Warum eigentlich Neubau trotz Abrisses?


von Tageblatt-Redaktion

Warum eigentlich Neubau trotz Abrisses?
Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Immer mal wieder brandet die Diskussion dazu auf, warum die städtische Wohnungsgesellschaft (WH) eigentlich Wohnhäuser neu baut (hier in der Paul-Ehrlich-Straße), während sie Altbestand abreißt. Nicht ganz neu: Beim Unternehmen stehen rund 1.000 Wohnungen leer, von denen im Unterhalt dennoch jede einzelne etwa 1.000 Euro im Jahr kostet. Zum Neubau sagte WH-Chef Steffen Markgraf am Donnerstag vor Journalisten:

Grund ist das Kunden- und Nutzerverhalten. Wir können und wollen niemanden erziehen. Wer einen Neubau sucht, sucht einen Neubau. Da gehören zum Beispiel andere Grundrisse dazu, die Geschossigkeit oder der Fahrstuhl. Und wenn Andere im Markt sind, die so etwas anbieten, dann finden diese Kunden bei uns nicht statt. Dann könnten wir nur zusehen.

Zum Argument, es gehe darum, mit den höheren Mieten mehr zu verdienen, sagte Markgraf, Häuser wie jene an der Paul-Ehrlich-Straße mit Kosten von gut einer Million Euro je Stück, seien nach etwa 20 bis 25 Jahren bezahlt – wenn spätestens die ersten Modernisierungserfordernisse anstehen.

Die Nachfrage im WK V ist jedenfalls gegeben. Es gibt keine Vermietungsprobleme. Das letzte von vier Häusern (mit je acht Wohnungen), „Haus Bernsteinsee“ soll im Sommer bezogen werden können. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Norbert Beckmann schrieb am

Bei 50 Euro pro Quadratmeter Abriss-Prämie ist das schon lukrativ..

Mirko Kolodziej schrieb am

Hallo Herr Beckmann, die Presse-Konferenz bei der Wohnungsgesellschaft gestern war lang. Und so streifte sie auch das Thema Abriss-Förderung. Im Moment gibt es den Angaben von Geschäftsführer Markgraf zufolge 70 Euro pro Quadratmeter. Das entsprechende Programm endet offenbar. Die 50 sind jetzt wohl vom Land versprochen. Gehofft hatte die WH auf 110, denn auch die 70 sind nicht "lukrativ", sondern eben auch "nur" ein Zuschuss. Laut Steffen Markgraf kostet der Abriss eines Blockes je nach Größe und Wärmedämmung (Entsorgung / Deponierung) zwischen 100.000 und 300.000 Euro. Mirko Kolodziej, Redaktion

Norbert Beckmann schrieb am

Aber wenn man 75 Prozent Zuschüsse bekommt für Abriss von wärmegedämmten Häusern, ist das genug. Die treuen Mieter, die dann raus müssen, haben wie immer das Nachsehen.

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