Brandschutz soll einfacher werden

Freitag, 30. August 2013

Bernhard Boch (Elsterheide), Udo Witschas (Lohsa), Stefan Skora (Hoyerswerda) und Georg Szczepanski (Wittichenau) enthüllten gemeinsam den neuen Aufkleber, der künftig alle Seenland-Feuerwehren Heck zieren soll.
Bernhard Boch (Elsterheide), Udo Witschas (Lohsa), Stefan Skora (Hoyerswerda) und Georg Szczepanski (Wittichenau) enthüllten gemeinsam den neuen Aufkleber, der künftig alle Seenland-Feuerwehren Heck zieren soll.

Es brennt, es gibt einen Unfall, man ruft die Feuerwehr, die dann schnell anrückt und professionell hilft. So stellt sich das jeder vor. Doch dass die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft bei vielen Freiwilligen Feuerwehren immer schwieriger wird und die Kommunen, die für den Brandschutz zuständig sind, vor immer größere Probleme stellt, wird in der Öffentlichkeit nur am Rande wahrgenommen. Seit Jahren befassen sich Feuerwehren, Kommunen und mittlerweile auch die Politik mit der Problematik, wie man den Brandschutz in Zukunft sicherstellen kann.

Im Lausitzer Seenland rutscht man jetzt enger zusammen. Die Städte Hoyerswerda, Bernsdorf, Lauta und Wittichenau sowie die Gemeinden, Elsterheide, Lohsa, Spreetal und Oßling haben eine Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in der Brandbekämpfung und der Gefahrenabwehr bei besonderen Schadensereignissen unterzeichnet. Die ersten Unterschriften wurden am Mittwochabend unter das Papier gesetzt. Passenderweise in der Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda. Denn dort fand am Mittwoch eine Regionalkonferenz zur Entwicklung des Brandschutzes im Lausitzer Seenland statt.

Die neue Vereinbarung, so schildert Hoyerswerdas Feuerwehrchef Dieter Kowark, macht die Zusammenarbeit künftig unkomplizierter. Die Kommunen gehen mit dieser Willensbekundung einen Weg, der von Landesbranddirektor René Kraus als zukunftsweisend für Sachsen betrachtet wird. Denn die Kommunen erarbeiteten ihre Bedarfspläne für den Brandschutz für ihr Gemeindeterritorium bislang allein. Jetzt sollen diese Pläne der genannten Kommunen aufeinander abgestimmt werden. Wenn der eine bei sich Spezialtechnik hat, muss sie der andere nicht unbedingt anschaffen.

Neue Herausforderungen sind beispielsweise auch die vielen neuen Energieerzeugungsanlagen am Rande von Wäldern, Einsätze auf den Seen oder Großveranstaltungen wie das Seenlandfestival. Die Zusammenarbeit, nicht nur bei den Feuerwehren, sondern auch mit Polizei und dem DRK war im Seenland in dieser Größenordnung eine Premiere, die zudem auch noch gelungen ist, wie sowohl von Feuerwehr als auch Polizei eingeschätzt wird. Und auch die Kostenerstattung der Kommunen untereinander bei Einsätzen ist künftig unkomplizierter geregelt, als es bislang Standard ist. Daher soll es eine ähnliche Vereinbarung auch zwischen den Gemeinden Spreetal, Elsterheide und der Werkfeuerwehr Vattenfall in Schwarze Pumpe geben.

Untersetzt wird das alles sogar wissenschaftlich. Hoyerswerda ist wie das Gebiet um Weißwasser und die Sächsische Schweiz Modellregion beim Frauenhofer-Institut, das entsprechende Programme für die Gefahren- und Risikobewertung entwickelt. Daraus lassen sich kreative Lösungen ableiten. In der Sächsischen Schweiz sollen nun beispielsweise drei Gemeinden und ihre Wehren einen neuen Weg gehen und künftig ein gemeinsames zentrales Depot betreiben, das Kosten spart, aber eben auch gute Technik und optimale Hilfe für die Bürger aller Orte garantiert, die bislang so nicht gegeben ist.

Ob sich diese Lösung durchsetzt, bleibt abzuwarten. Denn wie Lohsas Bürgermeister Udo Witschas skizzierte, sind viele Feuerwehren ja auch das organisatorische Rückgrat eines Dorfes. Das Besitzstandsdenken ist da stark ausgeprägt.

Zurück

Einen Kommentar schreiben