Lohsa beendet langwierige Entschädigungs-Gespräche


von Tageblatt-Redaktion

Lohsa beendet langwierige Entschädigungs-Gespräche
Foto: Uwe Schulz

Lohsa. Dieses Brikett im Knappenroder Bergbaumuseum ist ein Hinweis auf die Historie des Engagements der deutsch-böhmischen Unternehmerfamilie Petschek im Lausitzer Kohlerevier. Deren Enteignung auf Basis der sogenannten Nürnberger Rasse-Gesetze kostet die Gemeinde Lohsa nun knapp eine Million Euro.

So viel zahlt sie für Grundstücke, die damals ohne Zustimmung der Petscheks auf Veranlassung des NS-Staates den Eigentümer wechselten. Die Bundesrepublik hat die Nachkommen zwar längst entschädigt, treibt dafür allerdings im Gegenzug das Geld von den heutigen Besitzern ein.

Zunächst hatte der Bund für die ehemaligen Petschek-Ländereien im Gemeinde-Besitz sogar vier Millionen Euro haben wollen. Die Gemeindeverwaltung konnte jedoch Unterlagen vorlegen, auf deren Grundlage die Bewertung reduziert wurde. Der geschlossene Vergleich erfasst auch eventuell noch nicht benannte Immobilien.

Der Lohsaer Gemeinderat segnete die Vereinbarung zwischen Gemeinde und Bund jetzt in namentlicher Abstimmung bei zwei Enthaltungen ab. Die Million muss im kommenden Jahr in drei Raten an den Entschädigungsfonds des Bundes überwiesen werden. Dafür verschwinden Rückübertragungsansprüche aus den Grundbüchern. (red)

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