Von Retro bis Heilpflanze – Tipps der Profi-Gärtner

Montag, 05. März 2012

Beate Witte von der gleichnamigen Gärtnerei zeigt, wie bunt der Frühling ist.
Beate Witte von der gleichnamigen Gärtnerei zeigt, wie bunt der Frühling ist.

Vintage Bloom heißt der Pflanzentrend in diesem Frühjahr. Soll heißen: Ein frühlingsfrischer und romantischer Stil, der rosa und grüne Farbtöne miteinander kombiniert. Vorzugsweise eingebettet in Materialien, die aus früherer Zeit stammen. Beispielsweise altes Porzellan, aber gern auch eingearbeitete Stoffe, wie farbiges Glas oder Brokat. In Fachkreisen wird dieser Trend auch gern Retro-Look genannt.

„Letztlich ist aber immer das angesagt, was gefällt“, meint Beate Witte, Chefin der gleichnamigen Gärtnerei. Und das sind in Hoyerswerda und Umland meist nun mal bunte Stiefmütterchen oder auch verschiedenfarbige Primeln als Erstbepflanzung auf Balkonen oder Grabstätten. Primeln seien jedoch nicht ganz so robust und vertragen im Gegensatz zur eher anspruchslosen Veilchengattung keinen Frost. Auf eine Düngung könne man im Frühjahr durchaus verzichten, vorausgesetzt man nimmt frische Blumenerde, in der alle notwendigen Nährstoffe enthalten sind, sagt Beate Witte.

Für die Sommerbepflanzung sind nach wie vor rote Geranien sehr gefragt. Aber es gäbe durchaus auch viele Leute, die ihre Blumen immer passend zu ihrem Sitzkissen auf dem Balkon kaufen. Doch egal, welcher Trend gerade angesagt ist – mit den ersten anhaltenden Sonnenstrahlen werden die Veranden seit ein paar Tagen auch wieder sehr viel intensiver genutzt. Die Menschen zieht es einfach raus. Ein Phänomen, das auch Beate Witte jedes Jahr aufs Neue beobachten kann. „Kaum sind die ersten warmen Sonnenstrahlen da, zieht es die Leute verstärkt in die Gärtnereien. Viele können es dann kaum erwarten, dass die Arbeit auf Balkonen oder Gärten endlich losgeht“, so die Unternehmerin.

Ulrich Schmidt hat auf seiner über zwei Hektar großen Fläche im Gegensatz zu Hobbygärtnern immer was zu tun. Egal ob Winter oder Frühjahr: Die Plantage in der Hohlbeinstraße ist besonders Anlaufpunkt für Kleingärtner. Bei dem 72-Jährigen gibt es vor allem Obstbäume und Beerensträucher zu kaufen aber auch, je nach Jahreszeit, frische Endprodukte wie Kartoffeln, Topinambur, Erd- und Johannesbeeren sowie Haselnüsse.

„Es ist erstaunlich. Viele Kleingärtner bauen jetzt verstärkt Gewächse an, die eine heilende Wirkung haben. Kräuter sind auch wieder angesagt“, erzählt Ulrich Schmidt. Wer auf Raritäten setzt, der wird fündig. So steht derzeit offenbar für Kleingärten die japanische Drachenweide hoch im Kurs. Oder Hamamelis. Der Strauch trägt in diesen Tagen schon gelbe Blüten und findet in der Medizin als Heilpflanze seine Anwendung.

Momentan, so empfiehlt Ulrich Schmidt, sei es ratsam, die Gärten vom Winterdreck zu befreien, aufzuräumen und die ersten Vorbereitungen für die Pflanzphase zu treffen. Auch das Verschneiden von Bäumen kann jetzt durchaus gemacht werden. „Wichtig ist nur, dass keine Ast-Stummel zurückbleiben, damit der Wundverschluss beim Baum auch richtig gut zuwachsen kann“, rät Ulrich Schmidt.

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