Ohne Tempolimit über den Spreetaler See brausen


von Tageblatt-Redaktion

Zahlreiche Wassersportler nahmen am Sonnabend den Spreetaler See „in Besitz“.
Zahlreiche Wassersportler nahmen am Sonnabend den Spreetaler See „in Besitz“.

Kaum ist das Grollen von den jüngsten Testsprengungen am Sabrodter See verklungen und die Sicht wieder klar, geht das Getöse weiter im Lausitzer Seenland: Am Sonnabend düste zum ersten Mal offiziell ein Sportmotorboot über den benachbarten Spreetaler See, das künftige Motorwassersportzentrum des Lausitzer Seenlandes. Von den 5 500 Hektar der Seenkette beansprucht der See an der Grenze zu Brandenburg 314 Hektar für sich; das sind 5,70 Prozent.
Noch fehlen ihm etwa dreieinhalb Meter bis zur endgültigen Wassertiefe von 50 Metern, doch es kribbelt den Wassersportlern vom „Wassersportzentrum Spreetaler Ostküste e. V.“ jetzt schon gewaltig den Fingern. Jahrelang mussten sie ihre Boote zu anderen Gewässern schaffen, wo sie doch selbst einen großen See vor der Haustür haben. Dieser bedeckt zwar die einstigen Arbeitsplätze einiger Sportfreunde, und es ergibt sich daraus ein etwas gemischtes Gefühl, wenn man mit seinem Boot darübertuckert, aber dennoch: „Seit 2007 sind wir bemüht, eine wasserrechtliche Genehmigung zu bekommen“, rekapitulierte Spreetals Bürgermeister Manfred Heine bei der feierlichen Eröffnung. „Doch dann kam die Kreisgebietsreform. Mit ihr änderten sich Zuständigkeiten, und alles musste neu aufgerollt werden.“ Mit Datum vom Donnerstag hat nun das Landratsamt die Nutzung der Wasseroberfläche gestattet. Jetzt kann richtig Gas gegeben werden, denn auf diesem See gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Diesen Vorteil wird sich unter anderem das Lausitzer Jetboot-Zentrum zunutze machen, wenn es in zwei Jahren vom Geierswalder See ans Spreetaler Ostufer umzieht und sich den See je zur Hälfte mit dem Verein teilt. Hier wird man mit dem Motorenlärm ungestört sein und kein Sicherheitsrisiko eingehen müssen, wenn Wasserwanderer aus einem Verbindungskanal kommen: Der schiffbare Kanal , der den Spreetaler mit dem Sabrodter See über eine Strecke von 2 750 Metern verbinden soll mündet weit genug entfernt am gegenüberliegenden Ufer. Wer in seinem Urlaub Action sucht, wird sie hier finden.
Wer sich vom Sport erholen will, wird ebenfalls fündig werden: Neben einem Sportcamp am Nordufer ist eine Blockhüttensiedlung am etwas ruhigeren Westufer in der Nähe des Kanals geplant. Gegenseitige Besuche werden durch ein Fahrgastschiff ermöglicht. Doch bis es so weit ist, sind noch einige „Restarbeiten“ zu erledigen. „Derzeit erstellen wir den Bebauungsplan und haben vor kurzem eine Verkehrsschau durchgeführt“, umriss Manfred Heine die nächsten Schritte und nahm dabei die Wassersportfreunde mit ins Boot. „Wir müssen die verkehrstechnische Erschließung organisieren, damit die Touristen ohne Umwege an das Wasser kommen können.“ Der See ist zwar über die Terra Nova ans Radwegesystem angeschlossen, mit dem Auto von Hoyerswerda aus kommend darf man zur Zeit jedoch nicht nach links zum See abbiegen, sondern muss durch den Ort. Aber auch auf Bundesstraßen könne man durchaus Kreisverkehre einrichten, so der Bürgermeister.
Baden ist im Spreetaler See nach wie vor verboten, trotz seiner hervorragenden Wasserqualität bei einem pH-Wert von 6,5. Mit Ausnahme der bergbaulich gesicherten Anlegestelle, haben die Wassersportler gehörigen Abstand zum Ufer zu halten. Der Bergbausanierer LMBV ist noch mit Sicherungsarbeiten beschäftigt. Manfred Heine: „Es ist noch ein verflucht weiter Weg, bis wir da sind, wo wir hinwollen.“

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Kommentare zum Artikel:

Ernst Müller schrieb am

Komisch, nach jahrzehntelangem Rumgemecker über den Tagebau sowie dessen Umweltverschmutzung sollte man sich doch endlich über ein Naherholungsgebiet freuen. Nein stattdessen werden Motorboote über den See gejagt. Was das zur Folge hat kann man ja am Schwielochsee in Jessern sehen. Das hier durch das Benzin wieder nachhaltig Natur zerstört wird scheint niemanden zu jucken. Auch das bestimmte Investoren gezielt Lautstärkepegelmessungen gefälscht bzw absichtlich falsch gemessen haben um die Genehmigung von den Behörden zu bekommen. Ihr könnt euch ja mal gerne an die Nordwestseite des Sees stellen um selbst in Genuss des Krachs zu kommen. Vogelschutzgebiet ade. Aber nein die Menschen haben ja nur das Geld in den Augen. Denken sie ernsthaft sie werden von diesem See finanziell profitieren?!?! Ich freu mich jetzt schon drauf, wenn dann das Gejammer wieder losgeht, über dieses ganze verblödete Prolletengesocks was sich dann mit ihren Wohnwagen und Jetskis am See ansiedelt. Wer dazu einen Eindruck bekommen möchte kann ja mal nach Geierswalde fahren. Freut euch wenn man dann aufgrund des Benzins und der daraus resultierenden Algenbildung nicht mehr baden gehen kann, dann könnt ihr euch eure Touristen ans Knie nageln.

Wie hier wieder wunderschöne neugeschaffene Natur zerstört wird nur weil ein paar minderbemittelte mit dem Boot über den See heizen wollen; ja sowas bekommt nur Ihr hin. Ehemalige betonkommunisten Grünenwähler!

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