Die neuen Mieter ziehen später ein

Donnerstag, 07. Mai 2015

Putzige Kerlchen wie dieses ziehen erst später in die neue Erdmännchenanlage ein.
Putzige Kerlchen wie dieses ziehen erst später in die neue Erdmännchenanlage ein

Von Silke Richter

Die Inneneinrichtung fehlt noch. Ansonsten sind die Bauarbeiten an der neuen Erdmännchen- und Stachelschweinanlage im Hoyerswerdaer Zoo abgeschlossen. Die Tierpfleger werden die nächsten Tage also noch nutzen, um in den vorbereiteten Höhlen aus Sandstein und Holzstämmen das „Bettzeug“ für die Erdmännchen – aus Rindenmulch – herzurichten und die für diese Tiere notwendigen Wärmelampen anzuschließen, erklärte Zooleiterin Kathrin Witzenberger gestern vor Medienvertretern. Am Sonntag wird die Anlage offiziell eingeweiht.

Allerdings muss sie erst einmal ohne ihre zukünftigen Bewohner auskommen. Grund: Notwendige Schieber an den Zwischentüren fehlen noch, hieß es gestern. Sie dienen dazu, die Tiere vom Innen- und Außenbereich ihres Geheges zu trennen. Denn auch im Zoo Hoyerswerda gibt es täglich den sogenannten Einsperrdienst. Zootiere sind über Nacht zu ihrem eigenen Schutz in ihren Ställen untergebracht. Auch tierärztliche Untersuchungen erfordern oft die notwendige Isolierung eines oder mehrerer Tiere, um eine erfolgreiche Behandlung gewährleisten zu können. Deshalb bleiben die fünf neuen Erdmännchen – das Elternpaar Wilma und Wilhelm, das mit seinen drei Jungtieren jüngst aus dem Stuttgarter Zoo nach Hoyerswerda umgezogen ist – in den nächsten Tagen in ihrem Eingewöhnungsstall.

Außerdem, erklärte Kathrin Witzenberger, sei für die geplante Zusammenführung von Stachelschweinen und Erdmännchen auf der neuen Anlage momentan sowieso ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Das muss verschoben werden. Manchmal geschehen halt unvorhergesehene (aber schöne) Dinge. Denn just am 14. April, als Kathrin Witzenberger mit der neuen Erdmännchenfamilie aus dem Stuttgarter Zoo zurückgekehrt war, erfuhr die Zooleiterin, dass die Stachelschweine Lina und Walter am selben Tag Eltern geworden waren. „Die beiden nehmen ihre neuen Rollen sehr ernst und verteidigen ihr Jungtier sehr vehement. Auf eine Zusammenführung mit den Erdmännchen müssen wir deshalb erst einmal verzichten und warten, bis das Stachelschweinjungtier etwas größer geworden ist“, ließ Kathrin Witzenberger wissen. Der gemeinsame Umzug beider Tierarten soll aber noch in diesem Jahr erfolgen, informierte Arthur Kusber, Geschäftsführer der Zoo, Kultur und Bildung gGmbH.

Zur neuen, über 200 Quadratmeter großen Anlage gehört auch ein abgegrenzter Spielbereich für Kinder. Das Erdmännchen- und Stachelschweingelände neben dem Zoorestaurant „Sambesi“ ist ein wichtiger Teil des zukünftigen Afrikabereichs. Wie berichtet, soll der Zoo Schritt für Schritt zu einem Geo-Zoo umgestaltet werden, in dem Tiere nach geografischen Gesichtspunkten gehalten werden. Der Bau der neuen Stachelschwein- und Erdmännchenanlage, die sich auf dem Areal des früheren Bärengeheges befindet, kostete 200 000 Euro und konnte durch viele Sponsoren- und Spendenbeiträge finanziert werden. Für die Unterstützer wird es am Sonntag um 13 Uhr eine Dankeschönveranstaltung im Zoo geben, bevor die neue Anlage ab 14 Uhr offiziell den Besuchern übergeben wird.

Und weil die Anlage noch ohne „Mieter“ ist, dürfen sich die kleinen und großen Gäste in dem neu gestalteten Bereich ganz genau umsehen. Kathrin Witzenberger wird am Sonntagnachmittag vor Ort rückblickend über die einzelnen Bauabschnitte an der neuen Anlage berichten.

Zudem gibt‘s auf Monitoren Videoaufnahmen von der neuen Erdmännchenfamilie sowie von den Stachelschweinen Lina und Walter und ihrem Jungtier zu sehen. Für die jüngsten Besucher ist an diesem Nachmittag außerdem ein Wissensquiz mittels einer Rallye zu verschiedenen Stationen geplant.

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