Geschichten vom Leben auf einer Großbaustelle

Hoyerswerda. Seit vielen Jahren ist die Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte in Hoyerswerda der Anlaufpunkt für Gespräche zur Literatur über Hoyerswerda. Vor allem wird an die Bücher von Brigitte Reimann erinnert, an die Bücher von Siegfried Pitschmann sowie an das Wirken von Richard Paulick und Rudolf Hamburger beim Aufbau der Neustadt von Hoyerswerda.
Viel zu wenig ist bekannt, dass Siegfried Pitschmann (1930-2002) ein sehr genauer Beobachter und sorgfältiger Erzähler war. Pitschmann erzählt authentisch genau und poetisch vom Charakter seiner so gar nicht heldenhaften Neulinge auf der Großbaustelle Schwarze Pumpe, von deren Denken, Träumen und Fühlen, Verzweiflungen und Hoffnungen, Utopien für eine gerechte Gesellschaft. Er beschreibt das Leben bei Hitze und Kälte und schwerer Arbeit in einer Betonbrigade, das triste Leben in den Wohnlagern und in der „Zwischenbelegung“, den Arbeiterunterkünften in den ersten Wohngebäuden.
Am 12. Januar 2020 wäre er 90 Jahre alt geworden. In einer kleinen Runde sorgten jetzt Lesungen und Gespräche in der Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte für ein ehrenvolles Erinnern. (ChN)
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