Das Bernsdorfer Waldbad hat einen neuen Betreiber

Samstag, 21. Februar 2015

Idyllisch im Grünen gelegen ist das Bernsdorfer Waldbad mit seinen Campingplätzen. Das Naherholungszentrum hat seit gestern eine neue Betreiber-Familie. Die ist vielen vom Knappensee her bekannt.  Luftbild: Ralf Grunert
Idyllisch im Grünen gelegen ist das Bernsdorfer Waldbad mit seinen Campingplätzen. Das Naherholungszentrum hat seit gestern eine neue Betreiber-Familie. Die ist vielen vom Knappensee her bekannt. Luftbild: Ralf Grunert

Von Ralf Grunert

Als einen „ganz wichtigen Beschluss auch für die Bevölkerung“ bezeichnete der Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel (CDU) am Donnerstagabend die Entscheidung des Stadtrates über den Abschluss eines neuen Pachtvertrages für das Waldbad. Mit Familie Gläßer war der Bewerber zugegen, mit dem dieser Pachtvertrag abgeschlossen werden sollte. „Ich würde Sie bitten, dass Sie sich in den nächsten 60 Minuten kurz vorstellen“, überließ der Bürgermeister den Gästen das Wort. So viel Zeit würde sie nicht benötigen, meinte Marlen Gläßer, gleichsam signalisierend, dass die Chemie zwischen ihnen und der Stadtverwaltung stimmt. Nicht mal 60 Sekunden später beendete sie ihre Ausführungen.

Fragen aus der Runde der Stadträte gab es keine. Diese hatten zuvor erfahren, dass Familie Gläßer den Ferienpark Knappensee betreibt. Dazu gehört der Sportgarten „Sunshine-Park“ mitsamt der Gastronomieeinrichtung. Und bis zur Sperrung des Knappensees für die bergbauliche Sanierung war Familie Gläßer auch Betreiber zweier Campingplätze und eines Bootsverleihs. Woraus für die Stadträte ersichtlich wurde, dass es sich um einen Bewerber mit langjähriger Erfahrung handelt, der sein geistiges Know-how nun im Bernsdorfer Waldbad einbringen möchte. Gläßers hatten im November vom überraschenden Tod des Waldbad-Betreibers und „Räuberhütten“-Wirtes Jochen Herrmann gehört, wie Marlen Gläßer schilderte.

Im Dezember habe man sich vor Ort umgeschaut sowie mit der Witwe von Jochen Herrmann und mit der Stadtverwaltung Bernsdorf, die bereits einen neuen Betreiber suchte, Kontakt aufgenommen. Schrittweise und damit ganz im Stil von Jochen Herrmann würden Gläßers das Waldbad gern weiterentwickeln. Sie haben vor, dieses Jahr die Saison am 15. Mai zu eröffnen. Und vielleicht, so ließen sie auf eine Anmerkung des Bürgermeisters hin wissen, klappt es auch mit einem Kahnverleih auf dem Schmelzteich, was der Stadtverwaltung sehr am Herzen liegt. „Auch das haben wir uns schon angeschaut“, sagte Marlen Gläßer. Die notwendigen sechs Boote sind vom Knappensee-Kahnverleih übrig.

Nach dem einstimmigen Okay des Stadtrates unterschrieb der Bürgermeister noch am Sitzungstisch den vorbereiteten Pachtvertrag. „Damit es morgen losgehen kann“, verwies er auf die Kürze der Zeit bis zur Waldbad-Saisoneröffnung. Fünf Minuten später verließ Familie Gläßer mit dem von Rico Gläßer als neuem Pächter gegengezeichneten Vertrag in der Tasche das Haus. Den Betrieb des Ferienparks Knappensee samt „Sunshine-Park“, wo sie in den vergangenen Jahren reichlich Campingplatzerfahrungen sammeln konnten, werden Gläßers aber nicht aufgeben.

Der Pachtvertrag in Bernsdorf, so die Erläuterung von Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß, hat eine Laufzeit von erst einmal zehn Jahren. Er umfasst das komplette Waldbadgelände mit Campingplätzen, Gaststätte und Parkplatz sowie der Wasserfläche. Neu hinzugekommen ist die fischereirechtliche Bewirtschaftung des Sees.

Insgesamt gab es vier Bewerber. Einer hat laut Bürgermeister abgesagt, ein anderer ist zum Vorstellungstermin nicht erschienen. Gläßers aus Groß Särchen machten unter den zwei verbliebenen Interessenten das Rennen. „Mit Familie Gläßer wird unser Naherholungszentrum Waldbad im Sinne von Jochen Herrmann weitergeführt.“ Davon ist Harry Habel überzeugt.

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