Grundstein für Schauwerkstatt gelegt

Donnerstag, 30. April 2015

Zahlreiche offizielle Gäste nahmen an der Grundsteinlegung für die „Schauwerkstatt Jurij Brìzan“ an der Krabatmühle teil. Die unter anderem mit Zeitungen des Tages bestückte Kapsel wurde von der Schwarzkollmer Töpferei Hegewald geschaffen. Foto: Menzel
Zahlreiche offizielle Gäste nahmen an der Grundsteinlegung für die „Schauwerkstatt Jurij Brìzan“ an der Krabatmühle teil. Die unter anderem mit Zeitungen des Tages bestückte Kapsel wurde von der Schwarzkollmer Töpferei Hegewald geschaffen. Foto: Menzel

Von Anja Wallner

Das Fachwerkhaus von Familie Retschke aus Dubring ist schon längst in Schwarzkollm angekommen. 2011/2012 hatte man es abgetragen. In Einzelteilen und flach verpackt warten die auf dem Gelände der Krabatmühle gelagerten Steine, Ziegel und Holzbalken darauf, nach rund vier Jahren wieder zu einem Gebäude, zur „Schauwerkstatt Jurij Brezan“ zusammengesetzt zu werden. Die Bodenplatte ist schon fertig. In zwei Wochen beginnen Fachfirmen mit dem Rohbau – und gestern wurde der symbolische Grundstein für den Bau gelegt, der das Ensemble des Mühlenhofes komplettieren wird.

„Die Schauwerkstatt Jurij Brezan soll die Hülle für die kulturelle Arbeit sowie die Kinder- und Jugendarbeit hier bilden“, sagte Tobias Zschieschick, Vorsitzender des Vereins Krabatmühle-Schwarzkollm, zu den anwesenden Gästen, darunter Hoyerswerdas OB Stefan Skora (CDU), Staatssekretär Stefan Brangs (SPD), Domowina-Geschäftsführer Bernhard Ziesch und Marko Suchy, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk.

Die Schauwerkstatt dient der Pflege und der Darstellung sorbischen Brauchtums, der Trachten und der sorbischen Sprache, die gestern auf dem Mühlenhof sehr häufig zu hören war. Außerdem soll hier traditionelles Handwerk gezeigt und eine Literaturwerkstatt einziehen, die sich unter anderem speziell mit dem Werk Jurij Brezans befassen wird. Vielleicht auch mit Original-Schriftstücken, sagte Tobias Zschieschick mit Blick auf die ebenfalls anwesende Dr. Beate Brìzan. Die Leiterin des Witaj-Sprachzentrums Bautzen und Schwiegertochter von Jurij Brezan unterstützt die Literaturwerkstatt konzeptionell. Nicht zuletzt wird ein zentraler Informationspunkt mit Souvenirverkauf in das Gebäude einziehen.

Mitte des nächsten Jahres, schätzt Tobias Zschieschick, wird das Brezan-Haus fertig sein. Das 520.000-Euro-Vorhaben, die Zahl nannte Stefan Brangs, wird zu 75 Prozent vom Land Sachsen gefördert. Den Eigenanteil finanzierte der Krabatmühlen-Verein mithilfe der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Sparkassenstiftung; die Sana Kliniken AG, mit einem Anteil von 49 Prozent Gesellschafter des Lausitzer Seenland-Klinikums Hoyerswerda, übernahm die geforderte Bürgschaft. Marko Suchy, der auch Mitglied des Kulturkonvents ist, nannte die künftige Schauwerkstatt einen „kulturellen Anziehungspunkt“ und sicherte finanzielle Unterstützung für die sorbische Kultur an diesem Ort zu.

Gerhard Retschke verfolgte das gestrige Geschehen „mit Routine“, wie er sagte. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Teil des (groß)elterlichen Vierseitenhofes in Schwarzkollm neu aufgebaut wird. Auch das Gebäude der Schwarze Mühle selbst stammt aus Dubring. „Und andere als Ersatzteilspender.“ Gerhard Retschke, der auch familiäre Bindungen in Schwarzkollm hat, ist oft an der Mühle. Er erzählte davon, dass Gertrud Winzer, die langjährige Vorsitzende des Krabatmühlenvereins und unermüdliche Vorkämpferin für den Erlebnishof, schon Anfang der 2000er-Jahre Interesse für den Dubringer Hof gezeigt hat. „Vor ihrer Arbeit“, so Gerhard Retschke, „muss man den Hut ziehen.“ Und auch vor all den ehrenamtlichen Helfern, auf die mit der Werkstatt ein Batzen mehr Arbeit zukommt.

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