Emilie und Pauline sind genial sozial

Mittwoch, 10. Juli 2013

Genial sozial im Klinikum: (v.li.) Emilie und Pauline halfen gestern Teamleiterin Gabriele Kunze und Mitarbeiterin Manuela Schmidt in der Bettenaufbereitung.  Foto: Silke Richter
Genial sozial im Klinikum: (v.li.) Emilie und Pauline halfen gestern Teamleiterin Gabriele Kunze und Mitarbeiterin Manuela Schmidt in der Bettenaufbereitung. Foto: Silke Richter

Der Bereich ist für viele Menschen eine Tabuzone. Geht man doch eher als Besucher oder Patient ins Krankenhaus und betritt dabei entweder die einzelnen Stationen oder Warte- und Behandlungsräume. Die Kellerräume spielen eigentlich keine Rolle. Müssen sie auch nicht. Und doch finden im unteren Bereich des riesigen Gebäudekomplexes viele Arbeitsschritte statt, ohne die Patienten hygienisch nicht korrekt behandelt werden könnten.

Hier befindet sich nämlich die sogenannte Bettenaufbereitungsstelle. Hier arbeiten Pauline und Emilie – aber nur für einen Tag. Die beiden 14-jährigen Schülerinnen des Foucault-Gymnasiums beteiligen sich wie 22 000 andere sächsische Jugendliche am Aktionstag „genialsozial“. Bei dieser Jugendsolidaritätsaktion tauschen die Teilnehmer einen Tag lang die Schulbank gegen eine Arbeitsstelle ein. Den Arbeitslohn spenden die engagierten Jugendlichen für Hilfsprojekte im Ausland. Die Einnahmen von erwarteten 400 000 Euro sollen in diesem Jahr Entwicklungsvorhaben in Madagaskar, Mosambik und Guatemala sowie der Fluthilfe in Sachsen zugutekommen, so Projektleiterin Andrea Büttner.

Pauline und Emilie wollten unbedingt bei der Aktion dabei sein. „Das Geld, das wir verdienen, kommt benachteiligten Kindern im In- und Ausland zugute. Ist doch toll“, meint Pauline.

Wie läuft nun so ein Arbeitstag da unten im Klinikums-Keller? Also, wenn man nicht genau wüsste, dass sich nur ein paar Stufen weiter oben ein hochmodernes Krankenhaus befindet, könnte man auch meinen, man befinde sich im Keller einer normalen großen Baufirma. Von üblicher Krankenhausatmosphäre mit „Weißkitteln“, Sirenengeheul und Stethoskop spürt man hier jedenfalls nichts. Um kilometerlange Wege und auch Arbeitszeit zu sparen, benutzen einige Mitarbeiter kleine Elektroautos für den Transport von Materialien. In einem Lagerraum stehen leere Betten. Sie stammen von den einzelnen Stationen, aber auch von der Notaufnahme. Jeden Tag werden bis zu 100 Patientenliegen mit dem Fahrstuhl hierhergebracht. In der kälteren Jahreszeit seien es sogar bis zu 130 Betten pro Tag, erzählt Teamleiterin Gabriele Kunze. Die schmutzige Bettwäsche wird entfernt und später mit Spezialmitteln gewaschen.

Auch die Inlets der einzelnen Kissen und Decken werden gewaschen. Die Matratzen sehen aus wie neu. Und das, obwohl sie nicht täglich mit gereinigt werden. Dank einer speziell dafür entwickelten Hülle muss nur diese per Reißverschluss geöffnet, abgezogen und gereinigt werden. Natürlich mit anschließender Desinfektion. Danach geht die Handarbeit aber erst richtig los, mit desinfizierten Händen und Gummihandschuhen. Zuerst wird gründlich das Gestell mit einer Speziallösung abgewaschen und dann natürlich wieder desinfiziert. Pro Bett braucht man da schon seine zwanzig Minuten, erklärt Gabriele Kunze Pauline und Emilie. Letztere meint über ihren Einsatz: „Ich kann damit helfen und lerne gleichzeitig etwas für meinen späteren Beruf.“

Im Gesundheitswesen möchten beide Mädchen später eine Ausbildung machen, aber in der Bettenaufbereitung zu arbeiten, kann sich keine von ihnen vorstellen. Es soll eher in die Richtung Krankenschwester gehen. Spannend sei der Tag im Klinikum aber trotzdem gewesen, so ihr Fazit. So lernen die Schülerinnen den Stationsbetrieb näher kennen und helfen Teamleiterin Gabriele Kunze und Mitarbeiterin Manuela Schmidt bei ihrer täglichen Arbeit. Weitere sechs Schüler des Foucault-Gymnasiums und des Johanneums sind im Klinikum in der Poststelle, im Servicebereich, im Lager und an der Rezeption tätig.

Andere Jugendliche sind im Freibad Laubusch tätig, in den Lausitzer Werkstätten, beim Sportclub Hoyerswerda, an der Krabatmühle und im Geschäft Bikepoint Wiesner.

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