Erfrischende Musik-Comedy

Samstag, 25. April 2015

„Bidla Buh“ bot eine grandiose Show im Schloss. Das Publikum war hingerissen. Im Dezember gibt es im Seeland Bowling & Event House einen weiteren Auftritt.
„Bidla Buh“ bot eine grandiose Show im Schloss. Das Publikum war hingerissen. Im Dezember gibt es im Seeland Bowling & Event House einen weiteren Auftritt.

Von Rainer Könen

Bidla Buh: Ein Name, der an den legendären Liedermacher Georg Kreisler erinnert; ganz konkret an dessen überaus erschröcklichen Liedtext selben Namens („Bidla Buh“), in dem des Künstlers Damen, eine nach der anderen, gemeuchelt werden, dass es nur so eine (Un)Art hat und in immer neue Pläne mündet: „Aber heute hab ich eine Frau gefunden / Ganz bestimmt die schönste Frau der Welt, / Und jetzt darf ich’s nicht verpassen, mir das Messer schleifen z’lassen // Und dann muß ich die Pistolen vom Pistolenputzen holen // Und a Sensen brauch i a no, / an vergifteten Cinzano // Und a klans Tomahawkl, vielleicht brauch i an Sackel, // Auch an Besen hätt ich gern, um die Knochen aufzukehrn, // Das Petroleum, das hab ich schon bestellt. / A Bidla Buh, a Bidla Buh, a Bidla Bing Bang Buh, /// Schöne Frauen kosten sehr viel Geld!“ O wie böse! Vor allem aber: Schön!

Wer am Donnerstagabend den Auftritt von Bidla Buh im ausverkauften Schlosssaal sah, der wird dieses aus Hamburg stammende Trio wohl so schnell nicht vergessen. Denn was Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend in anderthalb Stunden vorführten, war eine Art Show mit Revue-Elementen im Stil der 20er- und 30er-Jahre. Dazu gehörten ein museal anmutendes Mikrofon und einige zum Teil recht ungewöhnliche Musikinstrumente. Bollert und seine Kollegen Olaf Klindtwort (Gitarre und Banjo) sowie Schlagzeuger Jan-Frederick Behrend präsentierten sich den Besuchern im Schwalbenschwanz-Frack und mit roter Rose im Knopfloch. Erinnerungen an die Comedian Harmonists wurden da zeitweise wach.

Was Bidla Buh im Festsaal des Schlosses bot, war ein Potpourri aus bekannten Melodien, die im besten Sinne überaus eigentümlich gespielt wurden. Da verkleideten sich die drei als HSV-Fans und flöteten die deutsche Nationalhymne auf Bierflaschen; da wurde „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ auf einer Gartenschlauchtrompete gespielt. Überhaupt war die von Hans Tore Bollert vorgeführte Trompeten-Show, das muss man einfach so sagen: Grandios! Da spielte er auf Klassik-, Jazz- und Bach-Trompete die dem Instrument zugehörigen Kompositionen. Munter wurde da im Saal mitgeklatscht, als er dann noch eine winzige Musikantenstadl-Trompete auspackte. Die Nummer mit der qualmenden und leuchtenden Hardrock-Trompete, auf der Bollert Deep Purples „Smoke on the water“ spielte, riss das Publikum so richtig mit.

Dass Bollert nicht nur auf dem Miniatur-Flügel namens Elisabeth große Musik machen kann, sondern auch Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer irre komisch parodierte, das kam an.

Ein gelungener Premierenauftritt der Hamburger Band war das, die im Übrigen zum ersten Mal bei den Musikfesttagen dabei war. Angesichts des frenetischen Beifalls und der überbordenden Stimmung darf man sicher davon ausgehen, dass es bei den folgenden Musikfesttagen ein Wiedersehen geben wird.

Wer für diesen Abend kein Ticket mehr bekommen hatte, der darf sich aber trösten. Denn Bidla Buh kommt 2015 noch einmal nach Hoyerswerda! Am 12. Dezember werden sie um 18 Uhr bei der Hoyerswerdaer Firmen-Weihnachtsfeier im Seeland Bowling & Event House an der Käthe-Kollwitz-Straße 1 auftreten. Mit anderen Worten: Frühzeitig die Tickets für sich und die Zahl der Mitarbeiter von 1 bis ??? sichern – und sich vor-freuen auf ein höchst ungewöhnliches musikalisches Ereignis! (mit JJ)

Reservierungen beim Hoyerswerdaer Tageblatt (Mo-Fr 9-18 Uhr unter G 03571 48705370); im Preis (55 £/ Person) inbegriffen ist ein karibisches Fünf-Sterne-Menü.

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