Kleine Pause vor großen Projekten

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Abriss der ersten beiden Aufgänge der „Stadtmauer“ in der Schweitzer-Straße (von links bis zur ersten sichtbaren Gebäudekante) soll 2013 erfolgen, weitere drei Aufgänge sind geplant.
Der Abriss der ersten beiden Aufgänge der „Stadtmauer“ in der Schweitzer-Straße (von links bis zur ersten sichtbaren Gebäudekante) soll 2013 erfolgen, weitere drei Aufgänge sind geplant. Die Aufgänge 23 bis 28 gelten als sicher Fotos Uwe Schulz

Es gab Jahre, da war die Jahresbilanz der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda ein gigantischer Verlust. 2011 erzielte der kommunale Großvermieter hingegen einen Überschuss in Höhe von 2,45 Millionen Euro. Und für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet Geschäftsführerin Margitta Faßl mit einem ähnlichen Ergebnis. Der Stand der Vermietung ist derzeit so gut wie lange nicht, wenngleich es laut Margitta Faßl wieder eine leichte Tendenz zu mehr Leerstand gibt. Offenbar wurde aber auch sonst gut gewirtschaftet. In den Bestand der 8 400 Wohnungen, 260 Gewerbeeinheiten sowie Parkplätze wurden 2011 rund 10,7 Mio. Euro investiert. Das meiste davon (7,2 Mio Euro) in die Instandsetzung. Eine Größenordnung, die in den kommenden Jahren beibehalten werden soll.

Sanierung und Neubau
In der Altstadt wurden die Rosenstraße 1 und die Grimmstraße 1 saniert. Neu gebaut wurden die Spremberger Straße 11 und 11 a. Letztere soll Ende August eingeweiht werden. In der Neustadt wurde die Bautzener Allee 25-31 saniert. Geplant sind in diesem und dem nächsten Jahr die Bautzener Allee 45-51 und das Eckgebäude Mann-Straße an der Klinikumskreuzung. Hier soll im September im Aufsichtsrat die Entscheidung fallen, wie vorgegangen wird. Noch ist unklar, ob vielleicht eine Etage oder ein ganzes Gebäudesegment abgetragen wird. Fest steht jedoch, dass die Wohnungsquerschnitte geändert und Aufzüge nachgerüstet werden sollen. Der Umbau am Bonhoefferstraßen-Hochhaus verzögert sich. Offenbar gestaltet sich die Finanzierung für den Umzug und den Betrieb des Konrad-Zuse-Computermuseums schwieriger als erwartet. Die WH saniert in jedem Fall 2013 alle Balkone an dem Elfgeschosser.

Instandhaltung
Vieles, was nach der Wende erneuert wurde, ist schon wieder ein Kandidat zum Austausch. Zudem registriert das Unternehmen, dass Wohnungen, die nach jahrzehntelanger Dauernutzung leer werden, einen recht hohen Instandhaltungsbedarf vor der nächsten Neuvermietung haben. Und Algen an vor über zehn Jahren sanierten Häusern sorgen ebenfalls für Arbeit. Die WH hat einige Blöcke bei der Fassadenerneuerung im Blick, so am Elsterbogen und in der Brecht-Straße.

Abriss
2011 riss die WH drei Häuser mit insgesamt 215 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten ab. In diesem Jahr haben die Abrissbagger Pause. Die WH hofft aus unternehmerischer Sicht, in der Schweitzerstraße die Aufgänge 18 und 19 bis Ende 2013 abreißen zu können, da so der WH noch 365 000 Euro Altschulden erlassen werden. Zuzug in die rund 90 Wohnungen gibt es schon nicht mehr. Über die Hälfte der Wohnungen soll bereits leerstehen. Seitens der WH soll jetzt in diesen beiden Aufgängen aktiv auf einen Umzug hingewirkt werden. Geschäftsführerin Margitta Faßl betont, dass, so wie im Stadtentwicklungskonzept benannt, die „Stadtmauer“ in den nächsten Jahren noch bis an die Hausnummer 23 heran, also inklusive Brandhochhaus, abgerissen werden soll. Alle folgenden Aufgänge (Nr. 23-28) stehen laut Margitta Faßl bei den Abrissüberlegungen nicht zur Debatte. Sie sind bis zum Jahr 2025 und vermutlich darüber hinaus sicher.

Grünflächen
Die Grünpflege ist ein schwieriges Thema, vor allem in einem Super-Wachs-Jahr wie diesem. Normalerweise werden die Grünflächen des Unternehmens nur zweimal im Jahr gemäht. Große Ausnahme sind die drei Parks, die die WH unterhält. Die Arbeiten im Park an der Südstraße, im Skulpturengarten in der Einsteinstraße und im Zentralpark am Lausitz-Center belaufen sich auf jährlich rund 150 000 Euro. Im Zentralpark klagt das Unternehmen über Vandalismus. Allein im zweiten Halbjahr 2011 waren Schäden im Wert von rund 4 000 Euro zu beseitigen.

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