Modernitäts-Schub für die Pflegefachschule


von Hoyte24 News

Foto: Mirko Kolodziej

Kühnicht. Einen symbolischen Schlüssel erhielt Juliane Kirfe, die Geschäftsführerin des Seenland-Klinikums, am Freitag aus den Händen von Veit Burmeister. Er ist der Inhaber der Immobilienmanagement-Gesellschaft VAE, der das Gebäude Lindenweg 43 gehört – einstmals Robotron-, später Gedas- und am Schluss Operational-Services-Rechenzentrum. Inzwischen ist ein Bildungsstandort mit mehreren entsprechenden Mietern daraus geworden. Das Klinikum gehört nun dazu.

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„Das ist für mich das Highlight des Jahres“, meinte Juliane Kirfe bei der feierlichen Eröffnung der neuen Räumlichkeiten der Medizinischen Berufsfachschule des Krankenhauses. Man findet sie jetzt hier auf einer ganzen Etage; am Montag beginnt der Unterricht. Schulleiterin Heike Kalkbrenner erinnerte in ihrer Rede daran, wo die theoretische Ausbildung von einst Krankenschwestern, später Kranken- und Gesundheitspflegern sowie heute Pflegefachfrauen und -männern schon so überall stattfand.

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Vor 45 Jahren startete die Außenstelle einer Cottbusser Einrichtung als Untermieter der Ernst-Schneller-Schule, der heutigen Oberschule. Nach dem Zerfall der DDR ging es nach nebenan. Denn als auch die SED-Kreisleitung nicht mehr war, zog man ins Haus der Institutionen, heute Sitz der Automatisierer von Leadec. Von dort wechselte die Schule 1996 in die damalige Orthopädie am fünfarmigen Knoten, und nachdem eine drohende Schulschließung abgewendet war, ins Berufsschulzentrum im WK X.

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Seit 2014 war die Berufsfachschule Untermieter der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe (BMS) im WK V. Man verträgt sich zwar, aber die Bedingungen sind nicht ideal – unter anderem wäre kein Platz für die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten. Juliane Kirfe berichtete von einer jahrelangen Suche nach einer passenden Immobilie, eingeschlossen der Pläne für einen Umzug ins Ärztehaus am Klinikum. Allerdings scheiterte der Versuch, dafür Fördergeld zu bekommen.

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Es sei, so die Geschäftsführerin, Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) gewesen, der den Hinweis auf das Haus in Kühnicht gab. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Juliane Kirfe über den ersten Besuch. Acht Monate dauerte der Umbau. Nun stehen Lehrerzimmer, Klassenräume und das sogenannte Skillslab – das Fähigkeitenlabor für praxisbezogene Übungen – zur Verfügung; natürlich alles auf dem neuesten Stand und damit auch erstmals volldigital. „Wir haben hier sowohl für die Auszubildenden wie auch für die Lehrkräfte einen hohen Standard erreicht“, sagt Pflegedirektorin Birgit Wolthusen.

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Mit den neuen Räumlichkeiten gelingt es auch, die jährliche Zahl der Schülerinnen und Schüler von 25 auf 50 zu verdoppeln, über drei Jahre gerechnet also perspektivisch von 75 auf 150. Und, so heißt es vom Klinikums-Management, man brauche dieses Personal auch. Die Demografie schlägt zu, allein in dieser Woche habe man fünf Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet.

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Und der Modernitäts-Schub scheint sich auszuzahlen. Denn die Schule hatte keine Mühe, die fünfzig Plätze für dieses Jahr zu vergeben. Das zu erreichen, war selbst bei einer Kapazität von 25 nicht immer einfach. Landrat Udo Witschas (CDU) sprach anerkennend von einer Kaderschmiede – und merkte an, dass nicht nur er, sondern auch der Kreis-Beigeordnete Jörg Szewczyk zum Gratulieren gekommen ist, zeige die Wertschätzung des Kreises.

Mirko Kolodziej

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Kommentare zum Artikel:

Bernd Rösiger schrieb am

Das Gebäude hatte nie etwas mit Robotron zu tun. Es wurde im Auftrag des Kombinates Schwarze Pumpe errichtet und ging 1968 als Rechenzentrum in Betrieb. Nach der Wende wurde es als B-Betrieb deklariert und 1999 an eine Immobilienfirma verkauft. So wurde gedas und folgend Operational Services Mieter des Gebäudes. Durch die Schließung der Geschäftsstelle Hoyerswerda der OS wurde das Gebäude geräumt und später verkauft. Es freut mich, dass das Gebäude wieder einer inhaltlich zukunftsorientierten Nutzung zugeführt werden konnte.

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