Wölfe machen in der Ortslage Michalken Beute


von Tageblatt-Redaktion

Wölfe machen in der Ortslage Michalken Beute
Foto: Ralf Grunert

Bröthen/Michalken. Wölfe haben sich offenbar in der Nacht zu Dienstag bis in die Ortslage von Michalken hinein gewagt. Als ein Jäger aus dem Dorf am Morgen einen Spaziergang mit seinem Hund unternehmen wollte, entdeckte er den Kadaver eines Rehes auf der Straße Am Anger zwischen einem Gartenzaun und einem Gehöft.

Das Tier war zur Hälfte aufgefressen. Es fehlten die Eingeweide. Auch die Bissspur an der Kehle lässt nach Einschätzung des Jägers nur den Schluss zu, dass das Reh Wölfen zum Opfer gefallen ist.

Zur Strecke gebracht wurde das Reh rund hundert Meter entfernt in der Ortslage in einem nicht umzäunten Garten, wo Äpfelbäume und Blumen Futter bieten. Dort entdeckte der Jäger auch entsprechende Blutspuren. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Andreas Müller schrieb am

Bislang werden nur Tiere gerissen. Wann erwischt es einen Pilzsammelnden oder Waldspazierenden? Hier machen sich Mensch und Tier das Gebiet streitig und das nimmt kein gutes Ende.

Alexander Hallmann schrieb am

Na herzlichen Glückwünsch an alle Wolfsliebhaber! Ich hab ja absolut nichts gegen Renaturierung, aber das greift definitiv zu sehr auf urbanes Leben über. Eine vernünftige Regulierung der Bestände gehört auf den Tisch. Es ist unglaublich, wie larifari und wischiwaschi mit dem Thema umgegangen wird.

Robert Meier schrieb am

Bei allem Respekt Herr Müller. Aber Rotkäppchen ist ein Märchen. Hat schon was von Polemik, jetzt mit so einer Aussage zu kommen.

Außerdem findet eine Regulierung statt, Herr Hallmann. Setzen Sie sich bitte zunächst mit dem Thema auseinander. Sicherlich sollte man prüfen, wieso es zu diesem Vorfall kam, aber es wird sicher nicht nur zugeschaut.

Stephan Kaasche schrieb am

Hier noch ein paar Anmerkungen zur Sache. Wobei ich betonen möchte, nicht vor Ort gewesen zu sein, aber das Gebiet, um das sich es handelt, ganz gut zu glauben kenne. Wölfe wurden seit Beginn der Wiederbesiedlung der Lausitz, seit den 1990er und 2000er Jahren immer wieder im und am Siedlungsbereich gesehen, auch Wild und Nutztierrisse wurden bemerkt. Insofern ist das ein bekanntes Phänomen, jetzt im Bereich Michalken natürlich auch mal festgestellt.

Die Regulierung/Bejagung der Wölfe, wie sie in vielen Ländern der Welt geschieht, verhindert auch dort nicht, dass Wölfe dieses Verhalten zeigen. Eine ähnliche Situation haben wir beim Wildschwein, obwohl die Regulierung von Wildschweinen sehr stark stattfindet, verhindert es doch nicht, dass Wildschweine hin und wieder im Siedlungsbereich, vor allem des Nachts auftreten und dort auch Schaden an zum Beispiel Gärten machen. Bei der hohen Zahl der erlegten Wildschweine sollten Wildschweine die Nähe zu Siedlungen meiden, aber das ist nicht der Fall. Es scheint also nichts zu bringen, Wildschweine zu bejagen und konsequent ihr Auftreten im Siedlungsbereich zu verhindern. Ähnlich verhält es sich beim Fuchs, obwohl streng bejagt, ist er immer wieder „zu Gast im Hühnerstall“ und läuft auch sonst in und um Siedlungen umher.

Konsequenter Weise müsste man diese Tiere ausrotten, um sicher zu verhindern, dass sie im Siedlungsbereich auftreten. Das will aber, so glaube ich, niemand. Also schützt man seine Nutztiere (komisches Wort), macht nachts das „Hühnerloch“ zu, baut wolfsabweisende Zäune, umzäunt die Gemüsegärten gegen das Wild.

Wölfe die sich dauerhaft im und am Siedlungsbereich aufhalten oder tagsüber immer wieder durch Ortschaften streifen, sich von der direkten Anwesenheit von Menschen nicht mehr vertreiben lassen, möchte man allerdings nicht. Deshalb auch die Möglichkeit, Wolfssichtungen oder und Wolfsereignisse melden zu können (wolf.sachsen.de / Sichtungsmeldungen). Dort werden die eingehenden Sichtungen hinsichtlich ihrer Relevanz auf Gefahr geprüft und entsprechend reagiert. Das kann unter bestimmten Umständen auch zur „Entnahme“ von Wölfen führen. Insgesamt gibt es in den letzten 22 Jahren in Sachsen aber kaum Grund. Die auftretenden Fälle sind gut dokumentiert. Die Situation in Michalken ist im Moment nicht mit solchen Situationen vergleichbar. Im Moment beeinträchtigen die von uns Menschen aufgestellten Wildschweinzäune viele Wildtiere, so auch die Wölfe. Teilweise sind sie nun von ihren regulären Jagdgebieten abgeschnitten und werden sich Alternativen suchen, evtl. natürlich auch die sehr wildreichen Wiesen um Michalken in Richtung Dubringer Moor. (Diese Wiesen wurden auch schon vorher von allen Wildtieren genutzt, auch vom Wolf.)

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