Die Rückkehr des Delfins

Freitag, 11. Dezember 2015

Die Kinder der Kita „Am Elsterbogen“ durften den neuen Kleinkindbereich im Lausitzbad als Erste in Beschlag nehmen.
Die Kinder der Kita „Am Elsterbogen“ durften den neuen Kleinkindbereich im Lausitzbad als Erste in Beschlag nehmen.

Von Mirko Kolodziej

Seit der Eröffnung des Lausitzbades Hoyerswerda Anfang 1999 ist der Delfin sein Maskottchen. Das Tier fand sich bisher allerdings nur zweidimensional im Firmen-Logo – recht groß zu Palm-Springs-Zeiten, unter der Ägide der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) etwas geschrumpft.

Nun kann man im Bad einem Delfin auf den Bauch drücken und er speit Wasser. Das Tierchen ist natürlich nicht echt, sondern besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Es ist Teil einer 320 000 Euro-Investition im Bad, eine der größeren Neuanschaffungen in der SWH-Gruppe in diesem Jahr. Lärmend durften am Donnerstag die Vorschulkinder der Kita „Am Elsterbogen“, die am Gondelteich sonst vor allem zum Schwimmunterricht anrücken, den neuen Kleinkindbereich einweihen.

Es gibt hier unter anderem eine Sonneninsel mit einer Schildkröte und zwei Palmen. Auch diese Ausstattungsgegenstände verfügen über Knöpfe, die Fontänen auslösen. Verlassen können Kinder die Insel über eine Mini-Rutsche. Etwas größer ist das Modell am neuen Piratenschiff, das auch über ein Kletternetz und eine Wasserkanone verfügt. Zudem füllt sich oben am Mast ein Wassereimer, um sich regelmäßig mit lautem Platschen zu entleeren.

Und dann wäre da noch ein Aussichtstürmchen mit Fernrohr und Wasserrad. Die Spiel- und Spaßgeräte stammen von der Firma Aquarena im württembergischen Jettingen, die ihre Wasserattraktionen weltweit vertreibt. Dass sie nun nach Hoyerswerda liefern durfte, hängt mit zwei Dingen zusammen. Das alte Piratenschiff war schon über einige Jahre marode. „Der Zustand ließ sich nicht mehr rechtfertigen“, sagt Lausitzbad-Chef Rainer Warkus. Der Ursprung des Übels fällt in die Turbulenzen aus der öffentlich-privat geteilten Anfangszeit des Lausitzbades. Das, so Bürgermeister Thomas Delling (SPD), „nicht so ganz qualitätsgerecht gebaut“ wurde.

Wiederum hatten es die Bauarbeiter beim neuen Kleinkindbereich also mit dem Umstand zu tun, dass keine Dokumentation verfügbar war. Von „Problemen, die nicht absehbar waren“, spricht Rainer Warkus bezüglich der Arbeiten, die im Spätsommer begonnen hatten.

Doch neben dem Umstand, dass das alte Piratenschiff nicht mehr lange durchgehalten hätte, galt es zuletzt auch als anderweitig problematisch. „Es war ein Mischmasch an Funktionen, die sich gegenseitig überlagert haben“, sagt Falko Hinz von der GF Bauplanung aus Bautzen, die sich um den Umbau gekümmert hat. Was er damit meint: Das Areal war bisher nur bedingt ein wirklicher Kleinkindbereich für Jungen und Mädchen bis sieben oder acht.

Während sie unten spielen wollten, stürzten sich größere Kinder und Erwachsene die große Rutsche hinunter. „Da waren die Kleinkinder eigentlich immer im Hintertreffen“, meint Falko Hinz. Mit dem Bau der neuen, grünen Rutsche zwischen 25-Meter-Becken und Strömungskanal im vorigen Jahr wurde für Ältere bereits Ersatz geschaffen. Nun kann das 30-Zentimeter-Bassin als wirkliches Planschbecken tatsächlich nur den Jüngsten zur Verfügung stehen. Nach wie vor haben es die Steppkes hier auch schön warm. Das Wasser rund um das sogenannte „Piratennest“ wird auf 30 Grad Celsius angeheizt.

Delfine haben es in der freien Natur sicher kälter. Aber dort haben sie in der Regel auch keine Namen. Der erste dreidimensionale Delfin im Lausitzbad dagegen soll nun einen Namen bekommen. Mit Eröffnung des Kleinkindbereiches begann auch ein entsprechender Wettbewerb. Bis zum 10. Januar kann man an der Kasse eine Karte mit einem Vorschlag ausfüllen und in einen eigens aufgestellten Papp-Briefkasten werfen. Wenn am 15. Januar dann der 17. Geburtstag des Bades gefeiert wird, soll nicht nur die Taufe stattfinden. Der Einreicher des Siegervorschlages wird zudem mit einer Jahreskarte prämiert. In Sachen Delfin soll es das aber noch nicht gewesen sein. Wie zu hören ist, gibt es nämlich Gedanken, das Maskottchen künftig wieder etwas stärker zur Geltung zu bringen.

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