Baubeginn für neue Zoo-Attraktion

Samstag, 05. Juli 2014

So soll die neue Erdmännchen-Stachelschwein-Anlage aussehen
So soll die neue Erdmännchen-Stachelschwein-Anlage aussehen

Von Uwe Schulz

Über ein Jahr steht die alte Bärenanlage im Zoo Hoyerswerda nun schon leer. Und doch riecht es überall noch nach Braunbär. Das wird sich bis zu den Herbstferien ändern. Dann riecht es hier nicht mehr nach Meister Petz – auch die Anlage wird man kaum noch wiedererkennen. Denn die Zoo, Kultur und Bildung gGmbH investiert 230 000 Euro in deren Umbau zur kombinierten Erdmännchen-Stachelschwein-Anlage. Nächste Woche geht es los. Dann wird der Bereich der alten Anlage abgesperrt, beginnt die Entkernung.

 Bis die massiven Schieber und Stalleinbauten entfernt, die Anlage abgeräumt ist, werden einige Wochen vergehen. Anschließend wird ein Großteil des alten Bärengrabens verfüllt, alles umgestaltet. Die Zooleitung hat sich Tipps für die richtige Mischung des Bodens bei den Kollegen in Leipzig geholt. In Hannover sah Zooleiterin Kathrin Witzenberger, wie gut sich Erdmännchen und Stachelschweine vertragen können, wenn man denn jedem seinen Rückzugsraum gewährt. An Platz soll es nicht mangeln. Rund 200 Quadratmeter wird die neue Anlage messen, dazu kommen noch 100 Quadratmeter Abenteuerbereich für die Menschen. Vor allem für die jungen. Per Rutsche geht es unter Tage und durch einen überdimensionalen Erdmännchen-Gang wieder nach draußen.

Wer die Afrika-Anlagen im Zoo Leipzig kennt, kann sich vorstellen, wie die neue Anlage im Hoyerswerdaer Zoo aussehen wird. Statt Geländer wird eine in Lehmoptik gehaltene Mauer die Menschen von den Tieren trennen. Große Glasscheiben geben hier und da den Blick bis in Bodenhöhe ins Gehege frei. Selbstverständlich wird das ganze Gehege naturnah gestaltet – vom Boden bis zur Fassade der alten Stallungen. Diese sollen saniert und auch von der Wärmedämmung her auf den aktuellen Stand gebracht werden, um Betriebskosten zu sparen.

Den Erstbezug in den Herbstferien sollen die beiden schon im Zoo lebenden Stachelschweine vornehmen. Im Frühjahr werden dann zwei oder drei Erdmännchen angeschafft. Da diese als recht vermehrungsfreudig gelten, dürfte der Rudelaufbau relativ rasch vonstattengehen. Das jetzt noch auf der alten Anlage lebende Erdmännchen-Weibchen ist laut Kathrin Witzenberger sehr alt und darf dort bis zum Lebensende wohnen. Danach soll die Anlage, auf der früher Wölfe gehalten wurden, zum begehbaren Kräutergarten umfunktioniert werden – für die Zoo- und Museumspädagogik, aber auch für die Zoogaststätte. In die alte Stachelschweinanlage sollen Kaninchen einziehen.

Oberbürgermeister Stefan Skora freute sich gestern über die Investition. Die wird zu einem nicht näher bezifferten Teil von der Wohnungsgesellschaft bestritten. 100 000 Euro steuert seinerseits der Verein der Zoofreunde bei. Ohne diese Unterstützung würde die Anlage nur ein Wunsch bleiben. Vereinschef Karsten Bormann ist sicher, dass die neue Anlage eine Bereicherung und ein Besuchermagnet werden wird.

Wer mehr über die aktuellen Projekte des Zoos erfahren möchte, kann am Samstag, dem 12. Juli, um 18 Uhr am „Zoogeflüster“ in der Zoogaststätte Sambesi teilnehmen und alles aus erster Hand erfahren.

Zurück

Einen Kommentar schreiben