Schwarze Pumpe darf bis 2038 am Netz bleiben


von Tageblatt-Redaktion

Schwarze Pumpe darf bis 2038 am Netz bleiben
Foto: Leag / Hartmut Rauhut

Schwarze Pumpe. Das Leag-Kraftwerk in Schwarze Pumpe kann bis 2038 weiter Strom sowie die Fernwärme für Hoyerswerda und Spremberg produzieren. So sieht es der Fahrplan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung vor, auf den sich der Bund sowie die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen bei einem Spitzentreffen in Berlin geeinigt haben.

2038 ist das laut den Empfehlungen der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung bestimmte Enddatum für die Stromerzeugung aus Kohle. Die älteren Blöcke N und P des Kraftwerkes Boxberg sollen bis Ende 2029 vom Netz gehen, die neueren Blöcke R und Q ebenfalls erst 2038.

Für Jänschwalde ist den Vereinbarungen aus der Nacht zufolge bereits in acht Jahren Schluss. Verabredet ist, dass der Bund für die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen insgesamt 40 Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Rund zwei Milliarden davon sollen dem sächsischen Teil der Lausitz zugute kommen. Das sind pro Jahr 120 Millionen Euro. (red)

Nachtrag: Die Leag teilt dazu Folgendes mit: "Die heute durch die Bundesregierung vorgestellten Ergebnisse zum Kohleausstieg hat die Leag zur Kenntnis genommen. Das Energieunternehmen befindet sich weiterhin in konstruktiven Gesprächen zur Ausgestaltung des Kohleausstiegs mit der Bundesregierung, nach deren Abschluss der Leag-Vorstand mit den Aufsichtsräten die Verhandlungsergebnisse zeitnah besprechen und bewerten wird. Eine öffentliche Stellungnahme über konkrete Auswirkungen des Verhandlungsergebnisses auf die Entwicklung der Energieregion Lausitz und auf die bisherigen Revierplanungen erfolgt auf Basis dieser Beratungen. Die Leag begrüßt das Einverständnis und den Willen der Bundesregierung zur sozialen Flankierung des politisch vereinbarten Kohleausstiegs für die betroffenen Mitarbeiter. Dazu ist auch die Leag bereits in Gesprächen mit der Gewerkschaft sowie der Mitbestimmung."

Nachtrag II: Namens der Lausitzrunde der Kommunen der Region reagieren die Bürgermeister von Spremberg und Weißwasser unter anderem so: "Wir befinden uns nun mitten in einem einmaligen Transformationsprozess, der aber vor allem für das Lausitzer Revier mit einer Jahrhundertchance einhergeht. Die Einigung zwischen Bund und Ländern bildet die nötige Grundlage, damit wir diese Chance nutzen und unsere Heimat nachhaltig erfolgreich aufstellen können. Wir freuen uns daher über dieses überfällige Signal der Regierung."

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Kommentare zum Artikel:

André Petschick schrieb am

Wir steigen aus der Kohle aus...! Schauen wir mal! Traurig ist nur, dass wir aussteigen sollen und keiner von denen, die das fordern, uns sagen kann, was verbindlich getan wird, um die Arbeitsplätze zu ersetzen. Wer redet und kümmert sich um die vielen, vielen Arbeitsplätze, die hinten dran hängen? Zulieferer, Dienstleister, Handel... Aber das ist so in unserer Zeit, wo selbst Gewerkschaften nicht an einem Strang ziehen. Ich bin mir da nicht ganz sicher, wie es ausgeht für unsere Region.

GLÜCK AUF

Rolf Kade schrieb am

Der Ausstieg von Kohle und Atomstrom ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Beschlossen und vorangetrieben wird es von Politikern die jenseits der Realität leben.
Laut IFO Institut decken Atomstrom und fossile Brennstoffe ca.80 Prozent des gesamten Energiebedarf der Bundesrepublik ab, Sonne und Wind dagegen nur ca. 3 Prozent.
Die Co2 Zertifikate, die wir durch das Abschalten der Kraftwerke einsparen, verfallen nicht, sondern werden an den Börsen in Brüssel und Luxemburg versteigert.
Das heisst, unsere Nachbarn können dadurch mehr Kohle verbrennen und wir kaufen dann den uns fehlenden Strom.
Glück auf und weiter so !

Mirko Kolodziej schrieb am

Hallo Herr Kade, die letzten Zahlen, die ich beim Umweltbundesamt zur Bruttostromerzeugung gefunden habe, stammen von 2018: 229 TWh Erneuerbare, 148 TWh Braunkohle, 83 TWh Steinkohle, 83 TWh Gas, 78 TWh Kernenergie, 5 TWh Öl. Mirko Kolodziej, Redaktion

Michael Rau schrieb am

Guten Morgen.

Um das Ganze mal mit absoluten Zahlen zu unterlegen gibt es Tagesaktuelle Zahlen über eine APP namens "electricityMap". Dort lässt sich die momentane Erzeugung wie auch der Verbrauch in den europäischen Ländern einsehen.
Aktuell (20.01.20/7:10Uhr) sieht es in Deutschland folgender Maßen aus:
Atomenergie: 13,8%
Biomasse: 9,58%
Kohleenergie: 40,16%
Windenergie: 10,2%
Solarenergie: 0% (klar es ist dunkel... aber das wird es nach 2038 wahrscheinlich auch ab und zu sein)
Erdgas: 14,64%
Die restlichen Erzeugungen spare ich mir jetzt mal.
Diese Zahlen zeigen ganz klar das spätestens nach 2038 eine Stromerzeugungslücke von 53% klafft. (Zumindest bei den jetzigen Bedingungen)
Diese von mir angesprochene APP zeigt noch eine zweite Wahrheit. Unzwar die Ausnutzung der installierten Leistung. D.h. wie viel der verfügbaren Kapazitäten werden tatsächlich genutzt bzw. können technisch genutzt werden. Bei der Windkraft sind es gerade 9,83% der installierten Leistung. Das wiederum bedeutet das 90% der Windräder soeben stillstehen. Denn durch den Einspeisungsvorrang der Erneuerbaren müssen erst diese ins Netz gespeist werden bevor fossile Stromerzeugung eingespeist wird. Auf Deutsch: Es gibt gerade nur 10% Windenergie in Deutschland!!!! Woher soll 2038 der Rest kommen?????
MFG
Michael Rau

Mirko Kolodziej schrieb am

Hallo Herr Rau, fast nichts bleibt, wie es ist - schon gar nicht über 18/19 Jahre. Den Versuch, eine Antwort auf nicht nur Ihre Frage zu geben, hat das Umweltbundesamt hier unternommen:

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/treibhausgasneutral-ressourceneffizient-bis-2050

Beste Grüße, Mirko Kolodziej, Redaktion

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