Flammen zerstören ein Stück Industriegeschichte

Samstag, 17. Oktober 2015

Das Dach der ehemaligen Motorenwerkstatt des Großkraftwerks Trattendorf nach dem Feuer in dieser Woche.
Das Dach der ehemaligen Motorenwerkstatt des Großkraftwerks Trattendorf nach dem Feuer in dieser Woche.

Von Jost Schmidtchen

Zu einem Brand am ehemaligen Kraftwerksstandort Trattendorf musste in dieser Woche die Freiwillige Feuerwehr Spremberg ausrücken. In einem der drei erhalten gebliebenen historischen Kraftwerksgebäude, die dort am Solarpark zwischen Zerre und Trattendorf stehen, war ein Feuer ausgebrochen, und zwar in der ehemaligen Elektro-Werkstatt. Das Gebäude stand im südlichen Teil vom Fußboden bis ins Dachgeschoss in Flammen. Nach einer ersten Einschätzung der Experten vor Ort wird von Brandstiftung ausgegangen. 

Die beiden Verwaltungsgebäude und die spätere E-Werkstatt sind 100 Jahre alt, gebaut 1915. Sie sind vom alten Großkraftwerk Trattendorf die letzten Zeugen einer vergangenen Industriekultur am Kraftwerksstandort. Ursprünglich saßen dort die Kraftwerksdirektoren und das leitende Personal. Letzter Nutzer der Verwaltungsgebäude war die Sanierungsgesellschaft Schwarze Pumpe, die mit dem Rückbau der Kraftwerke Trattendorf und der Kraftwerke und Brikettfabriken im Gaskombinat Schwarze Pumpe beauftragt war, später allerdings in Insolvenz ging.

Seitdem stehen die in Klinkerbauweise errichteten Gebäude in Trattendorf leer. Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, ein Nachnutzer hat sich allerdings trotz der guten Bausubstanz bislang nicht gemeldet. Ob die vom Brand verwüstete Elektro-Werkstatt noch zu retten ist, bleibt angesichts der Brandschäden fraglich. Die Hitze dürfte die Statik wohl doch beeinträchtigt haben. Eine Vermutung, denn gut sieht die Brandstelle jedenfalls nicht aus.

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