Spielen und Toben in der Altstadt


von Tageblatt-Redaktion

Witajce k nam – Herzlich willkommen“ – hallt fröhlicher Gesang in Sorbisch von der Bühne. Max Hensel (5) aus Nardt singt mit-tendrin. Mit anderen aus der Kindertagesstätte „Lutki“ Bergen eröffnet er Samstag im Zoo das Kulturprogramm. Zum neunten Stadtkindertag weilen Krabat (Wolfgang Kraus), Martin Niemec Pumphut (Lutz Maul) und Hanka (Caterina Maul) vor Ort. Bei ihrem Rundgang durch Zoo, Schloss sowie Kinder- und Jugendfarm staunen sie über das dortige vielfältige Programm. Stadt, Krabat-Verein, Christlich-Soziales Bildungswerk und viele Partner organisieren die Ideen.

„Es ist wie ein nachträglicher Kindertag“, freut sich Max’ Mutter Doreen Hensel. Max soll sich den Tag selbst erschließen. Nach seinem Auftritt kann er basteln, Tiere beobachten und nach Herzenslust spielen. Den Zoo mag er schon lange.„Wir sind spontan gekommen. Das Wetter lud dazu ein“, meint Kristine Jehne aus Schwarzbach bei Hosena. Eben basteln ihre Töchter Jessy (9) und Lana (5) am Stand bei Cornelia Bedrich Krabats Zauberbuch Koraktor. Stolz recken sie es in die Höhe. Vom Stadtkindertag mit Krabatfest erfuhren sie erst vor Ort. „Man kann vielseitig basteln. Ohne dafür zu zahlen. Das kommt gerade Familien entgegen“, freut sich Kristine Jehne.

Aus Neschwitz zieht es Waltraud Dej mit Mann Alojs und den Enkeln Markus (4) und Danielo (10) her. Sie fiebern dem Auftritt des Sorbischen Kindervereins Zeißig entgegen. Dort tanzt die kleine Johanna Kasper (2) mit. Seit März 2009 bringt ihr Waltraud Dej, selbst Muttersprachlerin, Sorbisch bei. Ihre Mühe trägt nach und nach Früchte. „Je eher die Kinder Sprachen lernen, umso intensiver und spielerischer“, meint die Rentnerin. 30 Jahre lang war sie Erzieherin. Zunächst im Kindergarten Klein Welka. Später in der Tagesstätte „Zwergenland“ Königswartha. Sorbisch weiterzugeben, lag ihr dort stets am Herzen. „Es sind meine Wurzeln“, bekennt sie sich dazu. Stolz sieht sie Johannas Auftritt. „Ich komme heute nur wegen der Kultur“, betont sie.

Krabat und Pumphut mit Hanka staunen. Immer wieder kommen Kinder zu ihnen und fragen aufgeweckt. „Wir wollen die Figur Pumphut näherbringen. Seine Geschichte, seine Bedeutung, seine Erlebnisse“, meint Lutz Maul. Laut Otfried Preußlers Buch „Krabat“ sind sich Krabat und Pumphut sogar begegnet. Das war in Schwarzkollm in der Schwarzen Mühle. Krabat staunte über Pumphuts Zauberkraft. Der kämpfte als roter Hahn gegen den schwarzen Hahn, „in“ dem sich der Schwarze Müller verbarg.

Auch Hoyerswerda verbindet viel mit Krabat. Hier nahm die Sage ihren Anfang. „Hier entdeckte Krabat seine Liebe zur Lausitz. Hier wird er wohl den Kurfürsten im Februar 1688 um einen Alterssitz gebeten haben“, meint Wolfgang Kraus. Krabat, so betont er, verbindet. Und das gerade in einer Zeit der Wurzellosigkeit und Unverbindlichkeit. „Er wirkt wie ein Mörtel für die Region. Er steht für die Sagenwelt, für die Traditionen, für die Sorben. Wir treffen ihn überall an“, sagt er. Zwischen Krabat-Zentren wie Schwarzkollm, Groß Särchen, Nebelschütz und Partnern wünscht er sich wieder mehr Kommunikation. „Dazu kann jeder beitragen.“

Sollte das Krabatfest wieder auf dem Land stattfinden? Kompakt? Als Einzelveranstaltung? „Wichtig sind Kontinuität und Vielgestaltigkeit. Je nach unseren Möglichkeiten“, meint Reiner Deutschmann, Vorsitzender des Krabatvereins. Alle Orte bisheriger Krabatfeste mühten sich nach Kräften. „Ein Vergleich wäre ungerecht“, meint er. „Weil es verschiedene Zielgruppen gab. Verschiedene Ansatzpunkte.“

2011 soll das Krabatfest voraussichtlich in Schwarzkollm stattfinden. Die Krabatmühle wird dann fertig sein. Es ist das zehnte Krabatfest. Gerade in Schwarzkollm gibt es viel Engagement. Gerade hier erfolgte am 19. März 2001 die Gründung des Krabatvereins. Heute gehören ihm 50 Mitglieder – Personen, Vereine, Städte, Gemeinde und Firmen – an. „So sprechen viele Gründe für Schwarzkollm“, sagt der Vorsitzende. „Das wäre eine Punktlandung.“

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