„Der neue Gemeinderat muss an 2017 denken!“

Freitag, 03. Januar 2014

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine vor der Grundschule in Burgneudorf.
Spreetals Bürgermeister Manfred Heine vor der Grundschule in Burgneudorf.

Herr Heine, seit 2013 sind alle Spreetaler Trauerhallen saniert, das letzte Feuerwehrhaus gebaut, die Schulfassade erneuert und die Industriegebiets-Sanierung ist fast fertig. Sie machen jetzt ein halbes Jahr lang Urlaub?
Das wäre schön. Wir sind ein ganzes Stück voran gekommen, aber es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns.

Was war für Sie 2013 der Anlass zur größten Freude?
Am meisten freut mich, dass wir den Grundschul-Standort gesichert und Förderung für die Sanierung der Schule erhalten haben. Und dass das äußere Bild anhand der Kinderwünsche gestaltet werden konnte, macht einen schon glücklich.

Was war der Anlass zum größten Ärger?
Da gibt es vieles. Die Klage gegen die Bauvergabe zur Sanierung der Straße F im Industriegebiet tat weh. Und wenn ich sehe, dass wir mit der Spreestraße nicht so weiterkommen, auch wenn der Landkreis sie jetzt eingeordnet hat, ist das nicht schön. Wenn ich den Wahnsinnsverkehr in den Ortsteilen sehe, speziell in Burg, nervt das. Da brummen die Lkw nur so durch, fahren wegen der Enge über die Bürgersteige, und wenn sie sich auf der Brücke begegnen, dann muss einer anhalten. Unmöglich!

Realistisch wird es aber sicher auch 2014 nichts mit der Spreestraße zwischen Neustadt und der B 97, oder?
Richtig. Für mich ist wichtig, dass sie auf der Agenda bleibt. Der Kreis hat sich dazu bekannt. Dass es schwierig wird, wussten wir. Die Straße durchkreuzt sensible Gebiete. Hier müssen wir uns sicher etwas einfallen lassen, um der Natur an der einen oder anderen Stelle etwas zurückzugeben. Ich kann nur sagen: Hoffen wir ’mal!

Warum geht es auch beim Schutz vor steigendem Grundwasser so langsam?
Das wird bei uns nie abgeschlossen sein, weil das Grundwasser eben Stände angenommen hat, die an manchen Stellen schon beängstigend sind. Speziell im Neustädter Raum war der Frust der Bürgerschaft enorm, fünf Jahre lang im Wasser zu stehen. Nun haben wir den ersten Teilabschnitt des Grabens geschafft. Wir wollten weiter sein. Aber das Wasser trat mit derartiger Gewalt aus dem Boden, wie sich das vorher niemand vorstellen konnte. Das hat uns sehr überrascht. Wir sind aber zuversichtlich, dass in diesem Jahr der Spuk vorbei ist und die Häuser im Trockenen stehen. Nichts geschafft haben wir in Burgneudorf. Wir sind hier im achten Jahr, in dem die Leute nasse Keller haben. Die Häuser faulen richtig. Wir überlegen mit der LMBV, wie wir im Zuge der Aktivitäten zur Säuberung der braunen Spree auch Burgneudorfs Grundwasserproblem heilen.

Wird das 2014?
Also wenn die Sofortmaßnahmen der LMBV 2014 werden, dann ja.

Wie stehen die Chancen?
Ich lese die Schlagzeile, dass Sachsen sich zur Reinigung der braunen Spree bekennt und dass das „Chefsache“ ist. Wer da nicht glaubt, dass das 2014 wird, dem kann man, glaube ich, nicht mehr helfen. Ich gehe davon aus, dass das 2014 angegangen wird.

Was haben Sie sonst noch vor?
Auf der Agenda steht nach wie vor Schwarze Pumpe. Wir sind im Industriegebiet noch nicht fertig. Die Straße F und die Straße 10 mit der Verlegung des Südtors stehen noch an. Wir müssen auch zeigen, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, was den neuen Industriepark-Zweckverband angeht. Ich hoffe auch, dass Spremberg sich rasch findet. Es ist der größere Partner am Standort und die Situation ohne Bürgermeister und ohne stellvertretenden Bürgermeister ist nicht einfach. Das muss sich wieder ordnen. Uns beschäftigt auch die Schule weiter. Wir sind noch nicht ganz fertig damit. Und wir schieben derzeit ein Sportstättenkonzept an.

Wozu das?
Wir wollen herausbekommen, ob wir uns eine neue Turnhalle leisten sollten oder die alte Turnhalle in Burgneudorf aktivieren, was zumindest aus meiner Sicht nicht optimal wäre. An der Schule läge sie günstiger.

Was hat der im Mai zu wählende neue Gemeinderat zu bewältigen?
Wir müssen an das Jahr 2017 denken, in dem bei uns Bürgermeisterwahlen wären. Die Frage ist, wie wir uns künftig aufstellen. Alle wissen eigentlich: Alleine wird es wohl nicht mehr reichen. Wir müssen also überlegen, mit welcher Gemeinde wir uns „verheiraten“ wollen. Der neue Gemeinderat wird also die Wahnsinnsaufgabe haben, sich zu positionieren, wohin die Reise in diesem Zusammenhang gehen soll.
Fragen: Mirko Kolodziej

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