Alte Knochen gefunden

Mittwoch, 09. August 2017

Foto: TB-Archiv

Wieder einmal sind in Hoyerswerdas Altstadt Knochen gefunden worden, die mit dem früheren Friedhof und dem angeschlossenen Siechenhaus (im Bild) zu tun haben. Die Polizei informiert über entsprechende Untersuchungen im Bereich des heutigen Jürgen-von-Woyski-Parks an der Ecke Friedrichsstraße / Heinestraße.

Bei Schachtarbeiten seien am gestrigen Dienstag menschliche Knochen zum Vorschein gekommen, die dann eine forensische Archäologin unter die Lupe genommen habe. Ihr Befund: Die Knochen sind zwischen 50 und 200 Jahren alt.

Das passt, denn der Friedhof wurde 1901 geschlossen. Das Siechenhaus existierte seit 1724 und es ist bekannt, dass es in den 1930ern wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Zuletzt hatte es 2013 im Bereich der Commerzbank einen Knochenfund gegeben.

Nach Auskunft des Landesamtes für Archäologie handelt es sich bei den jüngsten Funden um Fragmente von Beinknochen. Sie wurden zwecks weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen nach Dresden gebracht. (red)

Aktualisierung: Wie sich inzwischen herausgestellt hat, lagen die Knochenfragmente nicht im Bereich des Woyski-Parks, sondern ein paar hundert Meter entfernt im Bereich des Parkplatzes zwischen dem Förderzentrums für Körperbehinderte und dem Wohnpark in der früheren Orthopädie. Hier passen die ursprünglich von der Polizei gemachten Referenzen zum Friedhof und zum Siechenhaus allerdings nicht.

Aktualisierung 2: Zwar stand ungefähr an der Stelle, an der die Knochen gefunden wurden, von 1850 bis 1897 die private Armen-Krankenanstalt des Kreisarztes Dr. Timpf. Allerdings ist fraglich, ob die Knochen damit zu tun haben. Man hat Tote ja auch damals nicht einfach vor die Tür geworfen, sondern auf dem Friedhof bestattet - der sich im heutigen Woyski-Park befand. Spekulativ, aber möglich: Vielleicht handelt es sich bei den Knochenfragmenten um Überbleibsel eines Weltkriegstoten?

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