Wo die nächsten Wohnhäuser weichen werden

Hoyerswerda. Bei der städtischen Wohnungegesellschaft stehen um die 1.000 Wohnungen leer, jährlich ziehen rund 100 Mieter ins Seniorenheim um oder versterben. Und weil eine leere Wohnung im Jahr rund 1.000 Euro Kosten verursacht, wird weiter abgerissen.
Dieser Tage sind die Mieter von vier Häusern über den Freizug informiert worden. Betroffen sind die Gebäude Händelstraße 8-12 und Bachstraße 30-34 im WK IV, Hufelandstraße 1-5 im WK V und Sputnikstraße 10-18 im WK VI – zusammen 122 Wohnungen. Abrisstermin: 2022.
Für dieses Jahr hatte die WH angekündigt, die Blöcke Dameraustraße 1-7 im WK I, Weinertstraße 16-22 im WK IV und Ziolkowskistraße 2-6 im WK VI wegzureißen. In wenigen Wochen soll jeweils der Abrissbagger anrücken. (red)
Kommentare zum Artikel:
Hans Benad schrieb am
Ein hausgemachtes Problem? Umzüge, hohe Sterberaten und Neubauten (!) sorgen für den Leerstand. Wie würde es denn aussehen, wenn man keine Neubauten errichten würde? Die meisten der abzureißenden Objekte machen mir den Anschein einer guten, soliden, mindestens teilsanierten Bausubstanz. Damit lassen sich aber natürlich nicht so einfach höhere Mieteinnahmen generieren wie mit Neubauten. Clevere Betriebswirtschaft! So verändert man eine Stadt!
Thomas Häntschke schrieb am
Auch wenn es nervt, aber in Bezug auf die Dameraustraße 1-7 kann ich den Abriss nicht nachvollziehen, da dieser Block zur Wiege der Hoyerswerdaer Neustadt ("Am `Block 114´ in der heutigen Konrad-Zuse-Straße erinnert eine Gedenktafel an den Beginn des industriellen Bauens und die Geburtsstunde der Hoyerswerdaer Neustadt.") gehört.
Mit dem Abriss, wird m. M. ein zu bewahrendes Wohnkomplexgesamtbild der Stadt zerstört, vor allem mit Blick auf den 65. Jahrestag (2022) der offiziellen Grundsteinlegung am 15. Juni 1957 mit dem Block 103, der heutigen Dameraustraße 2-10.
Es wäre wirklich angebracht, wenn die Verantwortlichen sich dazu entschließen könnten, diese Kulturgut-Zerstörung nicht durchzuführen und damit ein Ensemble zu erhalten, auf welches, wie schon geschrieben, mit einer Gedenktafel hingewiesen wird.
MfG Thomas Häntschke
Reinhard Ständer schrieb am
In vielen anderen deutschen Städten kämpfen die Menschen vergeblich um eine bezahlbare Wohnung - es gibt zu wenige. Und wir reißen weiter stabile Wohnbauten ab. Unsere Stadt sollte mehr für einen Umzug nach Hoyerswerda mit preiswertem Wohnraum und grüner Umgebung werben. Das würde dann auch den problematischen Umzug hochbetagter Bürger wegen Abriß innerhalb Hoyerswerdas ersparen.
Jana Schauer schrieb am
Es schmerzt sehr, als "ehemalige Hoyerswerda'rin" zu lesen, wie es meiner Ex-Heimatstadt geht. Doch zu erkennen, ich bin seit nun 25 Jahren nicht mehr da. Mir wurde damals als arbeitssuchender Erzieherin(!!!) gesagt, geh in die alten Bundesländer, wir haben hier keine Arbeit (?!?!) und daran wird sich aktuell nichts geändert haben. Also nur Wohnraum allein reicht nicht, es braucht Jobs, die auch nach gleichem Tarif bezahlt werden, wie es in den alten Bundesländern üblich ist. Aber es gehören noch weitere politische Entscheidungen dazu, um eine Stadt zu "retten". Übrigens werden hier in meiner Wohnregion kaum oder horrend teure Whg. angeboten, Drama vorprogrammiert!!!! Schade, dass es soweit gekommen ist. Alles Gute für Hoyerswerda!
Harry Leichner schrieb am
Musste gerade lesen, dass der Block meiner Kindheit (Einzug 1964) abgerissen werden soll.
Die Rede ist von der Sputnik-Straße 10 – 18. Da haben unsere Eltern und wir damals als Kinder kräftig mitgeholfen beim Bau des Rosariums, der Bewässerung usw. Damals wurde es als eine der schönsten Ecken in Hoyerswerda ausgezeichnet.
Heute zählen die Werte von damals nicht mehr. Nur immer Abriss. Die Politik sollte sich Gedanken machen über Arbeitsplätze und bezahlbare Mieten.
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