Ein Haus wie die Stadt

Donnerstag, 22. August 2013

Wolfgang Kuhn von der Firma Böpple Bau aus Königswartha bringt Bewehrungsmatten am entstehenden Fahrstuhlschacht des Hauses Heinrich-Mann-Straße 1-6 an, das im Auftrag der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda grundhaft umgebaut und modernisiert wird.
Wolfgang Kuhn von der Firma Böpple Bau aus Königswartha bringt Bewehrungsmatten am entstehenden Fahrstuhlschacht des Hauses Heinrich-Mann-Straße 1-6 an, das im Auftrag der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda grundhaft umgebaut und modernisiert wird.

Warum nur wächst der Turm für den Aufzug am Haus Heinrich-Mann-Straße 1-6 in Hoyerswerda ohne Verbindung zum Gebäude in die Höhe? Das hat schon seine Richtigkeit! „Für die Eingänge vier bis sechs werden jeweils an erstem bis viertem Obergeschoss Laubengänge montiert“, erläutert Udo Gumpert. Der Wittichenauer Planer ist zuständig für Sanierung und Umbau des Hauses an der Klinikums-Kreuzung. Und er hat sich auch die balkonartige Außen-Verbindung zwischen dem Lift und den Treppenhäusern der drei benannten Aufgänge ausgedacht. Denn hier sollen vor allem Senioren einziehen, die womöglich nicht mehr so gut zu Fuß sein werden.

Die Wohnungsgesellschaft (WH) hat mit den Arbeiten am Rest der Heinrich-Mann-Straße im Mai begonnen. Zunächst verschwanden die Eingänge 7 bis 13. WH-Sprecherin Petra Scholz nickt, wenn man das Gebäude als gleichnishaft für die ganze Stadt beschreibt: Die Hälfte kommt weg, die andere wird modernisiert. Und das kann schon etwas dauern. In einem Jahr sollen die Arbeiten beendet sein. „Wir haben hier verschiedene technologische Abhängigkeiten“, sagt Udo Gumpert. Zum Beispiel wird das komplette Dach erneuert. Das Schmetterlingsdach weicht einem Pultdach. Hauptgrund: Die Regenentwässerung, die bisher im Gebäude verlief, muss nach draußen. Das wiederum ist wegen der Wärmedämmung am Haus nötig.

Drinnen hat man indessen sämtliche nichttragenden Wände herausgerissen. Im Wesentlichen werden so aus einstigen Drei- jetzt Zweiraumwohnungen. Partiell sind die neuen Wände auch schon gestellt. In Aufgang Nummer 1, der einmal komplett für Personal des benachbarten Klinikums zur Verfügung stehen soll, sind etwa zusätzlich zwei Wohnungen entstanden, die sich für Wohngemeinschaften eignen würden. Die Appartements in den Aufgängen 2 und 3 sollen einmal „normal“ vermietet werden, während der Rest wie geschildert Senioren vorbehalten sein soll. Allerdings schafft die Wohnungsgesellschaft hier auch eine behindertengerechte Gästewohnung.

Die Geschäftsunterlagerung zur Käthe-Niederkirchner-Straße hin wird in acht Einheiten neu gegliedert. Das Interesse scheint groß zu sein. Zwar verrät WH-Projektleiterin Brigitte Zeschke erst einmal nur, dass derzeit die Vorverträge vorbereitet werden. Aber von dem Vorhaben, im Parterre eine weitere Begegnungsstätte des WH-Vereins „Wohnen zu Hause“ unterzubringen, ist die Gesellschaft jedenfalls abgerückt. Bekannt ist bisher schon, dass die Frauen vom Frisiersalon „Anja“ als Erste wieder einziehen sollen, die seit dem Sanierungsbeginn in einem großen, vor dem Haus platzierten Friseur-Mobil an den Köpfen ihrer Kunden arbeiten. Doch bevor die Gewerbeeinheiten in Angriff genommen werden können, muss darüber die Fassade in Ordnung sein. Das ist eine der genannten technologischen Abhängigkeiten.

Auf der anderen Seite ist man schon deutlich weiter. Die Hälfte der dort stehenden Garagen wurde abgerissen. Der so geschaffene Freiraum kann zusammen mit dem Areal, auf dem einmal die Aufgänge 7 bis 13 standen, zu Parkplätzen beziehungsweise zu einer Grünfläche umgestaltet werden. Die zwei großen Bäume, von denen aus einst die Kinder der Anwohner auf die Garagendächer kletterten, bleiben gewissermaßen als Anfang schon einmal stehen. „Mit der Modernisierung des verbleibenden Teils des Hauses wird eine bauliche Fassung entlang der Käthe-Niederkirchner-Straße erreicht“, hatte die Wohnungsgesellschaft im Frühling den Umstand umschrieben, warum sie auf Drängen der Stadtplanung vom Vorhaben des Komplett-Abrisses abgerückt war. Dass das Ganze sicher nicht einfach ist, zeigt ein Blick auf die Kosten. An der Heinrich-Mann-Straße investiert die städtische Gesellschaft nämlich insgesamt knapp 4,8 Millionen Euro.

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