Ohne sie laeuft nichts

Montag, 13. Juli 2015

Marina Brueggemann und Marlies Haink verkaufen Lausitz- und Krabat-Souvenirs
Marina Brueggemann und Marlies Haink verkaufen Lausitz- und Krabat-Souvenirs

Von Anja Wallner

Um 18 Uhr, kurz nach dem Einlass, geht es auf dem Hof der Krabatmühle noch recht ruhig zu. Die ersten Festspiel-Besucher suchen sich ihre Sitzplätze. Krabat-Darsteller Max Agné spielt sich allein auf dem angrenzenden Feld warm. Zwei Jungschauspieler plaudern in der Garderobe. Aber hinter den Kulissen wird schon längst gewuselt. Denn es dauert nicht lange, dann schlendern hungrige und durstige Gäste zu den Verkaufständen. Um das Wohl der Besucher kümmern sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer.

Viele von ihnen sind schon „alte Hasen“, trotz des Stresses immer wieder dabei. An den 14 Aufführungstagen sind im „Rotationsprinzip“ im Einsatz: 130 Gastronomie-Helfer. 28 Feuerwehrleute aus der Region für die Brandsicherheitswache. Zehn Frauen vom Schwarzkollmer Landfrauenverein für die Tischdeko. Außerdem 15 Kuchenbäcker aus dem Dorf und drei Frauen, die täglich frisch in der Ländlichen Werkstatt am Dorfplatz Rindfleisch mit Meerrettich zubereiten – wie früher auf einem riesigen Kohle-Holzofen (auch bei der Hitze in der letzten Woche!). Yvonne Kupfer aus Torno bringt jeden Abend ihre drei putzigen Shetland-Ponys für die Inszenierung vorbei, führt sie auch selbst im Stück. Die Stephans aus Schwarzkollm – Mama, Papa, vier Kinder – sind als Familie Teil der Darstellerriege. Einen Vorteil davon kennt Heidemarie List, die sich unermüdlich um die sorbischen Trachten der Schauspieler kümmert. „Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man so oft nicht zu Hause ist.“

Ihr Mann Eberhard verkauft in der Mühlenscheune derweil Plinsen und Fettschnitten… Apropos: „Gute Seele des Essens“ ist Katrin Strecker. Um 8 Uhr morgens steht sie mit ihren „Kollegen“ zum rund dreistündigen Aufräumen auf der Matte; ab 16 Uhr beginnt für sie die Vorbereitung des Abendgeschäfts. Einmal wöchentlich wird eingekauft, Fleischwaren jeden Tag frisch. Zum Lagern stehen zwei Kühlwagen bereit. Leberwurst- und Fettschnitten aus 25 Broten verschwinden täglich in den Gästemägen. Die müssen erst mal geschmiert werden! Dazu verarbeiten Pfannenkünstler wöchentlich 120 Liter Buttermilch zu Plinsen: macht in Summe 960 der appetitlichen Fladen.

Zu den genannten und Dutzenden ungenannten Helfern kommen 34 Produktionsmitarbeiter, die für Ton, Licht oder die Requisite sorgen. „Ohne sie alle würde es nicht gehen, das kann man gar nicht oft genug betonen!“, sagt Intendant Peter Siebecke immer wieder. Wenn am 19. Juli der „letzte Vorhang“ der diesjährigen Festspiele fällt, heißt es danach für hoffentlich viele: ab in den Urlaub!

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