Modellflieger zeigen ihre Schätze


von Tageblatt-Redaktion

Modellflugzeuge waren am Sonntag zum Flugtag der Modellfluggruppe Hoyerswerda-Spremberg zu bewundern.
Modellflugzeuge waren am Sonntag zum Flugtag der Modellfluggruppe Hoyerswerda-Spremberg zu bewundern.

Der letzte Sonntag im Juli ist jedes Jahr eine feste Größe im Kalender der Modellflieger in der näheren und weiteren Umgebung von Hoyerswerda. Seit 2004 lädt die Modellfluggruppe Hoyerswerda-Spremberg zu ihrem Flugplatzfest auf den Modellflugplatz in der Nähe der Erlebniswelt „Terra Nova“ ein, keine 20 Radfahrminuten von Hoyerswerdas Stadtzentrum entfernt.
Bis auf einzelne Ausnahmen kamen die aktiven Teilnehmer allerdings mit dem Auto angereist, unter anderem aus Welzow, Krauschwitz, Meißen, Bautzen und Cottbus. Je größer die Flugmodelle, desto größer waren auch die Transportmöglichkeiten. Welche Kostenfaktoren bei diesem spannenden Hobby sonst noch für eine Rolle spielen, ließ der Vereinsvorsitzende Henrik Seifert in seine kompetente Moderation der Flugschau einfließen. Sein Wissen aus etwa 30 Jahren Modellfliegerei offenbarte den zahlreichen Zuschauern viele interessante Dinge, die sonst im Verborgenen geblieben wären. Zum Beispiel, was von den Piloten beim Start einer originalgetreu nachgebauten Wilga mit einem Segelflugzeug im Schlepp beachtet wird oder warum man mit einem Modellhubschrauber theoretisch einen Rasen mähen könnte.
Peter Zwanzig aus Meißen führte so ein Kunststückchen fast vor – zumindest stand sein Heli einige Zeit Kopf und flog dabei vor und zurück. Bemerkenswert war hier, dass der ehemalige Berufspilot bis auf ein Steuergerät für den Heckrotor rein gar nichts von elektronischen Stabilisierungshilfen hält und unter dem Beifall der Gäste alle Achsen per Hand steuerte. „Bei meinen ersten Flugstunden mit dem Helikopter vor gut vier Jahren hatte ich zwei Besenstiele kreuzartig unter die Landekufen gebunden, damit es keinen Bodencrash gab, wenn das Gerät abschmierte“, gab er seine Erfahrungen weiter und gewährte vor allem interessierten Kindern detaillierte Einblicke in die Technik seines „Raptors“. Der Motor etwa könnte von der Leistung her einen Staubsauger antreiben. Dabei ist er nur wenig größer als ein Hühnerei. Die Energie bezieht er von zehn fingergroßen Lithium-Polymer-Zellen, die mit ihrer zulässigen Stromabnahme ein Auto starten könnten.
Solche Techniken zu beherrschen und Einsteigern so manchen Fehlkauf zu ersparen, das zeigt den Nutzen einer Vereinsmitgliedschaft und dem damit verbundenen Know-how, vom Versicherungsschutz mal abgesehen.
Die Gäste vom Verein aus Krauschwitz hatten den längsten Anfahrweg. Die Vorlieben der Modellsportler liegen mehr bei Scale Modellen, die einem originalen Flugzeug so detailgetreu wie möglich nachgebaut sind. Sie hatten unter anderem eine Pilatus PC-21 mit an den Start gebracht, ein Trainingsflugzeug der argentinischen Luftwaffe. Flugschüler werden damit fit gemacht für den Einsatz in Düsenjets. Und die hervorragenden Flugeigenschaften, über die auch das Modell verfügt, wurden eindrucksvoll „vorgeflogen“. Oder eine Cessna Cardinal, welche auch zum Absetzen von Fallschirmspringern, ebenfalls im Modellformat, genutzt werden kann. Die Krauschwitzer Modellsportler laden übrigens ein zu ihrem Flugplatzfest. Es findet am 14. und 15. August auf ihrem Modellfluggelände bei Sagar statt, das liegt nahe der polnischen Grenze.
Ein Modell der ganz besonderen Art hatte Michael Franke aus Ruhland mitgebracht: eine DG 303 mit etwa sechseinhalb Metern Spannweite – ein schlankes, weißes Segelflugzeug. Ungewöhnlich war, dass Michael Franke sein Modell mit einigen Litern Kerosin, dem Treibstoff für Düsenflugzeuge, betankt hatte. Kennern war damit klar, dass man sich nun auf eine ganz besondere Flugvorführung freuen durfte. Dieses Teil verfügt über eine richtige kleine Strahlturbine, welche bei Bedarf aus dem Rumpf ausgeklappt werden kann. Damit ist man für den Start unabhängig von Schleppflugzeugen oder Startwinden. Eine Innovation die in dieser speziellen Form, mit einer Turbine, der manntragenden Fliegerei vorerst noch versagt bleibt. Wir würden uns freuen, wenn wir Herrn Franke mit diesem besonderen Modell in einer Woche, auf dem Jetmeeting in Cottbus, wieder sehen könnten. Es war ein einmaliges Erlebnis zu sehen und zu hören, wie sich das Segelflugzeug mit dem typischen Zischen und Fauchen eines Strahltriebwerkes in Bewegung setzte, kraftvoll beschleunigte, abhob und zügig an Höhe gewann. Festigkeit und Leistungsreserven machen sogar einfachen Kunstflug möglich.der polnischen Grenze.
Der Flugplatz der Modellfluggruppe Hoyerswerda-Spremberg ist für Modelle bis 25 Kilogramm Abfluggewicht zugelassen und verfügt über eine 300 Meter lange Start- und Landebahn. Gegen Entrichtung eines geringen Oboluses kann sie auch von Nichtvereinsmitgliedern genutzt werden. Man muss nicht bis zum nächsten letzten Julisonntag warten, um mit der Fliegerei Bekanntschaft zu schließen.

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