Wie weiter ohne Fernwärme aus Pumpe?


von Tageblatt-Redaktion

Wie weiter ohne Fernwärme aus Pumpe?
Grafik: tilia GmbH

Hoyerswerda. Jedes Kind und fast jedes Projekt brauchen einen Namen: Die hier hervorgehobenen Stadtteile sind das „Modellquartier am Lausitzer Platz“. Immerhin liegt er ja mehr oder weniger zentral.

Wie die Stadt informiert, lassen die Versorgungsbetriebe mit Unterstützung der Beratungsfirma tilia jetzt untersuchen, wo und wie man in diesem Gebiet künftig Heizwärme erzeugen und verteilen könnte.

Das Konzept soll zum Jahresende vorliegen. Die Untersuchungen sind Teil der Bemühungen, einen Ersatz für die benötigten 105 GWh Fernwärme zu finden, die mit der Abschaltung des Leag-Kraftwerkes in Schwarze Pumpe wegfallen.

Andere Gedanken gehen dahin, die Müllverbrennungsanlage Lauta anzuzapfen. Außerdem lassen die VBH sowie die Stadtwerke Weißwasser und die Städtischen Werke Spremberg gemeinsam eine Transformationsstudie erstellen.

Wenn das Modellquartier-Konzept vorliegt, soll es im Stadtrat vorgestellt werden. Wie es heißt, könne man gefundene Lösungen auf andere Stadtteile übertragen. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Torsten Weniger schrieb am

Auf das Ergebnis bin ich aber auch gespannt. Auch wenn sich mir die Frage stellt, ob Fernwärme im klassischen Sinn überhaupt noch Sinn macht?

Oder ob der "politische Wille" zur Monopolhaltung eines Fernwärmenetzes am Ende der Projekt-Tenor sein wird?

Schaut man nämlich mal in seine Betriebskotenabrechnung, so jedenfalls bei uns (Energiebewußter Haushalt mit vier Personen), stellt man fest, dass man mehr Bereitstellungskosten bezahlt, als eigentlich verbraucht wird. (Über Wirkungsgerade diskutieren wie an der Stelle mal nicht)

Schaut man dann auf die Dächer der Wohnungsgesellschaft, findet man im Vergleich zu den Lebensräumen eigentlich keine Solaranlagen. Warum ist das so?
Will man als Stadt nicht erneuerbar, innovativ sein? Gilt gleiches für deren Tochterunternehmen, wie die Wohnungsgesellschaft auch?

Und was mich auch immer wundert, warum muss es ein Beratungsunternehmen sein? Wir haben die TU-Dresden, die HTW-Dresden und die BTU CB/SFB in greifbarer Nähe, wollen doch sowieso mit selbigen Kooperieren und schaffen es nicht in diesem Rahmen eigenes Know-How aufzubauen? Stattdessen kaufen wir es uns für viel Geld ein?

So wird das aber nichts mit dem Strukturwandel und einer Energiewende!

Stefanie Trunsch schrieb am

Sehr geehrter Herr Weniger,

auch wenn ich Ihren Einwand verstehen kann: die Medaille hat 2 Seiten. Auch die Studierenden der Hochschulen absolvieren ihr Studium mehrheitlich nicht zum Selbstzweck und möchten mit Ihrer Ausbildung irgendwann mal Geld verdienen, z.B. in Beratungsunternehmen. Und wenn ich die Homepage richtig deute, handelt es sich hierbei nicht um einen renditeorientierten Konzern, sondern ein kleines Haus aus Sachsen mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit. Ich würde den gewählten Ansatz also nicht generell verdammen, sondern erwarte nachhaltige Vorschläge - was wiederum Ihren Wünschen entgegenkommen sollte.

Das aus der Sicht einer Person, die eine ganze Zeit lang kostenfrei oder zumindest sehr preiswert arbeiten durfte - und als Anerkennung statt Mindestlohn ein nettes Arbeitszeugnis und Berufserfahrung erhielt. Als Studi gibt's nämlich keine Fahrtkostenerstattung und man zahlt bei Praktika und Co. regelmäßig drauf.

Torsten Weniger schrieb am

Hallo Frau Trunsch,

Ich glaube durch das Erlebnis schlecht oder gar nicht bezahlter Praktika sind wir alle schonmal durch. Und das beauftragte Unternehmen ist auch nicht soooo klein. Hohes Stammkapital und "zahlreiche" Gesellschafter lassen auch eher auf ein profitorientiertes Unternehmen schließen.

Meine Vorstellung wäre ja zum Beispiel die Gründung eines Unternehmens nur zu diesem Zweck gewesen. Stadt, VBH, Wohnungsgesellschaft, SWH-Gruppe und so weiter sind Gesellschafter und gründen ein Kompetenzzentrum, welches wiederum mit den Unis kooperiert.

Am Ende sehe ich ein Unternehmen, welches auch jungen Studis in einer der Wandlungsfähigsten Regionen Deutschlands Arbeitsplätze sichert. Wird die Leistung nur eingekauft, scheint dies kurzfristig zwar günstiger, aber langfristig hat die Region nichts davon.

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