WK IX: Unverständnis über großflächige Fällungen


von Tageblatt-Redaktion

WK IX: Unverständnis über großflächige Fällungen
Foto: Nabu Hoyerswerda

Hoyerswerda. Entsetzt haben Umweltfreunde auf großflächigen Kahlschlag im WK IX reagiert. Zwischen dem Appartementhaus in der Herrmannstraße, dem Obdachlosenwohnheim, der Stauffenberg- und der Scharnhorststraße ist in den letzten Tagen eine dreistellige Zahl von Bäumen gefällt worden – die meisten augenscheinlich gesund und einige offensichtlich recht alt.

Eine Vorabinformation, eine Begründung oder gar eine Diskussion gab es nicht. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes hat von der Stadt unter Verweis auf die Baumschutzsatzung eine Erklärung gefordert. Aus dem Rathaus hieß es auf Anfrage zunächst nur, man habe gemeinsam mit Wohnungsgesellschaft und LebensRäume-Genossenschaft “eine Entwicklung“ vor. (red)

Nachtrag: Die Stadt, die LebensRäume und die Wohnungsgesellschaft haben bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwochvormittag wissen lassen, dass es an Ort und Stelle vorwiegend um neue Wohnbebauung gehen soll. Es sei aber zudem ein weiterer Partner im Boot, der etwas anderes vorhabe, noch allerdings nicht in die Öffentlichkeit wolle. Die betroffene Fläche ist gut sechs Hektar groß. Gefällt worden seien rund 200 Bäume. Man habe diejenigen stehen lassen, die in die Baupläne integriert werden können. Es seien außerdem die vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen vorgesehen.



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Kommentare zum Artikel:

Daniel Müller schrieb am

Unfassbar und unverzeihlich. Aber wenn dann mal wieder ein Baum gepflanzt wird, dann mit großem Taraa, Foto, Presse und alle umherstehenden mit einem aufgesetztem Lachen.

Robert Meier schrieb am

Schon die Antwort ist eine Frechheit. Wehe dem, ich schneide meinen Baum zu kurz oder die Hecke zu weit. Dann sind die Detektive der Stadt ganz schnell.

Thomas Häntschke schrieb am

ERSATZPFLANZUNGEN !!!??? Für die 200 Gefällten müssten m. M. mindestens 600 neue Bäume gepflanzt werden. Dies wird jedoch nicht geschehen, da einige von den Gefällten, nach den gesetzlichen Ersatzpflanzungsrichtlinien schon gar nicht Ersatzpflanzungswürdig gewesen sind. Das fängt schon beim Stammumfang an, welcher, für die Ersatzpflanzungswürdigkeit, in einer Mindesthöhe (m. W. 1m), einen Mindestumfang (m. W. 25 cm) haben muß. Desweiteren fallen Nadelbäume generell aus der Ersatzpflanzungspflicht.
In Bezug Umsetzung von Bauplänen verweise ich auf die gerodete Fläche am Klinikum in Hoyerswerda, wo bis heute und wahrscheinlich in näherer Zukunft keine Bautätigkeit zu erleben ist/sein wird. Hauptsache man hat wieder etwas für die Erwärmung der Stadt getan und kann sich dann über das Klima-Fehlverhalten der Menschen beschweren, weil diese ja hauptverantwortlich für den Klimawandel sind, wobei ich mich frage: Wo ist der Aufschrei der "Freitagsstreikenden"?
MfG Thomas Häntschke

Frank Niemtz schrieb am

...und im WK I "wütete" auch eine "Kettensägen-Truppe" gegen Bäume und Sträucher entlang der C.-Zetkin-Straße 11-15. Was dort "gebaut" werden soll entzieht sich meiner Kenntnis. Ich vermute mal: "Bockmist". Aber vielleicht hat ja auch hier die Stadt eine "vernünftige" Erklärung...

Marina Barsig schrieb am

Und wieder werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Mag sein, dass Wohnraum gebraucht wird, dann bitte doch da, wo Freiflächen schon vorhanden sind. Es wird vom Klimawandel geredet, wie man ihn aufhalten kann, so sicherlich nicht.

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