Erdmassen und Rütteldruck lassen Stützdamm wachsen

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wenn diese Ampel Rot anzeigt, ruhen auf der Baustelle alle Arbeiten. Das bedeutet allerdings nicht in jedem Fall, dass eine Gefahr besteht. Am Montag war nur ein Sensor in der Damm-Böschung ausgefallen.
Wenn diese Ampel Rot anzeigt, ruhen auf der Baustelle alle Arbeiten. Das bedeutet allerdings nicht in jedem Fall, dass eine Gefahr besteht. Am Montag war nur ein Sensor in der Damm-Böschung ausgefallen.

Von Ralf Grunert

Zwischen dreieinhalb und vier Millionen Euro werden derzeit unter der Regie des Bergbausanierers LMBV in der Nachbarschaft von Lauta verbaut. Soviel kostet die Errichtung eines Stützdammes im Tagebaurestloch Heide VI, mit der im vergangenen Dezember begonnen wurde. Am Montag Nachmittag machten sich sechs Lautaer Stadträte um Bürgermeister Hellfried Ruhland ein Bild von der Baustelle. Auskünfte erhielten sie durch LMBV-Projektleiter Jens Bäcker aus erster Hand.

Der Stützdammbau ist Bestandteil einer großangelegten Sicherungsmaßnahme. Diese soll verhindern, dass der auf dem Grund des benachbarten Restsees Heide V lagernde Rotschlamm, eine Umwelt-Altlast aus der Aluminiumproduktion des einstigen Lautawerks, in das tiefer gelegene Restloch Heide VI gelangt. Beide Gewässer trennt ein Damm, der „höchst setzungsfließgefährdet“ ist, wie Jens Bäcker sagte.

Aus Sorge, dass der Damm brechen könnte, wurden bereits im September vergangenen Jahres damit begonnen, den Wasserstand im höher gelegenen See abzusenken, um den Druck auf den maroden Damm zu verringern. Im Frühjahr war das erledigt (TAGEBLATT berichtete). Nunmehr beträgt der Unterschied der Wasserstände statt anfangs über zwei nur noch rund 1,30 Meter.

Der im Bau befindliche Stützdamm hat - wie der Name schon sagt - ebenfalls eine Stützfunktion. Nach seiner Fertigstellung wird er eine Länge von rund 320 Metern haben. Die Breite auf der Dammkrone beträgt rund 65 Meter. Der Dammkörper hat eine Mächtigkeit von 21 bis 25 Meter, das Gros davon befindet sich unter Wasser.

Zum Bau werden etwa 250 000 Kubikmeter Erdmassen benötigt, deren Transport über eine rund drei Kilometer lange eigens angelegte Baustraße aus Richtung Lauta-Dorf erfolgt. Auf diesem Wege gelangten auch die Großgeräte auf die Baustelle, allen voran natürlich der Rütteldruckverdichter.

Wie die Stadträte sehen konnten, hat der neue Damm zwar fast schon die gegenüberliegende Uferseite des Restsees Heide VI erreicht. Dennoch haben die Mitarbeiter der SGL Lauchammer noch rund vier Monate zu tun, wie der stellvertretende Bauleiter Frank Wenzel wissen ließ. Von den vorgesehenen 120 Rüttelreihen zur Verdichtung sind aktuell 78 erledigt – also auf etwa zwei Dritteln des Dammes. Pro Monat kommt das Rüttelgerät etwa zehn Reihen voran. „Pro Tag dürfen wir nicht mehr als fünf Meter vorrücken“, verweist Frank Wenzel auf einzuhaltende Vorschriften.

Der neue Damm teilt den Restsee Heide VI in zwei Gewässer. Das kleinere, das sich zwischen dem neuen und dem etwa 200 Meter entfernten alten Damm befindet, soll allerdings nicht verfüllt werden. Vielmehr sei vorgesehen, so Jens Bäcker, bis zum Frühjahr eine Wasserüberleitung in den neuen Damm einzubauen. Damit lässt sich dann der Wasserstand im abgetrennten Restseeteil regulieren. Eine Anhebung sei dazu geeignet, den Gegendruck auf den rutschungsgefährdeten alten Damm zu erhöhen und damit ebenfalls zu einer höheren Standsicherheit beizutragen.

Zumindest so lange, bis auch dieser saniert ist. Denn wie der LMBV-Projektleiter ankündigte, sollen nach Abschluss des aktuellen Dammbaus die gefährdeten Uferböschungen und der alte Trenndamm gesichert werden. Und der Weg der Baufahrzeuge zu dieser nachfolgenden Sanierungsmaßnahme wird über den derzeit noch im Bau befindlichen Stützdamm führen.

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