Hier entsteht ein Computermuseum

Dienstag, 03. September 2013

Noch ist die Ladenpassage in der Bonhoefferstraße 1-3 Baustelle. Doch 2015 soll sie eine spannende Bildungseinrichtung rund um den Computer sein.  Foto: Uwe Schulz
Noch ist die Ladenpassage in der Bonhoefferstraße 1-3 Baustelle. Doch 2015 soll sie eine spannende Bildungseinrichtung rund um den Computer sein. Foto: Uwe Schulz

Oben sind die Gerüste an der Fassade der Bonhoefferstraße weitergezogen. Wo die Bauarbeiter fertig sind mit ihrem Job, sieht man helle Balkone mit farbig abgesetzten Seitenwänden. Unten, in der Ladenpassage der Nummern 1-3, ist alles eine einzige Baustelle. Der Fußboden ist raus und man schaut auf den nackten Beton, an der Decke sieht man den Stahlbeton und die alten Hängesysteme für die einstigen Ladendecken. An einer Wand der Grundriss. Farbig markiert, wo Wände schon entfernt wurden oder noch wegkommen. Dort kommen Toiletten hin, hier ein Empfangstresen. Und sogar eine Seminar-Werkstatt mit 72 Sitzplätzen ist vorgesehen. Von Computern keine Spur.

In dieser Baustellen-Atmosphäre herrschte gestern Mittag allerdings ziemlich gute Laune. Denn die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda und das Konrad-Zuse-Forum hatten eingeladen, um den scharfen Baustart für den Umbau der Ladenpassage zum Konrad-Zuse-Computermuseum zu geben. Irgendwann 2015 soll es fertig sein. Und wie Alt-OB Horst-Dieter Brähmig für das Zuse-Forum sprach, soll die Einrichtung der Stadt finanziell nicht auf die Füße fallen. Darf sie auch nicht.

Für die Bauphase ist das schon mit Zahlen und vor allem Geld unterlegt. Der Umbau des Gebäudes selbst kostet 2,8 Millionen Euro, wobei 1,3 Millionen Euro als Fördermittel aus dem Stadtumbau-Topf kommen. Dann sind noch eine Million Euro für die infrastrukturelle Ausstattung geplant.

Doch dann kommt die lange Aufgabe der Betreibung. „Das ist wie bei einem Auto. Wenn man es angeschafft hat, muss es auch bewirtschaftet werden“, so Brähmig weiter. Das Zuse-Forum, in dem auch Wohnungsgesellschafts-Chefin Margitta Faßl mitwirkt, will das Museum über eine Stiftung betreiben, für die man vor allem private Geldgeber sucht. Ein paar wenige Namen und Firmen wurden gestern genannt. Ansonsten hörte sich das sehr nach Klinkenputzen an. Doch einige Türen konnte man offenbar schon öffnen.

Immerhin, wenn man die Macher richtig versteht, soll die Computerschau keine Aneinanderreihung von Ausstellungsstücken werden, sondern eine lebendige Einrichtung, die auch für junge Menschen spannend ist und zudem stets auf dem modernsten Stand sein soll. Horst-Dieter Brähmig betonte in diesem Zusammenhang, dass man nicht nur auf die alten Zuse-Rechner und die neuen Geräte mit Microsoft-Betriebssystemen setzt, sondern auch die Marke Apple berücksichtigen wird. Die entsprechenden Kontakte seien da, hieß es gestern: „Die Computerentwicklung ist eine spannende Sache.“

An Exponaten mangelt es jedenfalls jetzt schon nicht. Etwa 30 Prozent der Museums-Sammlung konnte man bislang im alten Domizil im Industriegelände auf 360 Quadratmetern Fläche präsentieren. Margitta Faßl nannte es eine „etwas verwaiste Stelle“ und pries das Neue als „repräsentativen Standort“. In der Bonhoefferstraße werden es jedenfalls rund 1 300 Quadratmeter sein – zuzüglich Verwaltungsbereich und ähnlicher Flächen – die dem Museum und seiner Sammlung zur Verfügung stehen. Noch braucht man zwar etwas Vorstellungskraft. Doch die Bauarbeiter sind schon am Wirken und haben die ersten Wände herausgenommen.

Oberbürgermeister Stefan Skora freut sich auf das Museum. Damit wird der Weg „Kunst und Technik“ aus dem städtischen Marketingkonzept zumindest teilweise Realität und die Verbindung zwischen Neu- und Altstadt dürfte attraktiver werden. Denn 2015, genauer wollen sich die Akteure nicht auf einen Eröffnungstermin festlegen, soll auch die Sanierung der Einsteinstraße abgeschlossen werden. Es ist das Jahr, in dem auch die Fassade des Bonhoeffer-Straßen-Hochhauses auf den Nicht-Balkon-Seiten erneuert wird. Im Gespräch ist dabei die Schaffung eines attraktiven Wandbildes am Giebel, der zur Bautzener Brücke weist.

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