich im Sächsischen Städte- und Gemeindetag und im Präsidium des Deutschen Städtetags. Im Jahr 1999 gründete er den ersten sächsischen Stadtverband der „Kriegsgräberfürsorge" als Akt der „Versöhnung über den Gräbern" und der Distanzierung vom Rechtsradikalismus.
Auch im Ruhestand war er immer noch gesellschaftspolitisch tätig, weiterhin geschätzt und anerkannt, u. a. als Vorsitzender des Konrad Zuse-Forums Hoyerswerda und beim Entstehen des neuen Zuse-Computer-Museums. Für seine Verdienste bei der Pflege und Verbreitung des Erbes von Konrad Zuse verlieh ihm der Stadtrat im April 2017 die Konrad-Zuse-Plakette der Stadt Hoyerswerda.
Die Menschen in Hoyerswerda schätzten Horst-Dieter Brähmig für seine offene, ehrliche und verlässliche Art. Über Konfessions- und Parteigrenzen hinweg werden sie ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Gattin Karin Brähmig und seiner Familie.“

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Kommentar von Dr.Götz Reimann |

Ich bin zutiefst betroffen und erschüttert über den Tod von Horst-Dieter Brähmig. Wir kannten uns sehr gut, ich hatte sowohl in der DDR als auch nach der Wende u.a. beruflich mit ihm zu tun. Er war ein wunderbarer Mensch, menschlich und sozial vorbildhaft eingestellt und handelnd. Er genoss ausserordentlich hohe Achtung und Anerkennung in der Bevölkerung und parteiübergreifend. Mein tiefempfundenes Beileid für die Familie

Kommentar von Gisela Clauß |

Ich möchte der Familie Brähmig mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge lernte ich Horst-Dieter Brähmig kennen und habe ihn sehr schätzen gelernt. Wir haben uns immer gut verstanden, er hatte so eine ausgesprochen nette und verbindliche Art , auch bei manchmal schwierigen Situationen blieb er immer freundlich und korrekt. Da ich am letzten Sonntag meine Mutter auch verloren habe, verstehe ich den Schmerz und traure mit Ihnen.